Philippe ist vom Hals ab querschnittsgelähmt. Er ist außerdem steinreich und wohnt in einer Pariser Villa voller Angestellter, die ihn versorgen.
Der junge Farbige Driss kommt gerade aus dem Knast, ist arm, ohne Arbeit und taucht in Philippes Villa auf, weil das Arbeitsamt ihn verpflichtet hat, sich auf die dort ausgeschriebene Stelle als Pfleger zu bewerben. Er will die Stelle nicht, womit er auch nicht hinterm Berg hält, er will nur einen Stempel für seinen Arbeitslosenpass, um weiter Stütze kassieren zu können.
Philippe findet jedoch Gefallen an der frischen, unverblümten Art des jungen Bewerbers und stellt ihn ein. Driss musste sich noch nie verantwortungsvoll um einen anderen Menschen kümmern und steht vor einer schwierigen Aufgabe. Seine Ahnungslosigkeit, was die Pflege angeht, gleicht er jedoch durch durch eine Frische und Unbekümmertheit aus, die eine neue Qualität in Philippes Dasein bringt.
Anne Facompre schreibt in Filmstarts.de:
„Ziemlich beste Freunde" überzeugt in erster Linie durch seine Darsteller. Jungstar Omar Sy („Micmacs") und François Cluzet („Kleine wahre Lügen") brillieren gleichermaßen in ihren Rollen, wobei letzterer ausschließlich mit seinem Mienenspiel und seiner Stimme ein überaus vielschichtiges Porträt zeichnet, ohne die Behinderung Philippes zu sehr zu betonen. Der erfahrene Darsteller profitiert zudem von der Frische und Unbekümmertheit seines jüngeren Partners, die dem Zusammenspiel eine besondere Dynamik verleihen: Driss nimmt kein Blatt vor den Mund und keine falsche Rücksicht auf seinen Chef im Rollstuhl, den er so aus der Reserve lockt. Die Beziehung der beiden prächtig harmonierenden Protagonisten ist eindeutig das Herzstück des gefühlvollen Films. Aber auch Nebenfiguren wie Philippes Hausangestellte Yvonne (Anne Ly) und Magalie (Audrey Fleurot) setzen positive Akzente.
Nakache und Loredana beschönigen nichts – und die Schauspieler folgen ihnen auf diesem Weg: Philippes Reichtum verschafft ihm zwar gewisse Annehmlichkeiten, aber die können die enormen Einschränkungen, die seine Lähmung mit sich bringt, nicht vergessen machen. Und hinter Driss‘ großer Klappe offenbart sich eine tiefe Unsicherheit, denn er kennt weder Geborgenheit, noch Sicherheit. Die Geschichte der ungleichen Freunde ist durchweg einfühlsam und glaubwürdig inszeniert, die vielfältigen Probleme der beiden Hauptfiguren werden unverblümt dargestellt und auch Unangenehmes wie die Tatsache, dass Philippe die Toilette nicht besuchen kann und hierzu auf Driss angewiesen ist, kehren die Filmemacher nicht unter den Tisch. Wenn Philippe von Driss schließlich zum Haschisch-Rauchen angeregt wird und ihm das dort hilft, wo die Schulmedizin versagt, und wenn der Jüngere durch den Älteren seine künstlerische Ader entdeckt, dann entfalten diese Wendungen zum Positiven gerade durch die großen Widerstände, die es zuvor zu überwinden galt, eine besonders intensive Wirkung.
“Ziemlich beste Freunde” ist tragisch und umwerfend komisch zugleich, dabei nie kitschig. Ein wunderbar herzerfrischender Film, der niemanden kalt lässt.
Absolute Empfehlung.