Reisebericht Sächsische Schweiz

1. juli 2011  680 kilometer und ein schloss dazwischen

Morgens um 3 brach ich auf, mein Ziel ist Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz, im Elbsandsteingebírge.

Die Fahrt verlief recht entspannt. Ich ließ den Seat mit Richtgeschwindigkeit rollen, das schont die Nerven und die Maschine und spart teuren Treibstoff. In Thüringen fiel mir ein Schild am Rande der Autobahn auf, das auf ein Schloss mit Namen Blankenhain hinwies. An der nächstgelegenen Raststätte machte ich halt, googlete den Namen Blankenhain und gab im Navi die Adresse ein. Blankenhain liegt unweit der Autobahn bei Zwickau, es ist ein winziges Dorf und wird ganz und gar von dem Schloss und seinem Schlossteich dominiert.

Das Schloss ist sehr attraktiv, ein tolles Fotomotiv mit dem TeichReisebericht Sächsische Schweiz davor in dem es sich spiegelt, wenn man ein wenig Glück hat und der Wind den Teich nicht so verwirbelt, wie es heute der Fall war.

Die Geschichte des Bauwerks reicht wahrscheinlich bis in das 12. Jahrhundert zurück. Urkundliche Erwähnung fand es erstmals 1423 als Wasserburg. 1661 brannte das Schloss bei einem verheerenden Brand zur Hälfte ab und wurde bis ins Jahr 1699, andere Quellen sprechen von 1700, neu erbaut. Das aus dem Jahr 1765 stammende Mansarddach mit den barocken Turmhauben ist noch vorhanden.1699 wurde parallel zum Schloss ein Vorschloss als Wirtschaftsgebäude hinzugefügt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde dieses Vorschloss mehrfach umgebaut und 1949 in zwei Neubauernhofstellen aufgelöst.Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollte das Schloss auf Befehl der sowjetischen Besatzung abgerissen werden, was aber durch den Einsatz mutiger Blankenhainer verhindert werden konnte.

1981 wurde das damalige Agrar- und Landwirtschaftsmuseum Schloss Blankenhain eröffnet.Blankenhain Seitdem wurde es stetig ausgebaut und erweitert. Am 7./8. Oktober 2006 wurde es als Deutsches Landwirtschaftsmuseum Schloss Blankenhain mit einer neuen Ausstellung eröffnet. Es enthält aktuell 100 thematische Ausstellungen, mehrere Schauflächen mit historischen Nutzpflanzen, Wiesen und Weiden, die vorgelagerte Teichfläche und einen umfangreichen Schlosspark. Im Ort Blankenhain sowie in der nahen Umgebung befinden sich ergänzende Museumsteile, beispielsweise der Pfarrhof mit dem Pfarrhaus, ein Mausoleum mit einer Gruft, eine Scheune mit einer Ausstellung historischer Leichenwagen, eine Leichenhalle und die Grabstätten ehemaliger Rittergutsbesitzer. (aus Wikipedia)

Das Museum ist eine Wucht. Ich denke, man kann locker einen Tag hier verbringen, will man sich alles in Ruhe ansehen, was geboten wird. Es gibt 2 Hallen mit historischen Traktoren, eine Brauerei,Schloss Blankenhain II eine historische Windmühle, ein Flugzeug, das zum Sprühen benutzt wurde, zu sehen. In den Räumen kann man eine Fotoausstellung mit dem Thema Landwirtschaft in der DDR,  eine Ausstellung mit Gemälden die das Thema Landwirtschaft abbilden und historisch eingerichtete Küchen und Wohnräume bewundern. All das ist sichtlich mit Liebe und Sachverstand aufbereitet, der Eintritt kostet genehme 5 Euro, Fotografieren ist ohne Einschränkung erlaubt.

Ich hielt mich mehrere Stunden dort auf, die Zeit verging schnell.

Gegen 15:30 traf ich in Bad Schandau ein und checkte im Parkhotel ein. ElbeDas Hotel ist schön an der Elbe gelegen, ich erhielt ein geräumiges Doppelzimmer, obwohl ich nur ein Einzelzimmer gebucht hatte. Leider ist die Nutzung des Internets recht teuer, dafür verlangt man 10 Cent pro Minute. Eine Unsitte, die es leider in vielen deutschen Hotels immer noch gibt.

Den Nachmittag verbrachte ich damit, ein wenig am Elbufer zu flanieren und mir das Städtchen anzusehen.  Ich bin zufrieden mit meiner Wahl. Hier werde ich mich eine Woche lang wohlfühlen können, denke ich.

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2. juli 2011 die bastei, und ein tafelberg mit einer festung obendrauf

Um 5 Uhr morgens bin ich auf der Straße. Mein Ziel ist  die Bastei, die Basteibrückemeistbesuchte Touristenattraktion der Sächsischen Schweiz. Ich möchte die malerischen Felsen ohne Menschengewimmel ablichten, dem kommt mein Hang zum frühen Aufstehen entgegen. Die Fahrt dauert länger als ich dachte, auch deswegen, weil die kürzeste Strecke wegen Bauarbeiten gesperrt ist und man eine Umleitung benutzen muss.

Die Bastei ist einer der markantesten Aussichtspunkte der sächsischen Schweiz. Von der sagenhaft schönen Felsformation aus hat man auf der einen Seite einen wunderschönen Ausblick auf die 194 MeterBasteibridge tiefer liegende Elbe, auf der anderen Seite in die Mardertelle genannte 40 Meter tiefe Schlucht. Über die Basteibrücke gelangt man durch das Neurathener Felsentor zu der Felsenburg Neurathen, die größte Felsenburg der Sächsischen Schweiz. Die Reste der Burg, etwa Balkenfalze und aus dem Fels gehauene Räume, eine Zisterne und aufgefundene Steinkugeln mittelalterlicher Steinschleudern bzw. Katapulte können auf einem eigenen Rundgang besichtigt werden. Eine rekonstruierte Steinschleuder wurde 1986 in der Felsenburg aufgestellt. Besichtigt werden können auch Funde der durchgeführten Ausgrabungen, vor allem Keramik.

