La Gomera 2012

15. februar 2012 kurze nacht, lange reise

Um sieben Uhr morgens startet unser Condor-Flug nach Teneriffa von Frankfurt aus. für die Nacht war starker Schneefall gemeldet. Wir hatten beschlossen, um 1:30 morgens schon los zu fahren, um jedes Wetterrisiko auszuschließen.
Unsere Rechnung ging auf, wir kamen nach gemütlichen, nerven- und spritsparenden 2 Stunden Fahrt in Griesheim auf dem Airparks-Parkplatz an. Airparks deshalb, weil das Parken dort gerade mal ein FünftelLos Christianos dessen kostet, was man im Parkhaus des Flughafens hinblättern muss. Natürlich gibt es einen Busshuttle zum Terminal 1 des Fra Airport.
Wir können direkt einchecken im Terminal, sind unsere Koffer los und frühstücken gutgelaunt, während wir auf unser Boarding warten.
Die reguläre Flugzeit beträgt 4 Sunden 50 Minuten nach Teneriffa, wir haben Glück mit dem Wind und sind nach 4 Stunden, um 10 Uhr nach kanarischer Zeit, schon an unserem Zwischenziel. Ein Bus bringt uns zum Hafen in Los Christianos, wo um 14 Uhr unsere Fähre nach San Sebastian auf der Insel La Gomera startet.
In der Wartezeit genehmigen wir uns ein zweites Frühstück auf einer Café-Terrasse am Hafen.
Die Fähre erweist sich als sehr geräumig.The Ferry Sie bringt uns in ca. 45 Minuten in den Hafen von San Sebastian de La Gomera, der Inselhauptstadt.
Wir finden einen Reiseleiter, der uns zu dem Bus führt, der uns auf die andere Seite der Insel ins Valle Gran Rey bringt. Es sind sehr kurvenreiche 49 Kilometer bis dorthin. Die Straße windet sich steil und serpentinenreich nach oben, wir gewinnen erste, ganz fantastische Ausblicke auf die Landschaft La Gomeras, die uns geradezu euphorisch stimmen…
Wir gelangen in den Nationalpark Garajonay, La Gomera 2012den Lorbeerwald, auch Nebelwald genannt. Es ist tatsächlich leicht neblig hier oben, der Wald wirkt wie verzaubert mit den vielen Flechten auf den Baumstämmen und den meterhohen Farnen auf dem Waldboden. Ich fühle mich beinahe wie in einer Szene aus dem Herrn der Ringe.
Den Berg, den man hoch fährt, muss man irgendwann auch wieder hinunter, die Straße ist eng und steil, wir versuchen nicht, an den Zustand der Bremsen des Busses zu denken…. einmal, in einer Rechtskurve, wirds dann zu eng, und ein silberner Toyota Yaris bleibt mit seinem linken Kotflügel am Bus hängen. Der Busfahrer bittet den Fahrer, einen deutschen Touristen, La Gomera - Hotel Gran Reyihm bis nach Valley Gran Rey zu folgen, um nicht auf unbestimmte Zeit die Straße zu blockieren.
Nach einer 16stündigen Reise sind wir schließlich am Ziel, dem Hotel Valle Gran Rey, und beziehen unser Zimmer. Müde sind wir, aber glücklich ob der zauberhaften landschaftlichen Eindrücke, die uns die kleine Insel während der einstündigen Busreise gewährt hat.

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Unser Strand und das Hotel Gran Rey, im Hintergrund das Valle Gran Rey.

