Wolfgang Staudt Fotografie

Fotografie und Kultur

A Valentin trip | Reisebericht London

Reisebericht London

langes unterwegssein, chinesisches neujahr, eine neue liebe

Halb 12 Uhr nachts wars, als wir losgefahren sind in Saarbrücken, eine halbe Stunde vor Valentinstag. Wir, das sind: meine langjährigen Freundinnen Kathy und Sandy, und ich natürlich. Sandy hatte die Idee zu diesem spontanen Trip nach London, sie hat 5 Jahre in der Stadt gelebt und gearbeitet und kennt sich bestens aus.
Für die 515 Kilometer bis nach Calais calaiszum Fährhafen brauchten wir 5 Stunden. Die Fähre ging um sieben, also hatten wir noch zweieinhalb Stunden zum Ausruhen… Um 7:45 Ortszeit, man bekommt eine Stunde geschenkt bei der Überfahrt, oder besser gesagt: geliehen, denn man muss sie beim Rück-Übersetzen wieder abliefern, fuhren wir in Dover von der Fähre.
Natürlich gibt es Billigflüge nach London, ganz klar, man braucht sich den ganzen Stressship V mit Autobahn und Fähre ja gar net zu machen…. aber auf der anderen Seite: mit der Fähre übern Kanal, das ist auch ein Erlebnis, oder? Ist ja auch nicht so, dass man mit den Billigfliegern keine Fahrerei hätte, die Flughäfen sind meistens ewig weit vom eigentlichen Ziel entfernt, man muss noch einen Bus oder einen Zug nehmen, um anzukommen. Der hält auch nicht direkt vom Hotel, oder, man braucht also noch ein Taxi, will man nicht mit seinem Trolley in der einen und dem Stadtplan oder dem iPhone in der andern Hand durch Reisebericht London unbekannte Städte laufen, betend, dass es nicht zu regnen anfängt. Im Auto lässt man sich vom Navi vor die Tür des Hotels leiten, bringt sein Gepäck unter und sucht das nächste Parkhaus auf, falls das Hotel über kein eigenes verfügen sollte. Ganz abgesehen davon, dass man sein Gepäck nicht nach den Vorschriften von Easyjet rationieren muss.
So spontan, wie wir uns an diesem Wochenende dazu entschlossen hatten, nach London zu fahren, gab es für uns die Option fliegen eh nicht mehr, zumindest nicht zu einem akzeptablen Preis.
An das Fahren ship III auf der linken Seite gewöhnt man sich schnell, lediglich das Hinein- und Hinausfahrn nach links im Kreisverkehr kommt am Anfang sehr seltsam.
Nach 75 Meilen auf der M20 erreichen wir London. Bis zum Notting Hill zu unserm Hotel müssen wir quer durch die Stadt. Das funktioniert absolut locker, der Verkehr fließt total gesittet dahin, niemand drängelt, es gibt keine Raser, keinen Stress. Ein Riesen-Sympathiepunkt schon mal für diese Stadt.
Um 10:30 Uhr, wir sind seit 12 Stunden on the road, erreichen wir das Hotel in chinese new year Sussex Gardens. Einchecken geht erst um 14 Uhr, wir können aber unser Gepäck im Storing Room lassen. Ein Parkhaus in der Nähe ist schnell gefunden, das Parken kostet 20 Pounds per day.
Die Wartezeit bis zum Einchecken vertreiben wir uns in einem Pub, ein paar pints Stella Artois sorgen dafür, dass wir bestens gelaunt im Hotel ankommen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in den Egg Club zumTanzen wollen chinese dinner oder lieber in Chinatown am chinesischen Neujahrsfest teilnehmen. Wir ziehen Chinatown vor, Clubs haben wir ja auch in Saarbrücken, ein chinesisches Viertel nicht.
Wir spazieren ein wenig durch die Stadt, und ich stelle fest, dass der Linksverkehr zu Fuß mehr Probleme bereitet als beim Autofahren, weil man gewohnheitsmäßig nach links dsc_4726 schaut, wenn man die Straße überqueren will, richtig ist es aber, nach rechts zu schauen. Wo viele Touristen verkehren, hat man freundlicherweise Markierungen mit Pfeilen auf dem Asphalt angebracht, die den Fußgänger darauf hinweisen, in welche Richtung er schauen soll, bevor er die Fahrbahn betritt.
In Chinatown ist die Hölle los, die Straßen sind ganz wundervoll mit Lampions geschmückt und quillen förmlich über vor lauter Menschen. Die Sandy führt uns in ein Restaurant called Haozhan, und bestellt für uns Chilli Soft Shell Crab, Salt and Pepper Squid, Peking Duck, Singapore Noodles und Pak Choi. Dazu trinken wir Yasmin tea und steigen später auf Tempranillo um. Alles schmeckt unglaublich gut, wir erleben einen Geschmacksorgasmus nach dem anderen…
Wir bestellen Wein dazu, wir fühlen uns wohl hier. piccadilly circus Wir bleiben länger, als es dem Manager des Restaurants lieb ist. Er weist uns schließlich höflich daruf hin, dass eine Menge Leute auf einen freien Tisch warten…. jewels bar
Sandy führte uns zum Piccadilly Circus, der ganz in der Nähe liegt. Wir nahmen ein paar Fotos auf und fanden schließlich eine Coctailbar namens Jewels, die ihrem Namen mit unzäligen von der Decke strahlenden Kronleuchtern alle Ehre macht. In den Londoner Pubs und Bars ordert man seine Drinks immer an der Bar, bezahlt sofort undlondon underground nimmt sie dann mit zum Tisch. So stellten wir fest, dass zur Zeit noch Happy Hour war, was unsere Laune entsprechend in die Höhe trieb.
Um welche Zeit wir an diesem Abend im Hotel ankamen, weiß ich nicht mehr. Wir hatten einen tollen ersten Tag in einer tollen Stadt. Ich hab sie jetzt schon ins Herz geschlossen.