Leider ist das Wetter nicht der Art, wie man es sich als Fotograf wünscht. Damit war aber zu rechnen. Will man von einer unbekannten Location gute Fotos erstellen, muss man sie in den allermeisten Fällen mehrmals aufsuchen. Basteiaussicht IIMeinen heutigen Ausflug hierher betrachte ich mehr oder weniger als “Schnupperfahrt”, um die Gegend und ihre Besonderheiten kennenzulernen. Die Bastei schreit durch manch beengte Aufnahmepunkte geradezu nach einem Panoramakopf in der Ausrüstung. Diesen habe ich heute nicht mit, er fügt meiner Tasche einiges an Gewicht bei, aber bei einem zweiten Besuch, hoffentlich mit besserem Wetter, werde ich ihn montieren.

Während der zwei frühen Morgenstunden, die ich hier umherwandernd genieße, begegnet mir lediglich ein freundlich grüßendes junges chinesisches Paar, die,  ihrer backpackermäßigen Ausrüstung nach zu schließen,  zu Fuß auf dem Malerweg unterwegs sind.

Der Ausflug hat mich hungrig gemacht, ich genieße das Frühstücksbuffet im Parkhotel nach meiner Rückkehr. Es lässt keine Wünsche offen.

Das Wetter verschlechtert sich zum Nachmittag hin zusehends, trotzdem entschließe ich mich dazu, einen Ausflug zu der Festung Königstein zu unternehmen. Reisebericht Sächsische Schweiz Sie ist eine der größten Bergfestungen in Europa und liegt weithin sichtbar auf dem gleichnamigen Tafelberg oberhalb des Ortes Königstein, 240 m über dem linken Ufer der Elbe.

Es gibt ein Parkhaus wenige hundert Meter unterhalb vom Eingang zu der Festung entfernt. Durch das mäßige Wetter ist wenig Betrieb. Eintritt in die Festung kostet 6 Euros, will man fotografieren, wird ein Euro zusätzlich fällig. Die Anlage macht durch ihre bis zu 42  Meter hohen Festungsmauern einen gewaltigen Eindruck.

Der 1800 Meter lange Wallgang umschließt 50 Bauten, die bis zu 400 Jahre alt sind. Die Festung wurde niemals eingenommen.

ich besichtige als erstes das Brunnenhaus, in dem sich ein 152 Meter tiefer, in zweieinhalbjähriger Handarbeit in den Fels gehauener Brunnen besichtigen lässt, der zweittiefste Brunnen in Europa. Der Brunnen wird heute noch zur Grauwasserversorgung der Festung genutzt.

Anschließend laufe ich die 1,8 Kilometer über den Wallgang und genieße dabei die herrlichen LiliensteinAussichten über die Sächsische Schweiz und den großen Elbbogen, in dem auch der Lilienstein liegt. Leider gibt es immer wieder Regenschauer.

Insgesamt ein Tag ohne Sensationen, in Bezug auf die fotografischen Ergebnisse. Ein aufschlussreicher Tag jedoch, was die landschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten der Sächsischen Schweiz angeht.

Immerhin. Ein guter erster Tag.

Basteiaussicht

3. juli 2011  dresden im dauerregen

Will man die berühmt-begehrten Sehenswürdigkeiten einer großen Stadt – die historischen und modernen Bauten, die Brücken, Paläste, Schlösser, Kirchen, Dome, Bahnhöfe, Plätze, Straßen, Alleen, Museen, Rathäuser,  Denkmäler, Parks, Brunnen, Botschaften, Regierungsbauten, Theater, Tore, Wälle – ohne das obligatorische Menschengewimmel aus Touristen, aus Fremdenführern, die Schirme nach oben halten und in Mikrofone brüllen, Polizisten, Marktschreiern, Taschendieben, aus Fotografen, die mit hoch in den Himmel gehaltenen Kompaktkameras über Köpfe hinweg zu knipsen versuchen, aus Leuten, die einen umrennen, weil sie sich auf ein Telefongespräch mit ihrem Mobiltele konzentrieren, Luftballonverkäufern, aus Zeugen Jehovas, die Wachtürme loswerden wollen und Nightclub-Flyerverteilern, fotografieren, so sollte man dafür einen Sonntagmorgen im Juli einplanen.

Dieser Monat sorgt für angenehme Temperaturen, und, besonders wertvoll für den ernsthaften Fotografen: es ist um halb fünf Uhr morgens schon hell. In den allermeisten Städten dieser Welt (es gibt Ausnahmen, wie New York City z. B.) hat man zwischen 5 Uhr und 8 Uhr Sonntagmorgens im Juli die Sehenswürdigkeiten der auserwählten Stadt für sich alleine. Man kann in aller Ruhe sein Stativ positionieren, wie es einem  gerade Recht ist, um die beste Bildkomposition zu finden. Niemand wird einem die Aufnahme durch seine unerwünschte Gegenwart streitig machen. Ein kleines Problem ergibt sich durch die Stadtreinigung, aber auch das findet nur in einem geringen zeitlichen Rahmen statt und ist daher als marginal einzustufen.

Nun, in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden gibt es Sehenswürdigkeiten zuhauf abzulichten. Meine Pläne, diesen wie oben beschrieben zu Leibe zu rücken, nämlich am heutigen Sonntagmorgen, wurden durch einen durch und durch rebellischen Juli, der sich als November verkleidet gab, zunichte gemacht. Mein Blick aus dem Fenster meines Hotels, um vier Uhr morgens, fiel auf strömenden Regen, tropfende  Balkongeländer und  –pflanzen, vor Nässe schwarz glänzenden Asphalt. Man wird Verständnis dafür aufbringen, bei aller Liebe zur Fotografie im Allgemeinen und zu der Stadt Dresden im Besonderen, dass ich diesem Treiben da draußen mein gepflegtes Hotelbett vorzog und mich flugs wieder in dasselbe verkrümelte.