16. februar 2012 ein tag im valle gran rey

Ausgeschlafen stehen wir gegen 9 Uhr morgens auf. Das Frühstück im Hotel Valle Gran Rey nimmt man auf dem Dach des Gebäudes ein. Dort werden wir von strahlendem La Gomera - Vuetas (2) Sonnenschein empfangen. Und natürlich von einem Frühstücksbufett, das es an nichts fehlen lässt. Wir lassen es uns gut gehen und beschließen, uns, nachdem wir unseren Wagen bei der Autovermietung, die übrigens ihr Büro genau neben dem Hotel hat, erstmal in unserer nagelneuen, wenn auch temporären Heimat, ein bisschen umzusehen.
Das Hotel liegt in dem Ortsteil La Puntilla. Es ist ein kleiner Ort, im direkten Nachbarort Vueltas gibt einen Hafen, mehrere Läden, die sich zwar Supermarkt nennen, aber eher an Tante-Emma-Läden erinnern, La Gomera - Vueltas (3)Bars und Restaurants. Wir wandern der Hauptstraße nach und landen schließlich in dem kleinen Hafen. Eine wunderbar entspannte Atmosphäre umgibt uns in dem Ort und erst recht am Hafen, über allem liegt eine sagenhafte Ruhe und Gelassenheit. Wir genießen eine Zeitlang den Blick auf die in der Sonne schaukelnden Boote und die hohe Felswand dahinter.
Als wir durch den Ort schlendern, fallen die vielen exotischen, in allen Farben blühenden Pflanzen wohltuend ins Auge, die die Straßen und Häuser schmücken – es traumhaft schön. In einem Supermarkt versorgen wir uns mit Wasser, das wir ins Hotel bringen.
Von dort brechen wir auf La Gomera 2012 nach La Playa, einem noch beschaulicheren Ort als Vueltas am anderen Ende der Straße. Unser Weg führt uns an dem schwarzsandigen Strand des Tals vorbei. Wir bewundern die Steinmännchen, die manchmal richtige, wenn auch sehr vergängliche, Kunstwerke darstellen. Die Landschaft ist eine Wucht, links das Meer und der Strand, rechts das Tal mit seinen Bananenplantagen und Palmen, eingerahmt von achthundert Meter hohen, senkrecht aufragenden Felswänden. Auch hier: absolut vollkommene Abwesenheit von Hektik, nichts stört den Frieden dieses Ortes.
Wir wandern durch La Playa, dann noch ein Stück weiter bis zur Playa des Inglès, einem abgelegenen Strand am Ende des Tales, der gern ob seiner Abgeschiedenheit von nackt badenden Menschen besucht wird.
Der Strand ist wild und schön und wenig besucht, La Gomera - La Playa wir nehmen uns vor, sollten wir einen Tag am Strand verbringen wollen, das hier zu tun.
Wieder zurück in La Playa, bummeln wir an den wenigen Läden vorbei, die es hier gibt, unter anderem eine deutsche Bäckerei. Die deutsche Sprache ist allgegenwärtig im Valle Gran Rey. In vielen Geschäften, auf der Straße, auf der Terrasse mit ihren Bars, überall wird ganz selbstverständlich deutsch gesprochen – ohne, dass es auch nur im geringsten peinlich oder aufdringlich wirkt.Valle Gran Rey - Steinmännchen Das liegt vielleicht daran, dass es keine Schilder auf der Straße gibt, auf denen deutsche Speisen oder sonstige Dinge angepriesen werden, wie man es aus vielen anderen Touristenzentren kennt, die von vielen deutschen Besuchern frequentiert werden.
Wir setzen uns auf die Terrasse einer der Bars auf der Uferpromenade und beobachten das bunte Treiben an Strand und in den Bars. Vieles erinnert an die Blumenkinderzeit vor 40 Jahren, lange Haare, Kleidung, Kleinkunst. Auch in vielen Läden werden Kleidung und und andere Dinge feilgeboten, die hippieesk wirken.
Nachmittags La Gomera - Valle Gran Rey unternehmen wir eine Tour mit dem Mietwagen zum Mirador de César Manrique, einer Aussichtsanlage, von der aus man das gesamte Valle Gran Rey überschauen kann. Der Ausblick ist eine Wucht, das Valle sieht aus wie ein Amphitheater von hier oben, durch die Anlage der Terassenfelder. Der Mirador selber ist ein im typischen Manrique-Stil erbaut, wie ich es aus der Heimat des Künstlers, Lanzarote, kenne.
Wir fahren noch ein Stück weiter der Straße nach, bis nach Arure. Dort besuchen wir einen weiteren Aussichtspunkt,La Gomera - El Guro den Mirador Ermita del Santo. Auch hier bekommen wir sagenhafte Ausblicke über die Canyonlandschaft der Insel geboten. Wir sind die einzigen Gäste hier, nichts und niemand stört die geniale Stille, die über allem schwebt.
Wir sind tief beeindruckt von dem, was wir an diesem ersten Tag erleben und sehen konnten. La Gomera ist ein Traum, da sind wir uns einig.

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Die Ortschaft La Calera im unteren Valle Gran Rey, im Licht des Nachmittags.