zweiter Tag, english breakfast, einkaufsparadies, eine imposante brücke, english dinner

Sandy zeigt uns auf der Karte, wie wir den Weg nach Camden Town mit der London Underground finden. Sie sagt, das müssten wir unbedingt sehen, ohne uns darauf vorzubereiten, was es denn london-14-16210-072dort zu sehen gibt. Sie selbst will an diesem Morgen einen alten Freund treffen und sich später wieder mit uns treffen.
Kathy und ich ziehen also alleine los. Als wir in Camden Town aus dem Bahnhofsgebäude auf die Straße treten, erkennen wir sofort, warum Sandy uns hierher geschickt hat: niedrige Gebäude mit buntfarbenen Fassaden, die Geschäfte aller Art beherbergen, das ganze macht einen wunderbar malerischen, szenehaften Eindruck. Man fühlt sich in eine andere Welt versetzt. Wir schlendern ein Stück die Straße hoch und finden einen Pub, der ein „full english breakfast“ für 5 pounds anbietet.
Wir setzen london-14-16210-067uns an einen der runden Tische ans Fenster und warten darauf, bedient zu werden, bis uns wieder einfällt, dass wir unsere Bestellung nach Landessitte an der Theke aufzugeben haben…. eine Unsitte, wie ich finde, zumal die Mädels hinter der Theke nicht wirklich motiviert zu sein scheinen, was wiederum damit zu tun haben könnte, dass in der Rechnung später automatisch 12 Prozent für den Service berechnet werden, ob er nun gut ist oder nicht. Somit fehlt natürlich die Motivation für die Angestellten, sich durch einen ausgezeichneten Service auch ein ausgezeichnetes Trinkgeld verdienen zu können.london-14-16210-070
Wie dem auch sei, das Frühstück ist eine Wucht, im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt gebratene Eier, eine fette Bratwurst, baked beans (warme weiße Bohnen in Tomatensoße), eine gegrillte Tomate und gegrillte Champignons, alles auf einem Teller angerichtet. Dazu werden brown sauce, Ketchup und Senf gereicht. Und natürlich Toastbrot, das wir nachbestellen müssen, weil die Thekerin es schlicht und einfach vergessen hat (siehe oben….). Alles schmeckt wunderbar, wir werden wohl bis zum Abend gesättigt sein….
Wieder auf der london-14-16210-091Straße, lassen wir uns durch das Viertel mit seinen zahllosen Geschäften und Shopping Malls treiben. Camden Town erweist sich als wahres Einkaufsparadies. Das Wort Globalisierung ist hier Wirklichkeit geworden, es werden alle denkbaren Waren, Kleidung, Gewürze, Accessoirs, Antiquitäten aus der ganzen Welt feilgeboten. Das gleiche gilt für die angebotenen Speisen. Es gibt einfach alles, von der Chicken Fajita aus Mexiko bis zum australischen Känguruhfleisch. Man kann wohl tagelang über die Märkte wandern und immer wieder neues entdecken. Am Ufer des Regent’s Canals gibt es zahlreiche Sitzgelegenheiten, die originellerweise aus halbierten Motorollern london-14-16210-0761bestehen. Dort kann man sich niederlassen und mit Blick auf den malerischen Kanal seine Mahlzeit genießen. Der Camden Market wird jede Woche von 500 000 Menschen besucht.