Um halb elf galt es jedoch, eine Verabredung mit meiner früheren Arbeitskollegin MandyGlaskugelhaus Dresden in Dresden wahrzunehmen. Ich freute mich sehr auf ein Wiedersehen mit ihr. So brach ich um kurz vor neun, Sonntagmorgen, in die Landeshauptstadt auf. Weil die himmlische Sintflut immer noch nicht daran dachte, sich zu mäßigen,  ließ ich meine Fototasche im Hotel und nahm nur meine Kompaktkamera mit, in der Hoffnung, vielleicht doch in einer unverhofften Regenpause das ein oder andere Stück des umfangreichen Dresdener Stadtbildes einfangen zu können. Wie man an den fehlenden Bildern in diesem Blogbeitrag leicht erkennen kann, gönnte sich der Regen keine Pause, auch nicht die kleinste.

In der festen Absicht, das beste aus diesem Novembertag (die Außentemperatur blieb bei 13° Celsius hängen) Anfang Juli zu machen,  fuhren wir zum Glaskugelhaus in der Nachbarschaft des Hauptbahnhofs. Dort gibt es in der obersten kugelrunden Etage, die man bequem per Aufzug erreicht, ein umwerfend gutes Brunch Buffet Glaskugelhaus Dresden II für den läppischen Preis von 13,50 Euro. Die Qualität des Gebotenen ließ uns  für die nächsten beiden Stunden den auf die Scheiben  trommelnden Regen vergessen…

Als geniale Idee sollte sich Mandys Entschluss, nach unserem Brunch zum Panometer zu fahren, erweisen. Das Panometer ist ein ehemaliges Gasometer in Dresden, in dem ein Panoramabild des Künstlers Yadegar Asisi ausgestellt ist.

Das Bild ist eine Sensation. Es befindet sich an der  Innenwand des Gasometers und kann von einem erhöhten, zentralen Standort perspektivisch richtig betrachtet werden. Das Bild ist 27 Meter hoch, hat 105 Meter Umfang und stellt die abgebildeten Objekte in jener perspektivischen Größe dar, in der man sie tatsächlich sehen würde. Die vorgegebene Ansicht gibt einen weitgehend historischen, zum Teil auch künstlerisch frei interpretierten Ausblick vom Turm der  Katholischen Hofkirche aus  auf das Dresden der Barockzeit hier als fiktiver Anblick im Jahre 1756, wieder. Den dazugehörigen Soundtrack komponierte Eric Baback.

Die Illusion ist perfekt. Man kann Stunden auf dem imaginären Turm der Hofkirche verbringen und auf Dresden herunterschauen. Viele, besonders die historischen Bauten wie der Zwinger, die Frauenkirche, das Schloss,  die Semperoper, die Hofkirche natürlich,  deren Dach man vom Turm aus sehen kann,  und natürlich der Verlauf der Elbe, haben sich ja seit 1756, dem Jahr, das das Panorama zeigt, nicht verändert. Wie liebevoll das Ganze gestaltet wurde, kann man an unzähligen Details ablesen, wie zum Beispiel den auf einem Dach arbeitenden Dachdeckern, Katzen, die sich in der Sonne räkeln, Tauben, die über Dächer fliegen und deren Schatten man auf denselben wiederfindet, und vielen Dingen mehr. Ganz große Kunst.

Das Fotografieren im Panometer ist verboten, deswegen kann ich Euch keine Bilder hier darbieten. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich über solche Verbote hinweg setzen, sondern respektiere sie. Der jeweilige Hausherr wird wohl seine Gründe dafür haben, meist sind es einleuchtende, warum er ein solches Verbot ausspricht.

Meine Hoffnung, das Panometer wenigstens von außen zu Demonstrationszwecken ablichten zu können, wurden durch  – na was wohl? – so starken Regen zunichte gemacht, das wir die 10 Meter bis zu unserem Parkplatz in Rekordzeit zurücklegten.

Mandy fuhr mich anschließend noch zu allen Sehenswürdigkeiten der Stadt, über alle Brücken, insbesondere das “Blaue Wunder” eine stählerne Brücke mit einer tollen Geschichte, und wusste wahnsinnig viel zu erzählen, was ich dankbar aufsaugte.  Dank Ihrer habe ich trotz aller Widrigkeiten der Witterung einen mehr als beeindruckenden Einblick in die Geheimnisse einer mir bis dato fremden Stadt erhalten.

Vielen vielen Dank liebe Mandy, für diesen tollen Sonntag.

4. Juli 2011  ein historischer personenaufzug und eine ebensolche straßenbahn

Der Montag gelobt Besserung, zumindest, was die Temperatur angeht: es ist etwas wärmer als sonntags. Am Morgen geht immer noch fieser grauer Regen nieder, als er im Verlaufe Vormittags etwas nachlässt, Personenaufzug Bad Schandau IImache ich mich auf, Erkundigungen im Haus des Gastes einzuholen. Ich habe etwas über die Kirnitzschtalbahn  in einer Broschüre gelesen, über diese historische Bahn möchte ich mehr erfahren, sie scheint mir geeignet für kurzweiligen Zeitvertreib und touristische Freuden auch bei schlechtem Wetter.  Straßenbahnen sind ja bekanntermaßen im Inneren trocken und bieten so Zuflucht vor mancherlei wetterhaften Unbilden.

Im Haus des Gastes gibt man freundlich Auskunft über Haltestellen und Fahrzeiten. Mein Aufenthalt dort verlängert sich um eine beträchtliche Weile, da es draußen inzwischen wieder schüttet. Durch den erzwungenen Aufenthalt lerne ich ein Ehepaar aus Berlin kennen, auch die beiden haben keinen Schirm mit, die mir empfehlen, doch den Pfaffenstein zu besuchen, wenn es mal wieder Sommer wird, ein Tipp, den ich gerne abspeichere, Ich revanchiere mich mit einem Tipp und einer Broschüre, die Kirnitzschtalbahn betreffend.