17. februar 2012 durch den bosque del cedro nach hermigua

Nach ausgiebigem frühstücken auf der Dachterrasse des Valle Gran Rey Hotels – es muss nun, am 3. Tag unsere Reise einfach mal erwähnt werden:La Gomera - Parque Nacional de Garajonay (3) unser Hotel ist eine Sensation, das Frühstück, das unschlagbar vielfältige Abendbuffet, nicht dem Geschmack der mehrzählig deutschen Gäste angepasst, sondern mit landestypischen Gerichten bestückt, das freundliche, immer hilfsbereite Personal – machen wir uns gegen 10 Uhr morgens bei strahlend schönem Wetter auf zum Alto de Contadero, einem 1350 m hoch gelegenen Parkplatz im Parque National de Garajonay. Von hier aus treten wir eine in unserem Wanderführer als “die Paradetour der Insel” beschriebene Wanderung an, La Gomera - Parque Nacional de Garajonay (2)die uns laut dem erwähnten Führer in drei Stunden 20 Minuten Gehzeit nach Hermigua bringen wird, an eine weitere Bushaltestelle dort als Ziel, die 250 m hoch liegt.
Wir brauchten 5 Stunden, ohne nennenswerte Pausen eingelegt zu haben…. wie wir dann in in Hermigua erfahren, ist das der normale Zeitaufwand für die Wanderung, fast zweifelten wir schon an uns und unserer Kondition – doch davon später.
Nur 6,5° Celsius zeigt das Autothermometer auf der Höhe an, ohne gefütterte Jacke ist an ein Loswandern nicht zu denken. Der schmale Pfad führt zunächst durch den Bosque del Cedro, den Lorbeerwald.La Gomera - Parque Nacional de Garajonay Bemooste Bäume, von denen lange Flechten herabhängen, riesige Farne, die den Boden begrünen, dazu die Nebelschwaden, die durch die Baumspitzen ziehen – fehlt nur, dass Elfen, von einer weißen Aura umgeben, über den Weg schweben. Die Stille ist unglaublich. Außer unseren Schritten auf dem Waldboden (sehr leise) und herabfallenden Wassertropfen (sehr laut) ist nichts zu hören. Wir wandern fast eine Stunde fasziniert über unseren gut markierten Pfad, als , langsam lauter werdend, das Rauschen des Cedro-Baches die Stille beendet.
In dem Dorf El Cedro angekommen, verlassen wir den Lorbeerwald und wandern über einen Pflasterweg weiter bergab.La Gomera Wir passieren die Kapelle Ermita de Nuestra senora des Lourdes, die 900 m hoch liegt. Bald darauf öffnet sich der Blick hinunter auf Hermigua und die beiden Zwillingsfelsen, die das Tal beherrschen. Allein dieser Blick ins Tal und die Berge die es umgeben, entschädigt für alle Wanderstrapazen. Er ist atemberaubend. Wir verweilen eine Zeitlang schweigend und genießen das Licht- und Schattenspiel, mit dem die schnell am Himmel dahinziehenden Wolken dem Tal einen zauberhaften Anstrich geben.
Der Pflasterweg wird immer steiler, in engen Kehren windet er sich den Berg hinab. Bald kommt der Wasserfall Salto de Aqua in Sicht. Am Aussichtspunkt zum Wasserfall treffen wir zum ersten MalHermigua II andere Wanderer, sie sitzen still, wie in Meditation versunken, auf einem Felsvorsprung, den Blick zum Wasserfall gerichtet.
Der Weg wird geht nun an immer steiler und anstrengender bergab, entschädigt aber immer wieder durch sagenhafte Ausblicke ins Tal mit seinen Gartenterrassen, den unzähligen Palmen und den imposanten Zwillingsfelsen.
Endlich, ziemlich erschöpft, in Hermigua angekommen, lässt uns unser Rother Wanderführer leider ziemlich im Regen stehen: eine Beschreibung der Busverbindung,La Gomera - Roques de San Pedro die uns zurück an unsern Wagen bringen soll, fehlt. Ich frage einen Mann, der die Straße entlankommt, nach einer Bushaltestelle in der Nähe, er fragt mich, wo wir denn hinmöchten und erklärt uns dann, dass es mit dem Bus sehr kompliziert sei, von Hermigua aus zum Alto de Contadero zu gelangen. Er erzählt weiter, dass er die Strecke letzten Sonntag selbst gelaufen sei, in 5 Stunden (sic!), und dann mit einer taxe für 25 Euro zurück gefahren sei. Ich bitte ihn, doch für uns ein Taxi zu rufen, und reiche ihm mein Telefon. Er erfüllt meine Bitte lachend und bestellt in spanischer Sprache einen Wagen für uns. Dankbar verabschieden wir uns.
Der Taxifahrer ist eine Dreiviertelstunde mit uns unterwegs zu unserem Ziel – für 25 Euro eine preiswerte Fahrt.

