La Gomera 2012

24. februar 2012 morgens wale, abends karneval

Um 9:30 Uhr finden wir uns im Hafen von Vueltas ein. Wir finden das Boot von Excursiones Amazonia. Mit 10 Leuten an Bord laufen wir aus. Dabei Kapitän Juan, der 20 Jahre lang als Fischer in dLa Gomera 2012er See vor La Gomera unterwegs war, und der erfahrene Delfin- und Walexperte Bernd Brederlau, ein Deutscher, der seit 18 Jahren auf den Kanaren lebt und sich als Forscher mit Meeressäugern beschäftigt. Er erklärt uns einleitend, dass es keine Garantie dafür gibt, dass wir wirklich Tiere sehen werden. Ein bisschen Glück gehöre immer dazu, und natürlich die Bereitschaft der Tiere, sich zu zeigen.
Wir fahren etwa 3 – 4 Meilen aufs offene Meer hinaus, und es dauert nicht lange, bis wir eine MeereschildkröteHere I Am! zu Gesicht bekommen. Bernd kann an der Größe des Tieres ihr Alter schätzen.
Wir finden noch eine zweite, jüngere Schildkröte, un die herum Rücken drei Möwen schwimmen. Man kann erkennen, dass sich am Schwanz des Tieres Muscheln festgesetzt haben, die von den Möwen abgefressen werden. Bald darauf sehen wir den ersten Pilotwal. Bernd kann an der Größe der Schwanzflosse erkennen, ob es sich um ein Männchen oder ein Weibchen handelt. Wir sichten immer mehr Pilotwale, sie schwimmen in geringem Abstand mit dem Boot mit – ein tolles Erlebnis.La Gomera 2012 Sie strahlen eine große Gelassenheit aus in ihrer Begleitung, das ist mein Eindruck, und das ist auch das Wort, mit dem Bernd die heutige Laune der Tiere beschreibt. Bald gesellen sich auch Delphine zum Boot. Sie schwimmen direkt vor dem Bug des Bootes mit, wir haben Augenkontakt mit den Tieren. Sie schwimmen so verspielt mit uns mit, dass es den Eindruck erweckt, sie wollten uns eine Freude machen, es fasziniert uns total, dem Treiben zuzusehen.Dancing Dolphins
Inzwischen sind noch 2 andere Whale Watching Boote anwesend, und Bernd erklärt, dass wir langsam abdrehen werden, um die Tiere nicht zu viel zu nerven. Bald darauf steuern wir dann die Playa de Iguala an. Dort angekommen, lässt Bernd den Anker des Bootes hinab, und Juan bringt für jeden von uns Paella, Brot und Getränke nach Wunsch. Die Stimmung auf dem Boot ist prächtig, unser Whale Watching war ein voller Erfolg, wir essen mit Genuss. Bernd gibt uns noch detaillierte Infos über da Leben der Tiere, er erzählt, dass auch schon große Wale vor der Küste La Gomeras gesichtet wurden, unter anderem ein Blauwal. La Gomera - Coast Line
Juan sammelt nach dem essen, das vorzüglich geschmeckt hat, das Geschirr wieder ein, lichtet den Anker, und langsam fahren wir in Küstennähe zum Hafen zurück.
Die Tour hat sehr viel Freude gemacht, wir können sie uneingeschränkt weiter empfehlen.

Abends sehen wir uns den Faschingsumzug an. Er startet vor dem RathausLa Gomera 2012 in La Calera, biegt am Casa Maria in La Playa nach links Richtung La Puntilla/Vueltas ab, kommt also direkt an unserem Hotel vorbei. Groß ist er nicht, der Umzug, aber alle Beteiligten haben sich mit ihren Kostümen und Bemalung unverkennbar viel Mühe gegeben, es macht Spaß, ihnen zuzusehen. Wir haben noch nie einen Faschingsumzug bei so warmen Temperaturen sehen können, eine ganz neue Sichtweise. Der Umzug endet im Hafen von Vueltas, wo anschließend noch zum Tanz aufgespielt wird. Das schaffen wir heute nicht mehr, wir lassen diesen Tag voller wunderbarer Erlebnisse nach dem Abendessen im Hotelzimmer ausklingen.

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25. februar 2012 spannend-entspannende wanderung von arure nach la calera abschied

