Westweg Etappe 12 | Haldenhof-Kandern (Westvariante)

Die Headline stimmt nicht ganz, weil ich ein gutes Stück der Etappe schon am Vortag gewandert war. Präzise bis zum Müllheimer Egerten bin ich ich vom Wiedener Eck aus gekommen. Der Müllheimer Egerten ist ein gut ausgebauter Parkplatz im Wald an der Landstraße 140, die von Badenweiler aus Richtung Blauen führt. Es gibt dort alles, was das Wandererherz begehrt, Pavillon, Grillplatz mit Grill und Feuerholz – aber keine Bushaltestelle.

Als ich am Vortag, einem Samstag, hier ankam, musste ich 7 Kilometer bergab durch den Wald nach Badenweiler laufen, um an eine Bushaltestelle zu gelangen… und insgesamt 3 mal umsteigen, um mein Hotel am Wiedener Eck zu erreichen. Im Münstertal
erwischte ich abends den letzten Bus des Tages hoch zum Wiedener Eck.

Ein Taxiabenteuer

Hätte ich, um meine Westwegwanderung planmäßig fortsetzen zu können, meinen Wagen am Müllheimer Egerten geparkt, hätte ich am Abend von meinem Ziel in Kandern wieder das Problem gehabt, den Wagen mit dem Bus nicht erreichen zu können. Also stellte ich ihn in Badenweiler ab, das verkehrsmäßig gut angebunden ist, und bestellte mir ein Taxi, um mich zum Egerten fahren zu lassen. Das Taxi war schnell zur Stelle – nur hatte der Fahrer noch nie etwas vom Müllheimer Egerten gehört und kannte folglich den Weg dorthin auch nicht. Trotzdem fuhr er los, ziel- und planlos, hielt an einem Hotel, um dort nach dem Weg zu fragen – ohne Erfolg. Als er endlch, nachdem ich ihn gefühlt 20 mal schon darum gebeten hatte, bei seiner Zentrale über Funk nach dem Weg fragte, erfuhren wir, das der Egerten zur Zeit wegen einer Straßensperrung nur über einen Riesenumweg über Kandern zu erreichen war.
Zu diesem Zeitpunkt zeigte die Taxiuhr schon einen Fahrpreis von über 40 Euro an. Ich bat den Fahrer, mich zurück zu meinem Wagen zu bringen. Dort angekommen, sollte ich den Fahrpreis von von nahezu 50 Euro berappen, was ich ablehnte. Ich sagte dem Fahrer, das er durch seine mangelhafte Ortskenntnis und durch seine lange Weigerung, den Weg bei seiner Zentrale zu erfragen, schlussendlich keinerlei Dienstleistung erbracht habe. Ich reichte ihm einen Zwanzig-Euro-Schein und sagte, dass ich bereit sei, etwa die Hälfte des entstandenen Schadens zu begleichen – würde ihm das nicht genügen, sollte er doch bitte die Polizei rufen, um die Geschichte abschließend zu klären. Was er natürlich bleiben ließ…

Ich fuhr dann entgegen meines ursprünglichen Planes über Kandern zum Müllheimer Egerten und stellte den Wagen auf dem Waldparkpatz ab. Von dort führt der Weg durch die steile Nordflanke hinauf zum eisernen Blauenturm (1.165m). Ab jetzt geht es nur noch bergab! Die Strecke über den mystischen Hexenplatz und die Burgruine Sausenburg ist so kurzweilig, dass Kandern schneller erreicht ist als gedacht.

Burgruine Sausenburg

Mein Hotel in Kandern

In Kandern wohnte ich im Hotel Janz Bed & Breakfast. Ich hatte ein schönes Zimmer mit riesigem Balkon, in dem ich mich gut aufgehoben fühlte. Ich wurde freundlich empfangen, und als der Hotelmanager hörte, dass ich noch irgendwie per Bus und zu Fuß zu meinem Wagen zum Müllheimer Egerten gelangen musste, bot er mir spontan an, mich mit seinem Wagen dorthin zu bringen. Für diese Riesengefälligkeit bedanke ich mich an dieser Stelle noch mal ganz herzlich.
Sehr gut gegessen habe ich in Kandern im Restaurant Zur Schnecke, dass mir der Hotelmanager empfohlen hatte. Die Gaststube ist gemütlich, die Bedienung schnell und freundlich, das Essen sehr schmackhaft. Dieses Restaurant wird bei TripAdvisor nicht gelistet – ein echter Geheimtipp, wie es scheint.