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Im Lorbeerwald

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Der Wasserfall “Alto de Agua”

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Hermigua

19. februar 2012 sonnenaufgang am hafen, ausflug in den norden

Vor Sonnenaufgang sind wir auf den Beinen und laufen zum Hafen nach Vueltas, begleitet von frischer Sonntagsmorgenstille. Wir genießen es, im Morgengrauen unterwegs zu sein, dem nagelneuen Tag beim Erwachen zuzusehen. Das Licht des Morgens ist warm,Valle Gran Rey - Early ich liebe es, in diesem Licht zu fotografieren, ich mag die warmen Farben und die weichen Kontraste. Wenn es mir gelingt, den Frieden und die Stille, diese geniale Stimmung, die nur der frühe Morgen zu bieten hat, in einer Fotografie festzuhalten, dann hat sich das frühe Aufstehen mehr als gelohnt.
Nach dem Fühstück im Gran Rey Hotel fahren wir mit dem Mietwagen in Richtung Norden. Wir wollen die Städte Vallehermoso und Agulo besuchen. Strahlender Sonnenschein begleitet unsere Fahrt das Valle Gran Rey hinauf. La Gomera - Vueltas (4)Zum wiederholten Male erfreuen wir uns am Anblick der Berge, der Palmen, der terrassenförmig angelegten Felder an den Berghängen, den Farben…. das Tal ist eine landschaftliche Sensation.
Wir passieren Arure und Epina, bald erscheint die Stadt Vallehermoso am Horizont. Von der Straße aus hat man an vielen Stellen herrliche Ausblicke auf auf das Tal, das die Stadt beherbergt. Freundlicherweise hat man an aussichtsreichen Stellen Ausbuchtungen zum Anhalten geschaffen, die meist mit einem Verkehrsschild mit einem Fotosymbol gekennzeichnet sind. Die allermeisten sind lohnend zu Anhalten.La Gomera - Valle Hermoso Das Tal wird überragt von dem imposanten Roque Cano, der mit der eher beschaulich daliegenden Stadt im Vordergrund ein tolles Fotomotiv darstellt.
Vallehermoso hat 3200 Einwohner und ist damit die zweitgrößte Stadt auf La Gomera. Wir halten an der Plaza de la Inmaculada, um uns die Pfarrkirche Iglesia San Juan Bautista anzusehen, die den Platz beherrscht. Sie ist im Stil des Eklektizismus, erbaut. Der Eklektizismus kombiniert scheinbar wahllos verschiedene Stilelemente, romanische Rundbögen, das gotische Maßwerk und so weiter. Die Kirche gefällt uns, auf eine Besichtigung des Inneren müssen Vallehermoso - Iglesia San Juan Bautista wir leider verzichten, weil gerade eine Messe stattfindet.
Weiter fahren wir über Tamargada und Las Rosas nach Agulo. Jedem, der diese Tour machen will, möchte ich hier empfehlen, genügend Zeit mitzunehmen, denn die Straße verführt mit ihren landschaftlich großartigen Ausblicken immer wieder zum Anhalten. Wir haben Glück, was das Wetter angeht. Der Norden La Gomeras gilt als sehr regenreich, und dank des reichlich vorhandenen Wassers wird der Boden intensiv landwirtschaftlich genutzt.
Agulo erweist sich als der mit Abstand schönste Ort unserer heutigen Tour. Es liegt wie gemalt in einem von fast senkrecht aufragenden Felswänden gebildeten Kessel, der sich zum Meer hin öffnet. Wir lassen uns durch die schön gepflasterten Gassen treiben und uns von dem besonderen FlairLa Gomera - Agulo des Ortes verzaubern. Agulo gilt nicht umsonst als der schönste Ort La Gomeras. Sehr angenehm fällt die Freundlichkeit der Bewohner auf, alle Menschen, denen wir begegnen, grüßen freundlich lächelnd – was uns unseren Spaziergang noch schöner erscheinen lässt.
Den Höhepunkt der Wanderung durch das Dorf bildet die Iglesia San Marcos Evangelista. Dieses Gotteshaus allein ist die Fahrt nach Agulo schon wert – mit ihren weißen Kuppeln erinnert sie stark an eine Moschee. Die Kirche wird im Volksmund “La Mezquita” genannt, weil sie aussieht, als hätte man sie direkt aus Arabien hierher importiert.
Als letztes Ziel unserer heutigen RundfahrtLa Gomera - Church of Agulo haben wir uns den Mirador de Abrante ausgesucht, der einer der schönsten Aussichtspunkte der Insel sein soll. Um unserem immer noch vorhandenen Muskelkater nicht neue Nahrung zu bieten, wollen wir versuchen, den Mirador per Auto zu erreichen, aber leider ist die Stichstraße dorthin wegen eines Umbaus gesperrt. Immerhin kann man vom Abzweig aus übers Meer die Küste von Teneriffa mit dem 3718 Meter hohen Pico de Teide im Hintergrund erkennen, der der höchste Berg auf Spaniens Staatsgebiet ist.
Vom Juego des BolasLa Gomera - The Ferry aus folgen wir einer schmalen, aber wundervollen Straße durch den Lorbeerwald bis zum Mirador del Vallehermoso, der, wie der Name schon sagt, einen wundervollen Blick auf das schöne Tal (valle hermoso) gewährt.
Damit haben wir für heute Eindrücke genug gewonnen, wir sehnen uns nach unserem Valle Gran Rey und treten den Heimweg an.