Beim Frühstück im Hotel erzählen wir einer deutschen Mitreisenden,La Gomera 2012 dass wir vorhaben, von Arure aus über die Hochebene zurück ins Tal zu wandern. Bis nach Arure sind es mit dem Wagen 12,5 Kilometer, der Höhenunterschied beträgt 825 Meter. Wir haben uns dafür entschieden, bergab zu wandern, erstens, weil es ungleich leichter ist als bergauf, und zweitens, weil es unten im Tal einen Taxistand gibt. Wir müssen ja wieder zurück zu unserem Wagen, den wir in Arure abstellen werden.
Die nette Dame erklärt sich spontan dazu bereit, uns mit ihrem Wagen bis nach Arure mitzunehmen, sie müsse sowieso nach San Sebastian de La Gomera, da liegt Arure auf dem Weg, erklärt sie. La Gomera 2012
Um 9 Uhr fahren wir los, und steigen an der Ermita del Santo, dem Einstieg in den Wanderweg, aus. Der Weg ist leicht zu finden, weil gut ausgeschildert. Er steigt zunächst leicht an, ist aber sehr angenehm zu laufen. Gleich zu Anfang werden wir mit tollen Ausblicken auf den Barranco de Taguluche belohnt. Bald passieren wir eine Ziegenfarm, an der wir eine kleine Rast einlegen, auch, um den schönen Blick auf Arure und das obere Valley zu genießen, den man von hier aus hat. Dabei bekommen wir Besuch von einer Gruppe Hühnervieh, es sind 6 Hähne und ein einziges Huhn,Von Arure nach La Calera (5) die sich zu uns gesellen, als seien wir alte Bekannte für sie.
Beim Weiterwandern gehen wir an La Merica vorbei, mit 855 Metern Höhe der höchste Punkt unserer Tour. Die Hochebene ist sehr schön, wir haben allerbestes Wetter und immer wieder tolle Ausblicke: eine Wanderung, die wir auf jeden Fall empfehlen können. An zwei verlassenen Bauernhäusern kommen wir vorbei, die terrassenförmig angelegten Ackerflächen sind noch gut zu erkennen, aber niemand bewirtschaftet sie heute noch. Immer mehr Wanderer kommen uns entgegen, Von Arure nach La Calera (3)sie haben einen steilen 800-Meter-Aufstieg hinter sich, die meisten von ihnen sehen sehr erschöpft aus. Wir sind bisher nicht ins Schwitzen gekommen und froh über unsere Entscheidung, bergabwärts zu gehen. Am Ende der Hochebene beginnt der Abstieg für uns, und unser Spaziergang wird zum anspruchsvollen Weg. Der geröllige Abstieg windet sich in engen Serpentinen steil hinab, hohe Stufen sind zu bewältigen.
Rechts von uns sehen wir in einiger Entfernung den gewaltigen Baum Risco de la Mérica. Er ist so groß, dass man ihn auch vom Tal aus, über 800 Meter tiefer, sehen kann. Er ist über einen schmalen Pfad zu erreichen.
Der Abstieg ist überaus anstrengend, wir begegnen einigen Wanderern, die sich in umgekehrter Richtung bergauf bewegen: eine Tortur. Leider bietet der Weg in diesem Teil keine neuen Ausblicke mehr. Wir empfehlen jedem, der diese Wanderung plant: Von der Ermita del Santo in Arure bis zu dem Baum Risco de la Mérita wandern, dort pausieren und die wunderschöne Aussicht genießen, und dann wieder zurück nach Arure. Damit hat man die schönsten Teile des Weges passiert, und erspart sich den anstrengenden Ab- bzw. Aufstieg, der landschaftlich wenig zu bieten hat.
Gegen 14 Uhr kommen wir an unserem Hotel an.

Der Himmel ist klar, es sind 25° im Schatten, ich beschließe, La Gomera - Roque Agandodas gute Wetter auszunutzen, um Fotos von den Roques zu erstellen, die an der Straße nach San Sebastian de La Gomera in den Himmel ragen. Da die Felsen bis zu 1250 hoch in den Himmel ragen, findet man sie bei bewölktem Wetter meist im Nebel vor. Die Roques sind entstanden, als ein Vulkanschlot mit erstarrender Lava gefüllt wurde. Die dieses Gestein umgebenderen weicheren Gesteinsschichten wurden durch Erosion abgetragen, sodass nur die harten Magmatite zurückblieben.La Gomera Landscape
Ich fahre über Arure und Los Hayas in den Parque Nacional de Garajonay und bleibe auf der Straße in Richtung San Sebastián de La Gomera, bis ich den Mirador des Los Roques erreiche. der Himmel ist blau, ein paar zarte Wölkchen sorgen für ein wenig Kontrast – ideale Fotobedingungen. Am späten Nachmittag hat man hier allerdings Gegenlicht, man sollte den früheren Nachmittag oder die Morgenstunden nutzen, wenn man gutes Licht zum Fotografieren braucht. Ich mache ein paar Aufnahmen und fahre dann weiter zum Mirador de Balladero,La Gomera - Roques der eine tolle Aussicht auf alle hier versammelten Roques gewährt.
Zufrieden mit meinem Fotoglück mache ich mich auf den Rückweg ins Valle Gran Rey, tanke den Mietwagen voll und gebe in in der Autovermietung zurück.
Nach dem Abendessen im Hotel machen Ulrike und ich einen letzten Spaziergang durch Vueltas in Richtung Hafen. Heute ist unser letzter Abend im Valle, wir können es kaum fassen. Wir sind heimisch geworden hier, wir haben das Gefühl, dazu zu gehören, unsere Zeit im Tal erscheint uns viel länger als 10 Tage…
Auf dem Rückweg vom Hafen erleben wir noch die Beerdigung der Sardine mit, die die Faschingstage symbolisch beendet.Am Ende wird alles gut..... Eine Gruppe von Trommlern geht dem Trauerzug voran, der eine in schillernden Farben glänzende, ca. vier Meter lange Sardine in seiner Mitte hat.
Mit einem letzten Glas Rotwein auf unserem Balkon verabschieden wir uns von dem Rauschen der Meeresbrandung, das uns die letzten 10 Tage begleitet hat, und das wir liebgewonnen haben, genau wie all die anderen Schönheiten, die das Valle Gran Rey zu bieten hat.

Den 1. Teil des Reiseberichtes La Gomera finden Sie hier.
Eine interressante Seite für Ihre Reiseplanung gibt es hier.