Zurück im Hotel, Personenaufzug Bad Schandau IIIsind gerade die Hausdamen dabei, mein Zimmer zu richten, ich greife spontan nach meiner Fototasche und verlasse das Haus sofort wieder. Mein Ziel ist der Personenaufzug auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Wikipedia weiß über den Aufzug:

Der Personenaufzug Bad Schandau ist ein 1904 in Bad Schandau errichteter Personenaufzug, der von Bad Schandau auf die  Ostrauer Scheibe  führt. Der örtliche Hotelier Rudolf Sendig regte den Bau an und finanzierte ihn.

Der Aufzug fährt in einem 52,26 Meter hohen, im Jugendstil gestalteten und bei der Firma Kelle & Hildebrandt in Großluga hergestellten Stahlfachwerkturm nach oben, welcher am Boden einen Durchmesser von 5,20 Meter und in der Höhe des AusstiegsPersonenaufzug Bad Schandau einen solchen von 2,5 Meter hat. Auf dem Weg nach oben überwindet er einen Höhenunterschied von 47,76 Meter.

Die Fahrt mit dem Aufzug nach oben kostet 2 Euro, wenn ich mich recht erinnere. Oben angekommen, hat man natürlich einen fantastischen Blick auf Bad Schandau und den Verlauf der Elbe. Es gibt dort einen Kiosk, der die üblichen Souvenirs und kleine Speisen und Getränke feilbietet. Ich verdrücke eine ganz fantastische Kirschschnecke und trinke Kaffee dazu. Den jungen Bediensteten frage ich nach der Entfernung von hier nach den Schrammsteinen, einer Felsformation ganz in der Nähe. Er gibt freundlich Auskunft, rät mir aber davon ab, die Schrammsteine bei der momentanen Wetterlage zu besichtigen, der Aufstieg sei bei Nässe zu gefährlich. Morgen werde ich wissen, was er damit meinte…. Luchs

In direkter Nachbarschaft zu dem Kiosk existiert ein Luchsgehege, dass ich mir noch ansehe. Das erste Mal, das ich einen europäischen Luchs beobachten kann.

Wieder unten angekommen, mache ich mich auf den Weg zum Stadtpark von Bad Schandau, dort fährt die Bahn mit dem unaussprechlichen Namen, die Kirnitzschtalbahn, zu jeder vollen und halben Stunde ab. der Fahrpreis beträgt 7 Euro, bis zur Endstation Beuthenfall und zurück. Die Bahn setzt sich mit soviel altersschwach ächzendem Getöse in Bewegung, dass ich mich reflexartig frage, ob im Ort wohl ein Taxiunternehmen ansässig ist, für den Fall, dass die Bahn den Rückweg nicht mehr schaffen sollte…

In Beuthenfall angekommen, laufe ich noch etwa 10 Minuten bis zum Lichtenhainer Wasserfall.

Lichtenhainer WasserfallDer Wasserfall, im Grunde genommen recht klein,  ist schon seit 200 Jahren ein Touristenmagnet. Im Jahr 1830 installierte man oberhalb des Falles ein aufziehbares Wehr. Das Wehr existiert heute noch, es wird zur jeden vollen und halben Stunde “gezogen”, wodurch der Wasserfall auf ein vielfaches seiner normalen Größe anschwillt. Zu  der “Wasserfallziehung” erklingt musikalische Untermalung.

Das Wetter hält immer noch, so dass ich beschließe, zum “Kuhstall” zu laufen, der in einer etwa einstündigen Wanderung von hier aus zu erreichen ist.  Als Kuhstall wird ein Felsentor bezeichnet , das zweitgrößte der Sächsischen Schweiz. Es liegt in 337 m Höhe auf dem Neuen Wildenstein, einem Felsen, und ist 11 m hoch, 17 m breit und 24 m tief. Der Wanderweg ist nicht anspruchsvoll, er führt stetig bergauf durch dichten Wald. Oben angekommen, stehe ich in den Wolken, sprich: dichtem Nebel. Ich kann mir zwar das Kuhstall genannte Felsentor ansehen, jedoch keinerlei Aussicht ins Tal genießen.

Zudem fängt es nun auch noch ekelhaft zu nieseln an. Ich nehme ein paar Fotos auf.Kuhstall Der Inhalt meiner Fototasche fühlt sich klamm und feucht an, ich bekomme Angst  um die wertvolle Ausrüstung und trete den Rückweg an, in dessen Verlauf der Nieselregen Gott sei Dank wieder nachlässt.

Die Kirnitzschtalbahn bringt mich wieder zurück nach Bad Schandau. Ich brauche meinen Rückfahrschein nicht vorzuweisen. Der Fahrer der Bahn, der gleichzeitig der Schaffner ist, kann sich die Gesichter seiner wenigen Fahrgäste ohne Mühe merken.

Kirnitzschtalbahn

5. Juli 2011  wandertag: über die schrammsteine

Der Morgen sieht noch trübe aus, gegen Mittag lockert die Bewölkung jedoch schnell auf, und die Sonne lässt sich blicken. Das nehme ich zum Anlass, zu einer Wanderung zur Schrammsteinaussicht aufzubrechen. Breite Kluft

Von Bad Schandau aus fahre ich nach Postelwitz und biege dort nach links Richtung Ostrau ab. Die Straße führt an der Schrammsteinbaude vorbei, und etwa 200 Meter weiter liegt auf der rechten Seite der Straße ein Parkplatz. Dort stelle ich den Wagen ab und wandere den Schießgrund hinauf bis zum Großen Schrammtor. Der Weg ist mit einem grünen Punkt gekennzeichnet, zusätzlich trägt er das Zeichen des Malerweges, zu dem er gehört. Vom Schrammtor aus wird der Weg sehr anspruchsvoll, es geht über steile und enge Stiegen aufwärts. Wer über keine Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und gutes rutschfestes Schuhwerk verfügt, sollte tunlichst dieKlettersteig Finger davon lassen, dort hoch steigen zu wollen.