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Vallehermoso, vom Mirador del Vallehermoso aus betrachtet, rechts im Bild der Roque Cano

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Blick auf die Küste, von der Straße nach Agulo aus

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Agulo



20. februar 2012 nebel in den bergen, kaffeetrinken im tal

Wir verlassen das Tal des Großen Königs auf der uns mittleerweile bestens bekannten Straße. In Arure biegen wir rechts ab Richtung Las Hayas, das wir passieren, um abermals nach rechts Richtung Chipude zu fahren.La Gomera - La Fortalezza Von Chipude aus verspreche ich mir einen schönen Blick auf die 1241 Meter hohe Fortalezza die Chipude, ein nur schwer zugänglicher Tafelberg, der früher während der Eroberung der Insel durch die Spanier den Ureinwohnern als Zuflucht diente.
Dicke Wolken breiten sich am Himmel aus, die nichts Gutes verheißen. Tags darauf erzählte uns eine Frau im Valle, sie sei einmal auf dem Rücken der Fortalezza von schlechtem Wetter überrascht worden. Die Sicht dort oben sei gleich null gewesen, an ein Heruntersteigen nicht zu denkenLa Gomera 2012 - Ermita San Francisco – die Wanderer mussten verharren und auf ein Auflockern des Nebels warten.
Wir verzichten auf einen Aufstieg und fahren weiter zum Mirador de Igualero. Die Wolkendecke ist für eine kurze Zeit aufgerissen, ich kann ein paar Bilder von der Ermita San Francisco schießen, die hier steht, und natürlich von der Fortalezza, die sich hier von der anderen Seite in einer völlig anderen Perspektive als von Chipude aus darbietet. Es ist sieben Grad kalt, Ulrike zieht es vor, im Wagen zu warten, bis ich meine Fotos gemacht hab…. ich hatte wirklich Fotoglück, es dauert keine 10 Minuten, und sowohl die Ermita als auch die Fortalezza sind im dichten Nebel nicht mehr zu sehen.
Das kalte Wetter Valle Gran Rey - Late Afternoontreibt uns zurück ins Valle, wo uns wie gewohnt strahlender Sonnenschein und Wärme empfangen.
Wir verbummeln den Rest des Tages am Strand und mit einem Spaziergang durch den Ortsteil Borbalán, wo wir auf der Terrasse eines Cafés einen Nachmittagskaffee genießen.
Wie schnell man sich doch in Valle Gran Rey zu Hause fühlt.

