Das Weiße Band
Michael Hanekes Film erzählt eine Geschichte aus einem norddeutschen Dorf kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges. Eine Geschichte von der Macht der Kirche und der Großgrundbesitzer, und von der Ohnmacht und Abhängikeit der kleinen Leute.
Es ist ein sehr sehr wertvoller Film, das hat die Jury in Cannes anerkannt. Und es ist ein sehr sehr schockierender Film. Der Umgang der Menschen im Dorf miteinander, auch und besonders der der Eltern mit ihren Kindern, ist geprägt von einer Eiseskälte, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Die Kinder rächen sich für das, was ihnen widerfährt, mit eben dieser brutalen Kaltblütigkeit, die ihnen täglich in ihrer “Erziehung” begegnet.
Der Filmkritiker Ulf Lepelmeier hat auf der Seite filmstarts.de eine wunderbare und sehr ausführliche Rezension zu “Das Weiße Band” geschrieben. In seinem Resümee heißt es:
Mit „Das weiße Band“ schuf Haneke ein in sich extrem stimmiges, rundes Werk, das wegen seiner besonderen Geschlossenheit wohl auch das zugänglichste im bisherigem Œuvre des Regisseurs ist. Aber natürlich verzichtet der österreichische Provokateur auch diesmal nicht auf das schon beinahe traditionell offen gehaltene Ende und verweigert jede eindeutige Erklärung, der Zuschauer wird konsequent auf sich selbst zurückgeworfen.
Der offizielle deutsche Beitrag für das Nominierungsrennen um den Auslands-Oscar 2010 ist ein beklemmendes, von latenter Spannung durchzogenes Drama der leisen Töne, das mit ungeheurer Präzision und einem hervorragendem Ensemble in bestechend-klarer Optik von einem Klima der unterdrückten Menschlichkeit erzählt. „Das weiße Band“ ist mit seiner verstörenden, perfekt ausbalancierten Inszenierung eines der Arthouse-Highlights des Jahres.
October 29, 2009



















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