Oben in ca. 420 Metern Höhe angekommen, wird man für all die Klettermühen mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Schrammsteine belohnt. Schrammsteinaussicht ist ein schmaler Grat, mit stählernen Geländern gesichert.

Ich halte mich eine gute Stunde hier oben auf, die Stille, das Wetter und den sagenhaften Blick genießend.

Die steilen Stiegen möchte ich nicht wieder herabsteigen, ich beschließe, über den Schrammsteingratweg bis zur Breiten Kluft zu wandern und dort zum Elbleitenweg hinunter zu steigen, der mich wieder zum Großen Schrammtor und von dort zum Parkplatz zurück bringen wird. Zunächst gilt es, den Jägersteig zu überwinden, was wieder mit einiger Kletterei über schmale Stiegen und Himmelsleitern verbunden ist.

SchrammsteinaussichtDabei muss ich an meine Mutter denken, die sich sehr beruhigt darüber gezeigt hat, dass ich in diesem Jahr meinen Urlaub nicht in den Wüsten des amerikanischen Westens verbringe. Lässt man mal die Gefahr der Dehydration, die in einem deutschen Mittelgebirge natürlich um ein vielfaches geringer ist als in einer Wüste, beiseite, so finde  ich die heutige Kletterei insgesamt gefährlicher  als die Wanderungen, die ich in Utah und Arizona in den letzten Jahren unternommen habe.

Wie auch immer, meine Wanderung macht Freude.Torsteine und Falkenstein Dank meiner ausgezeichneten Karten weiß ich immer, wo ich bin, und habe keinerlei Probleme damit, an der Großen Kluft den Abstieg zum Elbleitenweg zu finden, der mich durch dichten Wald schließlich wieder zurück ans Große Schrammtor und zu meinem Parkplatz nahe der Schrammsteinbaude führt. Viele der Menschen, die mir unterwegs begegnen, bleiben auf ein kurzes Schwätzchen stehen, eine Sitte, die mir sehr gut gefällt. Meistens kann man den ein oder anderen Tipp über die Gegend erfahren, zum Beispiel über ein besonders gutes Gasthaus in der Nähe,  oder selber eine Auskunft geben, oder man tauscht sich darüber aus, wo man herkommt, was auch ganz aufschlussreich sein kann. Indem man sich mit Menschen aus anderen Teilen Deutschlands unterhält, auch wenn es nur ein paar Minuten dauert, lernt man andere Teile Deutschlands kennen.

Es ist kurz vor 19 Uhr, als ich den Parkplatz erreiche. Ich war knapp 7 Stunden unterwegs, stelle ich staunend fest…. Die Zeit ist nur so dahingeflogen. Was dafür spricht, dass eine Wanderung über die Schrammsteine eine unterhaltsame Angelegenheit ist.

Schrammsteinaussicht II

6. juli 2011 pfaffenkopf und barbarine

Am Montag dieser Woche, Pfaffenstein IIdiesem verregneten Montag, der einem noch verregneteren Sonntag folgte, wartete ich, zusammen mit einer Menge anderer Touristen, die ebenso wie ich voller Optimismus, aber ohne Regenschirm unterwegs waren, im Haus des Gastes in Bad Schandau auf das Ende des Weltuntergangs in Form eines Regensturms, der ein Verlassen des Hauses unmöglich machte, so man nicht binnen Sekunden triefnass sein wollte.

Im günstigsten Fall kommt man miteinander ins Gespräch, Pfaffenstein, Stairs, and Meso man zu gemeinsamen Warten verdammt ist, und so kam es, dass ich ein nettes Ehepaar aus Berlin kennenlernte, die ich mit ihrem kleinen Hund schon des Morgens beim Frühstück im Hotel gesehen hatte. Der nette Berliner gab mir den Tipp mit dem Pfaffenkopf, er zeigte mir den Weg auf der Karte, und erklärte, die Besteigung des Pfaffenkopfes sei zwar ein anstrengendes, aber nicht minder wundervolles Erlebnis. Ich kaufte die Karte und nahm mir vor, so das Wetter irgendwann ein Einsehen habe würde und die Welt dieses Mal wider Erwarten nicht untergänge, den Pfaffenkopf zu erobern.

Heute Morgen war es dann soweit, mit Karte und Fotografierausrüstung bewaffnet verließ ich gegen acht das Hotel. Königstein Man nimmt die B 172 Richtung Königstein und biegt direkt, nachdem man die Elbe überquert hat, nach links Richtung Paffendorf und Kurort Gohrisch ab. Leider ist der Wegweiser, aus welchen Gründen auch immer, nur zu sehen, wenn man aus der entgegengesetzten Richtung, aus Königstein kommend also, die B 172 befährt. Man muss also aufpassen, dass man den Abzweig nicht verpasst.

Die Straße führt zum Kurort Gohrisch, dort biegt man an der zweiten Möglichkeit nach links Richtung Pfaffendorf ab. Dieser Abzweig ist noch leichter zu verpassen als der erste auf der Bundesstraße, weil es hier keinerlei Hinweisschilder gibt… im Zweifel einfach im Dorf nochmal jemanden fragen.

In Pfaffendorf angekommen, findet man einen großen Parkplatz,Pfaffenstein von dort startet man die Wanderung zum Tafelberg, dem Pfaffenstein. Man hat 2 Möglichkeiten, aufzusteigen, einen etwas längeren bequemen weg, oder den kürzeren steilen Weg über Stiegen, der auch Bestandteil des Malerweges ist. Ich nehme den steilen Aufstieg, der sich als recht strapaziös erweist, er führt durch zum Teil sehr steile und noch engere Stiegen. Eine Familie, die eine Zeitlang hinter mir aufsteigt und  reichlich Gute-Laune-Lärm verursacht, kehrt auf einmal um – wahrscheinlich ist ihnen dieser Weg zu beschwerlich geworden…

Oben angekommen, zeigt sich die Oberfläche sehr zerklüftet. Will man zur Barbarine gelangen, hat man noch eine kleine unwegsame Wanderung auf der Tafelbergoberfläche zu bewältigen, unter anderem muss man sich durch einen engen Felsspalt, der maximal 50 cm breit ist, zwängen. Für jemanden wie mich, der eine Fototasche mitführt, die die zugelassenen Handgepäckmaße der meisten Fluggesellschaften (RyanAir ist keine Fluggesellschaft, sondern ein Billigflieger, im wahren Sinne des Wortes)  voll ausnützt, keine allzu leichte Aufgabe. Will man gute Aufnahmen erstellen, muss man da wohl durch…..