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Fortalezza di Chipude, vom Mirador de Igualero aus aufgenmen

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Seitlicher Eingang zur Ermita San Francisco

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Später Nachmittag im Valle Gran Rey



21. februar 2012 tropische früchte, schwarzer sand, woody allen

Unser Ziel heute Morgen ist der Barranco de Argada. In der Schlucht haben Rosita und Gerd Schrader 1985 damit begonnen, Terrassen für einen Obst- und Gemüsegarten anzulegen. Inzwischen ist daraus der vielfältigste Fruchtgarten Europas geworden, es werden mehr als 160 tropische und subtropische Fruchtbäume in Argaga angebaut: von der Avocado über die Cherimoya die Guave bis zur japanischen Wollmispel wächst hier alles -garantiert “bio”.
Der Garten La Gomera 2012 - Vueltas (2)ist leicht zu Fuß zu erreichen, wir gehen Richtung Vueltas, dort passieren wir die Playa und laufen an der Felswand vorbei weiter, bis zu einem kleinen Parkplatz, dort wird mit Schildern auf den Weg zum Fruchtgarten hingewiesen, es sind noch etwa 300 Meter von hier aus.
Der Garten kann im Rahmen einer neunzigminütigen Führung besichtigt werden. Führungen finden nur dienstags und freitags zwischen 10 und 17 Uhr statt, man kann sich jederzeit einer laufenden Führung anschließen. Wir kommen kurz nach 10 Uhr an und sind bei der ersten des Tages dabei. Für 10 Euro Beitrag werden wir total gut informiert, und das nicht nur in Worten: wir dürfen eine Menge frische Früchte schmecken, viele davon kannten wir bis dato noch nicht mal vom Namen her.Valle Gran Rey - Vueltas Wir probieren Maracuja, Tamarillo, Tamarinde (süß und sauer), Maulbeere, Black Sapote, Macadamia Nuss, Jamaica Jerry, Apfelbanane, Johannisbrot, Guave und Jaboticaba.
Zurück in Vueltas, lassen wir uns ein wenig durch die Gassen treiben. Wir sehen, dass im Hafen eine recht große Bühne aufgestellt wir, und überlegen, zu welchen Zweck wohl. Eine Deutsche, die wir treffen, erzählt uns, dass es von Donnerstag an mehrere Fastnachtsveranstaltungen im Valle geben wird, unter anderem ein Umzug am Freitagnachmittag, der in La Calera starten, dann am Strand vorbei durch La Playa und La Puntilla bis zum Hafen in Vueltas gehen wird.
Heute ist der wärmste Tag, seit wir hier sind. Den Nachmittag verbringen wir am Strand.La Gomera - Valle Gran Rey (7) Der Sand ist feinkörnig und schwarz, das Meer noch sehr kalt. Nach unserem Abendessen, das ich hier mal ausdrücklich loben will, es lässt in der Tat keine Wünsche offen – vor allem ist es nicht dem mitteleuropäischen Geschmack angepasst, sondern bietet überwiegend kanarische Köstlichkeiten – und die Kellnerinnen und Kellner sind allesamt sehr aufmerksam und haben immer ein Lächeln parat, also, nach unserem Abendessen gehen wir nach Borbalán, dort gibt es einen Veranstaltungsort, das Tanzstudio Mariposa. Dort wird heute Abend ein sehenswerter Film von Woody Allen gezeigt, “Vicky Christina Barcelona”. Der Eintritt kostet moderate 4 Euro, das Studio ist für die Filmvorführung liebevoll eingerichtet: man kann es sich entweder auf Stühlen bequem machen oder sich auf mit Tüchern bezogenen Matratzen in die Horizontale begeben, um den Film zu sehen. Der Film läuft natürlich in deutscher Sprache, ganz klar.
Auf dem Rückweg zum Hotel genießen wir noch einmal das wunderbare Flair unseres FerienortesLa Gomera - Hotel Gran Rey (3) und den Sternenhimmel über uns. An dem kleinen Strand in Vueltas, der auch “Babystrand” genannt wird, können wir einer Gruppe von Leuten beim Trommeln und Jonglieren von Fackeln zusehen, und aus vielen Lokalen tönt Livemusik nach draußen.
So geht ein wundervoller Tag auf wundervolle Weise zu Ende.


