In Inglourious Basterds gibt es eine Aschenputtel-Szene.
Der Dialog zwischen der Schauspielerin Bridget von Hammersmark (Diane Krüger) und dem SS-Offizier Hans Landa (Christoph Waltz) zeigt auf ‘s Neue die große Kunst des Quentin Tarantino, was das Inszenieren abgefahrener Zwiegespräche angeht. Allein diese Szene ist den Eintritt schon wert. Als der Schuh ins Spiel kommt und es still wird auf der Leinwand, ist es auch im vollbesetzen Kinosaal still. Kein Atemzug ist zu hören.
Der Schuh passt, und dann geschieht etwas vollkommen unerwartetes und zutiefst schockierendes. Die Szene ist der Schlüssel zum Showdown dieses Films, einem Showdown, in dem die Geschichte von Szene zu Szene immer wieder völlig absurde, für den Zuschauer überraschende Wendungen nimmt.
Der Wiener Schauspieler Christoph Waltz als der “Judenjäger” Hans Landa ist der große Star dieses Films. Unglaublich, wie er sich in jeder Szene, in der er auftritt, in Sekundenschnelle in den Vordergrund spielt. Er wurde für seine Rolle in Inglourious Basterds in Cannes mit der Goldenen Palme für den besten Darsteller ausgezeichnet, vollkommen zu Recht.
Über Brad Pitt brauche ich euch nichts zu erzählen, er ist schlicht genial und daran lässt er auch in hier in der Rolle des Lieutenant Aldo Rain, der jedem seiner Männer aufträgt, mindestens hundert Nazi-Skalps einzusammeln, keine Zweifel aufkommen.
Ganz ganz wundervoll und elegant auch Mélanie Laurent als die jüdische Kinobesitzerin Shosanna Dreyfus.
Til Schwaiger, der deutsche Darsteller, der bei sämtlichen Brigitteleserinnen schon bei der bloßen Erwähnung seines Vornamens nicht nur feuchte Augen verursacht, schafft in Inglourious Basterds noch nicht einmal das, was er sonst am besten kann: gut aussehen. Er spielt in einer Nebenrolle den tumben deutschen Feldwebel Hugo Stieglitz, der sich mit der Ermordung von einem Dutzend Nazigrößen für die Mitgliedschaft bei den Basterds qualifiziert hat. Vielen Dank dafür, lieber Quentin, dass Du uns zeigst, wo am deutschsprachigen Schauspielerhimmel die wirklichen Sterne leuchten.
Quentin Tarantino beweist sich mit Inglourious Basterds erneut als der ablolute Meister des von ihm selbst geschaffenen Genres des TrashMovies.
Als Cineast kommt man an diesem Film nicht vorbei, wenn man weiterhin mitreden will.
Kuckt ihn Euch an. Ihr werdet ne Menge Spaß haben.
August 21, 2009



















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