Die Barbarine ist ein freistehender, 42,70 m hoher Felsen, ein Wahrzeichen der sächsischen Schweiz.  Sie wurde 1905 zum ersten Mal durch Bergsteiger bestiegen. BarbarineWeil der obere Kopf des nadelförmigen Felsens durch Blitzschlag und Erosion instabil geworden ist, wurde die Bergsteigerei an der Barbarine 1976 verboten.

Einer Sage nach stellt der Felsen eine versteinerte Jungfrau dar, das immerwährende Mahnmal eines Strafgerichts, nach welchem es geschehen seyn soll, daß eine Mutter ihre Tochter Sonntags habe heißen in die Kirche gehen, die Tochter aber sey währender Kirche auf den Pfaffstein in die Heydelbeere gegangen, und als sie die Mutter daselbst angetroffen, habe sie die Tochter im Zorn verwünschet, daß sie müsse auf der Stelle zum Stein werden; worauf solches augenblicklich also geschehen, und daher diese zum Stein gewordene Jungfer auf immer allhier stehe, und mit ihrem Steinbilde alle ungehorsame Kinder warne. Der Name Barbarine wurde vom Vornamen des Mädchens abgeleitet. (Quelle: Wikipedia)

Dadurch, dass ich relativ früh aufbrach, bin ich alleine hier oben am Aussichtspunkt zur Barbarine. Für den Rückweg benutze ich den ²bequemen” Abstieg. Er ist in Relation zu dem steilen Aufstieg bequem, das bestätige ich, von einem wirklich bequemen Wanderweg kann aber keine Rede sein.

Am frühen Nachmittag treffe ich im Hotel ein. Den Abend werde ich in Dresden verbringen, mit einer Raddampfertour. Darüber folgt ich ein gesonderter Bericht.

Barbarine II

6. Juli 2011 dresden

Ich freue mich sehr auf eine Verabredung mit Mandy, die am heutigen Abend mit mir eine Raddampferfahrt Sächsische Dampfschiffahrt III über die Elbe durch Dresden unternehmen will. Der Dampfer startet um 18:45 Uhr an der Anlegestelle unterhalb der Brühlschen Terrasse. Der späte Nachmittag gehört, verkehrstechnisch gesehen, zur Rush Hour, deswegen fahre ich frühzeitig kurz vor 17 Uhr in Bad Schandau los. Ich errreiche Dresden ohne den geringsten Stau, und finde sofort einen Parkplatz am Terrassenufer, für den bis zum Ende der Gebührenpflicht um 20 Uhr 3 Euro zu berappen sind.
Ich habe noch eine Stunde Zeit totzuschlagen. Das macht in Dresden sehr viel Freude, ich schlendere ein wenig durch die Innenstadt, mache Fotos von der Frauenkirche vor blauem Himmel, und begeistere mich für die großartige Schönheit, die vielfältige und reichhaltig vorhandene Gastronomie und die spätnachmittägliche Atmosphäre in der Stadt. Ich werde auf jeden Fall Frauenkirche Dresdenin naher Zukunft einen Kurzurlaub hier in dieser Stadt einplanen, das steht jetzt schon fest.
Als ich Mandy treffe, nehmen wir noch Zeit für ein Radler, dann pilgern wir los zum Anlegeplatz, wo die “Stadt Wehlen” auf ihre Passagiere wartet.

Der Personendampfer Stadt Wehlen ist der älteste Schaufelraddampfer der Sächsischen Dampfschiffahrt.
Der Raddampfer wurde 1879 in der Werft Dresden-Blasewitz gebaut und am 18. Mai 1879 als Glattdeckdampfer Dresden in Dienst gestellt. Nach einer, durch den Bau eines neuen Personendampfers “Dresden” nötig gewordenen, zwischenzeitlichen Umbenennung in Mühlberg trägt das Schiff seit 1962 den Namen Stadt Wehlen.
Wichtige Umbauten erfolgten 1949/50 (u.a. Aufbau des Oberdecks). Nach einer Kollision mit dem Dampfer Pirna und einem Kesselschaden war die Stadt Wehlen von 1977 bis zur Reparatur 1982 außer Dienst gestellt. Die bisher letzte Veränderung am Schiff erfolgte 1993/94 mit einer historischen Rekonstruktion.
(Quelle: Wikipedia)