22. februar 2012 unterwegs im trockenen süden

Nach unserem Frühstück fahren wir über Arure, El Cerado, Chipude Von Alajeró zur Playa La Cantera (3)und Imada nach Alajeró. In Alajeró folgen wir der Straße in Richtung auf die Ermita San Isidor, die auf dem 808 m hohen Berg Calvario thront und nicht zu übersehen ist. Kurz nachdem wir das (geschlossene) Hotel El Paso passiert haben, biegen wir nach recht auf eine schmale Straße ab, der wir noch etwa 3,7 km weit folgen, bis eine große Wandertafel rechts sichtbar wird. Dort zweigt der Wanderweg nach der Playa La Cantera ab.
Wir parken etwa 50 m oberhalb der Tafel auf einem kleinen Parkplatz und wandern los.
Der Weg ist gut markiert. Die Wanderung Von Alajeró zur Playa La Cantera (5) ist weder schwierig noch anstrengend, sie macht durch ihre landschafliche Schönheit viel Freude. Nach vorne hat man tolle Sicht auf die Schlucht, an deren Ende die Playa La Cantera sichtbar wird, im Rücken blickt man auf die imposante Fortalezza.
Wieder stellen wir fest, dass es unser Rother Wanderführer mit den Zeitangaben nicht so genau nimmt, wir brauchen 1 ganze Stunde mehr für die Wanderung als im Wanderführer angegeben, obwohl wir sehr wenige Pausen einlegen. Die Wanderung können wir uneingeschränkt weiter empfehlen, sie ist recht gemütlich zu bewältigen und landschaftlich schön.La Gomera 2012
Wieder zurück auf dem Parkplatz, folgen wir der Straße Richtung Süden nach Playa de Santiago. Im Ort finden wir einen Parkplatz und spazieren durch den Ort. Dabei stellen wir fest, dass wir mit dem Valle Gran Rey als Ferienort eine gute Wahl getroffen haben, Playa de Santiago besitzt nicht einen Bruchteil der Ausstrahlung und des Flairs, das die Schönheit des Valles ausmacht.
Wir verlassen den in einer engen Schlucht zwischen hohen Felsmauern eingekeilten Ort Richtung San Sebastian de La Gomera.
Auf La Gomera fährt man, durch die gebirgige Landschaft bedingt, immer entweder steil bergauf oder bergab, wenn man einen Ort verlässt.Von Alajeró zur Playa La Cantera (6) Man ist immer auf Serpentinen unterwegs. Überholen ist so gut wie unmöglich, wegen der geringen Verkehrsdichte auch nicht vonnöten. Während unseres gesamten Unterwegsseins habe ich keine einzige Verkehrsampel gesehen. Autobahnen gibt es genauso wenig wie eine Eisenbahn.
Den vierten Gang unseres gemieteten Seat Ibiza lege ich so selten ein, dass ich ihn getrost hätte zu Hause lassen können, ohne irgendetwas zu vermissen. Wir erreichen die Kreuzung am Mirador de La Laja und biegen nach links ab. Ich halte am Mirador des los Roques in der Absicht, den gewaltigen Roque de Agando zu fotografieren, was allerdings durch die dichte Bewölkung, die den Felsen einhüllt, vereitelt wird. Ich übe mich in Geduld und verharre eine Zeitlang hinter meinem Stativ, hoffend, dass der Nebel sich für einen Moment verzieht, doch er wird immer dichter, und ich gebe auf für heute.
Gegen 17:30 Uhr erreichen wir das Valle Gran Rey, wieder um viele zauberhafte Eindrücke reicher.

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Playa de Santiago

23. februar 2012 entspanntes spazieren im tal des grossen koenigs

Wir wollen unsere Kenntnisse vom Valle Gran Rey vertiefen. Den Ort La Calera kennen wir noch gar nicht, also spazieren wir nach einem gemütlichen Frühstück los,Valle Gran Rey - Finca queren La Playa und laufen an Bananenplantagen vorbei talaufwärts, die Fincas bewundernd, die sich auf beiden Seiten der Straße malerisch in die Landschaft einfügen, meist von hohen Palmen umgeben. 200 000 kanarische Palmen gibt es auf La Gomera, so viel wie auf keiner anderen Insel der Kanaren.
Am Ortseingang vo La Calera verweilen wir in einer Kirche, die uns durch ihre gelungene Architektur und Einrichtung anspricht.
Es macht Spaß, durch den Ort zu flanieren, zumal er durch die steile Lage an der Bergflanke immer wieder andere Ausblicke auf die Küste des Tals bietet. Valle Gran Rey - La Playa View
Wir setzen uns auf einen Kaffee in einem Restaurant mit schöner Aussichtsterrasse. Dabei entdecken wir, dass hier auch Kinofilme gezeigt werden, genau wie im Mariposa Tanzstudio. Bei unserem nächsten Besuch auf der Insel werden wir uns das ansehen….

