High Dynamic Range Photographie, ein Exkurs
Das menschliche Auge ist in der Lage, einen sehr hohen Kontrastumfang zu verarbeiten. Mit Kontrastumfang ist das Verhältnis zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Element einer Wahrnehmung gemeint. Unser Auge kann Helligkeitsunterschiede bis zu 1:1.000.000 verarbeiten. Eine moderne Digitalkamera kann gerade mal 1:5.000 an Dynamicumfang verabeiten, ein guter Diafilm schafft immerhin bis zu 1:20.000.
Im Umgang mit einer Digitalkamera muss man sich also bei Motiven mit größeren Helligkeitsunterschieden entscheiden, welches Teil das Motives man richtig belichten will, das dunklere oder das hellere. Man muss Kompromisse machen, da es meistens micht möglich ist, die hellsten Partien im Foto noch erkennbar zu gestalten, während die dunklen Elemente ebenfalls gute Detailzeichnung aufweisen und andersherum.
In solchen Situationen benutzt man die sogenannte HDR (High Dynamic Range)- Aufnametechnik. Man fertigt mehrere Bilder mit jeweils einer Blendenstufe Unterschied an. Auf diese Weise erhält sowohl die dunkleren wie auch von die helleren Bildpartien richtig belichtet, wenn auch auf verschiedenen Aufnahmen. Wichtig beim Fotografieren ist, dass die Kamera auf einem Stativ steht, damit die Aufnahmen deckungsgleich sind, und dass die Blende vorgewählt und Zeitautomatik aktiviert ist, damit alle Aufnahmen die gleiche Schärfentiefe haben.
Mit meiner Nikon D300 lässt sich diese Aufnahmetechnik sehr komfortabel gestalten, da sich sowohl die Anzahl der Bilder, die eine Belichtungsreihe haben soll, wie auch die Belichtungsabstufen voreinstellen lassen. Wenn in der Kamera die Einstellung Serienbild aktiviert ist, braucht man nur den Auslöser gedrückt zu halten und erhält genau die eingestellten 9 bzw 7 oder 5 Bilder, nicht mehr und nicht weniger. Eine tolle Sache.
Für die nebenstehnde Sonneruntergangsstimmung habe ich 9 Bilder mit jeweils einer Blende Unterschied aufgenommen. Dafür braucht die D300 gerade mal 1,5 Sekunden.
Vorraussetzung für das Gelingen dieser Aufnahme war die absolute Windstille an diesem Abend, denn bei dem geringsten Luftzug hätten sich natürlich die Blätter des Baumes bewegt, was ein deckungsgleiches Verabeiten der neun Aufnahmen unmöglich gemacht hätte. Das gilt ganz allgemein: echte HDR-Aufnahmen lassen sich nur von unbewegten Motiven anfertigen.
Zum Verrechnen der verschieden belichteten Aufnahmen kann man Adobe Photoshop ab der Version 10 oder spezielle HDR-Software wie Photomatix, HDRshop, easyHDR benutzen.
August 13, 2009


















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Hab ich alles schon in Berlin gelernt