Mandy wählt einen Platz auf Deck, der überdacht ist, das sollte sich als kluge Wahl erweisen.
Kurz darauf nimmt der Dampfer Fahrt auf. Man kann in der MitteSächsische Dampfschiffahrt des Schiffes der mächtigen Maschine beim Arbeiten zusehen, durch den Geruch des Maschinenöles wird dieses Erlebnis noch authentischer. In den Radkästen sind Schaulöcher ausgespart, so dass sich auch die Antriebschaufeln betrachten lassen.
Eine aufmerksame und freundliche Kellnerin versorgt uns mit Speisen und Getränken, während wir flussaufwärts schippern. Wir passieren mehrere Elbbrücken, als letzte die Loschwitzer Brücke, eine Stahlkonstruktion, die unter dem Namen “Blaues Wunder” weltbekannt geworden ist, und die drei Elbschlösser Schloss Albrechtsberg, die Villa Stockhausen und Schloss Eckberg. Auf der anderen Flussseite fahren wir an dem architektonisch interressanten Krematorium Dresdens vorbei. Alles wird über die Bordlautsprecher in zwei Sprachen ausführlich erklärt und beschrieben.
Leider bricht während der Fahrt noch ein Gewittersturm über uns herein, mit starkem Regen verbunden. Die allermeisten Passagiere müssen ihre Sitzplätze an den Tischen verlassen, um nicht nass zu werden… Mandy und ich haben großes Glück: wir sitzen unter Dach auf der regenabgewandtenSchloss Pillnitz Seite und werden verschont. Der Sturm ist genau so kurz wie heftig, als wir das herrliche Pillnitzer Schloss erreichen, ist es wieder hell. Die Schlossanlage stammt aus dem 18. Jahrhundert und besteht aus dem Wassepalais, das von der Elbe aus sichtbar ist, dem Bergpalais und dem Neuen Palais. Der von den Gebäuden eingeschlossene barocke Lustgarten wird durch einen umliegenden Schlosspark ergänzt.
Nach der Passage des Schlosses wendet der Dampfer, und wir stampfen flussabwärts wieder zurück, Elbflorenz entgegen. Der von den Gebäuden eingeschlossene barocke Lustgarten wird durch einen umliegenden Schlosspark ergänzt. Wenn man sich dem in der Abendsonne glänzenden Dresden auf der Elbe fahrend nähert, wird besonders deutlich, wo der Beiname “Elbflorenz” herkommt. Die Silhouette der Stadt am Horizont erinnert tatsächlich stark an die des toskanischen Florenz.
Als das Schiff anlegt, waren wir knapp drei kurzweilige Stunden unterwegs, in denen wir mannigfaltige EindrückeSächsische Dampfschiffahrt II sammeln konnten. Vielen Dank, liebe Mandy, für diese tolle Idee, und die Organisation des Ausfluges.
Wir spazieren noch gemütlich durch die Stadt, an der Semperoper vorbei durch den Zwinger, über die Brühlsche Terrasse an der Hochschule für Bildende Künste vorbei zurück zum Terrassenufer, wo wir unsere Autos geparkt haben.
Wir verabschieden uns, ich fahre mit glücklichen Erinnerungen an einen gelungenen Urlaubsabend zurück nach Bad Schandau.

Sächsische Dampfschiffahrt III

7. juli 2011 beuthenfall – idagrotte – kuhstall – lichtenhainer wasserfall – beuthenfall

Um sieben sitze ich am Frühstückstisch, um frühzeitig zu meiner heutigen Wandertour aufbrechen zu können.Hinterer Heideweg Mein Ziel ist die Idagrotte, eine natürliche Höhle in 440 Höhe am Frienstein. Sie wurde im Mittelalter als Wohnraum genutzt.
Ich parke das Auto auf einem kleinen Parkplatz in Beuthenfall, der über die Kirnitzschtalstraße von Bad Schandau aus zu erreichen ist. Von hier aus laufe ich zunächst noch bequem über den Dietrichsgrund, von dem ich dann auf den Hinteren Heideweg abzweige, der direkt zum Frienstein und damit zur Idagrotte führt. Ab der Abzweigung hat es ein Ende mit dem bequemen Wandern, es gilt ab hier, Treppenstufen zu bezwingen… ich fange an zu zählen, lege auf einer Bank jenseits der 300 eine Pause ein und vergesse beim Weitersteigen das Weiterzählen, so dass ich euch leider keine entgültige Anzahl nennen kann. Eins ist klar: der Aufstieg ist kein Pappenstiel….
Oben angekommen, finde ich die Idagrotte,Idagrotte die nur über einen schmalen Felsgrat erreichbar ist. Die Aussicht von da oben ist wunderbar und entschädigt für die Strapazen des Aufstiegs. Man blickt über den Wildensteiner Wald hinüber zum Kuhstall, man sieht den Wachberg, den Weifberg, den Wolfsberg und schließlich auf der rechten Seite die obere Winterbergspitze und die Winterbergbarbarine.
Eine fantastische Stille nimmt den Besucher gefangen, nichts ist zu hören außer ab und an das Summen eines Insektes.

Ich genieße die Stille und die Aussicht, ruhe mich aus von den Strapazen des Aufstiegs. Meine Wanderkarte studierend, beschließe ich, über die Obere Affensteinpromenade hinüber zum KuhstallNasse Schlucht zu wandern, den ich ja bei meinem ersten Besuch am Montag nur in Nieselregen und Nebel vorfand. Die Obere Affensteinpromenade schlängelt sich auf einer Höhe sehr schön am Felsabsatz des Winterbergs vorbei und bietet immer wieder schöne Aussichten, bis es schließlich über genauso viele Stufen, wie es vorher zum Frienstein hinaufging, wieder herabgeht ins Tal.
Man läuft nun wieder recht bequem durch dichten Wald über den sogenannten Fremdenweg, bevor der steile Aufstieg zu Kuhstall beginnt, der durch die Nasse Schlucht führt.
Heute finde ich den Kuhstall bei Sonnenschein vor, es sind massenweise andere Wanderer unterwegs, und ich brauche eine Menge Geduld, um ein gutes Foto aufnehmen zu können. Die Kuhstallbaude, die am Montag wegen des üblen Wetters geschlossen hatte, ist heute geöffnet, was ich zum Anlass nehme, mir zum Lohn für die anstrengende Wanderung hierher ein paar Würstchen und einen großen Pott Kaffee zu gönnen.
Den Abstieg zum Lichtenhainer Wasserfall kann man ganz locker laufen, ich begegne vielen Familien mit Kindern und vielen Ausflüglern in gehobenem Alter, für die der Kuhstall ein schönes Ziel ist, Kuhstall IIdas vom Kirnitzschtal aus ohne Strapazen erreichbar ist.
Am Wasserfall angekommen, nehme ich noch ein paar Fotos auf, bevor ich mich auf den Weg nach Beuthenfall zu meinem Wagen mache.
Ich war für die 8,5 Kilometer dieser Wanderung etwa 5 Stunden unterwegs. Natürlich kann man die Strecke viel schneller schaffen, wenn man nicht so viele Fotografierpausen einlegt wie ich….
Eine für das Gebiet der Sächsischen Schweiz ganz wesentliche Erfahrung hat sich heute wieder bestätigt: Eine wunderschöne Landschaft mit fantastischen Aussichten und Fotomotiven, die man sich aber mit Anstrengung erwandern, zum Teil auch erklettern muss. Wer schnell mal seinen Wagen am Rand der Straße oder auf dem Parkplatz eines Aussichtspunktes abstellen und die gebotene Aussicht knipsen will, der sollte seinen Urlaub anderswo planen.