Zurück in La Playa, lernen wir wir bei einem Bummel durch die Läden Sandra kennen, eine Deutsche, die seit 10 Jahren im Valle lebt. Wir plaudern ein wenig, dabei kommen wir zu dem Thema Whale Watching. Sie legt es uns ans Herz, so eine Tour zu unternehmen, sie sagt, das sei das Größte überhaupt. Wir beschließen spontan, einen der drei Tage, die uns noch bleiben, zum Whale Watching La Calera zu nutzen, und erinnern uns an einen Laden in Vueltas, in dem man uns eine Tour mit einem kleinen Boot mit wenigen Leuten angeboten hat.
Auf dem Weg nach Vueltas betreten wir einen anderen Laden, der, wie sich herausstellt, auch von einer Deutschen, Inez, geführt wird. Der Laden bietet Kunstgegenstände feil, ausgefallene Kleidungstücke, Bilder und Musik. Auch ein Regal mit deutschsprachigen Büchern, die man sich völlig umsonst ausleihen kann, gibt es. Die Inhaberin, sie lebt seit 11 Jahren im Valle Gran Rey, erzählt uns viel über das Leben auf der Insel, besonders über die Kunstszene, größtenteils deutsch, die im Valle sehr rege ist. Es kommt uns wie ein Wunder vor: in jedem Laden, den wir im Tal betreten, werden wir in deutscher Sprache begrüßt – aber nie, nie versucht man, uns irgendetwas aufzuschwatzen. Im Gegenteil, gerade haben wir uns zwei CDs gekauft mit der Option, sie einfach wieder zurück zu bringen, sollte uns die Musik nicht gefallen. Nichts nervt, nichts wirkt peinlich, ganz im Gegenteil, man geht auf eine sehr entspannte Weise miteinander um. La Calera (2)
In Vueltas angekommen, kaufen wir in einem Laden, der Schmuck und Kunstgegenstände feilbietet, ein paar Mitbringsel für die Daheimgebliebenen und nehmen noch ne Flasche Wein mit für den Abend – nicht, ohne bei der Weinauswahl fachlich kompetent beraten zu werden – wir dürfen so viele verschiedene Weiß- und Rotweine probieren, dass wir leicht beschwipst den Laden wieder verlassen…
Unser eigentliches Ziel in Vueltas, das Geschäft zum buchen des Whale Watching, finden wir gleich um die Ecke. Wir haben Glück, am morgigen Tag findet eine Tour statt, für die nur 6 Personen angemeldet sind. Wir buchen die Tour, für 42 Euro pro Person gibt es eine vierstündige Exkursion mit einem kleinen Boot, dass für höchstens 10 Leute Platz bietet, mit deutscher Begleitung durch einen Meeresbiologen und ein landestypisches Mittagessen inkl. Getränke. La Calera - Red Stairs

Heute beginnt der Karneval im Valle Gran Rey. Nach unserem Abendessen laufen wir zum Hafen in Vueltas, dort hat man bereits Anfang der Woche damit begonnen, eine Bühne für die Karnevalsfeiern aufzubauen. Heute Abend werden Männer, die sich als Frauen verkleidet haben, den Abend mit Ihren Auftritten gestalten. Das Ganze findet als Wettbewerb statt, die beste Darbietung wird mit einem Preis belohnt.
Wir amüsieren uns köstlich, obwohl wir viele sprachintensive Gags nicht verstehen können. Die Veranstaltung ist sehr gut besucht, alles was Beine hat im Valle, ist heute Abend hier.
Wir bleiben bis fast 23 Uhr im Hafen.
Was für ein wundervoller Ort, unser Valle Gran Rey.

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Blick über den Strand auf die kleine aber feine Promenade von La Playa

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Nur für Herren: Barbershop in La Calera

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Sonnenuntergang in La Puntilla

Den 2. Teil des Reiseberichtes La Gomera finden Sie hier.