Frienstein II

8. juli 2011 von bad schandau nach berlin und ein schloss dazwischen

Es gilt, Abschied zu nehmen von Bad Schandau, der Sächsischen Schweiz und dem Parkhotel, das fällt nicht so ganz leicht, denn ich habe mich sehr wohl gefühlt hier – mein besonderer Dank anBad Schandau - Parkhotel II das Team des Parkhotels, deren Service keine Wünsche offengelassen hat, und im Besonderen an das Küchenteam für das geniale Frühstück am Morgen, und die wohl ausgesuchten und köstlich zubereiteten Speisen der Abende. Ein Haus, dass ich ohne Einschränkung weiter empfehlen möchte.

Von hier nach Köpenick im Osten Berlins, wo mir ein guter Freund mit seiner Familie seit Jahren Unterschlupf gewährt, wann immer ich mich nach der Hauptstadt sehne, sind 235 Kilometer zurückzulegen. Das heißt, dass ich mir Zeit lassen kann mit der Fahrt, ich beschließe, einen kurzen Zwischenstopp an Schloss Moritzburg einzulegen, dass mir auf Fotos sehr gut gefallen hat.

Ich verwende ganz bewusst den Ausdruck Sehnsucht, wenn ich über Berlin rede. In keiner anderen Schloss Moritzburg VIStadt fühle ich mich mehr zu Hause als dort. Auch in Saarbrücken nicht. Ich liebe die Hauptstadt, Ihre Weitläufigkeit, Ihre Menschen, die Vielfalt an Kulturen und Subkulturen, die Wasserstraßen, Plätze, Parks, die Clubszene…. Ein starkes Gefühl der Verbundenheit macht sich in mir breit, jedesmal, wenn ich nach Berlin komme, das Gefühl, wieder daheim zu sein. Ich fühle mich umso freier, je länger ich in der Stadt weile, ein Gefühl, dass ich sonst nirgendwo erlebe.
Das war nicht immer so. Auch in den 90er Jahren war ich fast jedes Jahr in Berlin. Damals wirkte die Stadt immer ein wenig unheimlich auf mich, hektisch, irgendwie unfertig, irgendwie so schlechtgelaunt auf mich. Von der Clubszene jetzt mal abgesehen, meine ich, die damals wie heute die beste der Welt war und ist. Schloss MoritzburgDie ganze Stadt war eine riesige Baustelle, in jeder Beziehung – eine Erfahrung, die mir in vielen Gesprächen mit Berlinern, auch in diesem Jahr wieder, immer wieder bestätigt wird.
Sehr gut erinnere ich mich an einen Sommermorgen in den 90ern im TresorPark in der Leipziger Straße mit Sven Väth, als der Morgen dämmerte: wir kuckten tanzend in das nagelneue Sonntagmorgenhimmelblau und sahen nichts als Baukräne, 100te von Kränen, wir trauten unseren Augen nicht, aber die Kräne waren wirklich da, an der Großbaustelle Potsdamer Platz.
Hätte ich gewusst, wie sich das alles entwickeln würde mit Berlin, ich wär nie und nimmer in Saarbrücken geblieben.

Um elf fahre ich los, durchfahre Dresden und erreiche Moritzburg gegen Mittag. Fast hätte ich die Autobahn nicht verlassen und wäre nach Berlin durchgefahren, weil es die Fahrt über regnete. Der Himmel zeigte sich in dem tristesten Grau, dass er auf Lager hat. Just vor Moritzburg machte sich eine Insel aus tiefstem Blau in dem grauen Einerlei breit, was ich zum Anlass nahm, doch abzubiegen. So fand ich das herrliche Schloss in strahlendem Sonnenschein Schloss Moritzburg IIIdaliegend vor, sehr zu meiner Freude die von dem starken Wind, der den Schlossteich aufwühlte und so verhinderte, das sich das Schloss in jenem auf fotogene Weise spiegelte, unwesentlich getrübt wurde.

Ich mache also Aufnahmen ohne Spiegelung. Der tiefblaue Himmel und das Schloss überbieten sich gegenseitig der Schönheit, ich bin sehr froh darüber, hier zu sein und genieße es, einmal um den Schlossteich herum zu wandern.
Wer einmal in der Nähe zu tun hat oder auf sich auf einer Reise befindlich in der Gegend vorbeikommt, sollte sich die Zeit für einen Abstecher nehmen. Es lohnt sich.

Am Nachmittag erreiche ich Köpenick und richte mich ein. Mein Freund und Gastgeber ist nicht zu Hause, er besucht mit seiner Familie seine Leute im Saarland und freut sich auch deswegen über meinen Besuch, weil er durch mich seine Katzen versorgt weiß. Schloss Moritzburg IV

Über meinen einwöchigen Aufenthalt in Berlin werde ich nicht weiter berichten. Die Woche vergeht viel zu schnell, ich verbringe meine Zeit damit, Freunde zu treffen, die ich nur sehe, wenn ich hier bin; und damit, die Ausstrahlung, die Atmosphäre, das Licht, die Weitläufigkeit, die Architektur, die Freundlichkeit, die Luft, die Graffitti, die Gastronomie, die Vielfalt, die Freiheit dieser wundervollen Stadt zu bewundern, zu leben, zu genießen.
Love it.