Am frühen Nachmittag fällt uns auf, dass unsere beiden Telefone nicht mehr erreichbar sind, weil die Akkus entladen sind. Wir beschließen, zum Hotel zurück zu fahren, um mit der Sandy von dort aus einen Treffpunkt zu vereinbaren. Wir treffen Sandy im Hotel und beschließen, noch ein wenig Sightseeing zu machen.
Wir fahren in die Stadt und laufen Richtung Tower und Tower Bridge. Regent’s CanalAls wir aus der Underground kommen, regnet es leicht. Ich mache ein Foto von The Gherkin. 30 St Mary Axe, wie gurkenförmige Tower offiziell heißt, ein 180 m hohes Bürogebäude im Londoner Finanzbezirk. Er wurde in den Jahren 2001 bis 2004 von Sir Norman Foster london-14-16210-101erbaut.
Der leichte Regen mutiert zum Platzregen, wir suchen einen Pub auf und warten dort auf Besserung des Wetters. Es dämmert schon, als wir die Tower Bridge erreichen. Die Brücke über die Themse beeindruckt durch ihre schiere Masse aus Stein und Stahl. Wer die Brücke wie ich nur von Fotos kennt, kann nicht ermessen, welch gewaltiges Bauwerk sie darstellt. Mir verschlägt es den Atem, als wir auf die andere Seite laufen.
Die Tower Bridge ist 244 Meter lang, die Höhe der beiden Brückentürme beträgt 65 Meter. Die Fahrbahn zwischen den 61 Meter voneinander entfernten Türmen liegt neun Meter über dem Fluss, die Fußgängerbrücke 43 Meter. Die beiden Baskülen können bis zu einem Winkel von 83 Grad hochgeklappt werden, um größeren Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Die Fußgängerverbindung über die oberen Stege ist unbeweglich, so dass die Flussquerung zu Fuß auch bei hochgeklappter BrückeTower Bridge, London möglich ist. Die Treppen zur oberen Ebene befinden sich ebenfalls in den Türmen.
Es ist inzwischen dunkel geworden, wir haben Hunger bekommen. Ich möchte ungedingt etwas landestypisches essen. Über das englische Essen habe ich viel gehört, nie war etwas positives dabei. Ich möchte mir eine eigene Meinung bilden.
Sandy schlägt vor, in ein Restaurant mit Namen Butlers Warf Chophouse zu gehen. Nicht ganz billig, und alles aus Holz, was die Einrichtung betrifft, sagt sie, aber eine traditionell englische Küche, london-14-16210-103und man sitzt dort direkt an der Themse mit Blick auf die Tower Bridge. So ganz nebenbei erwähnt sie noch, dass sie dort als Sommelière gearbeitet hat….
Unsere Reiseführerin wird empfangen wie die verlorene Tochter, als wir das Restaurant betreten. Ihre Ex-Arbeitskollegen sind sichtlich erfreut darüber, sie wiederzusehen. Wir nehmen Platz und Sandy bestellt Champagner – der Abend fängt gut an. Die Speisekarte ist erlesen, es fällt schwer, eine Entscheidung zu treffen. Ich bestelle schließlich Organic parsnip & Bramley apple soup als Appetizer und Roast Shorthorn rib of beef, Yorkshire pudding & roast potato als Hauptgang. Sandy bestellt eine Flasche italienischen Rotweins dazu. So seltsam sich die Zusammenstellunglondon-14-16210-104 anhört, so vorzüglich ist alles angerichtet, und genauso schmeckt es auch. Ich darf noch das Haupgericht der andern beiden testen, Loin of Welsch lamb, braised chicory, carrots & pearl barley…. – ganz toll. Wer mal in London ist und sich ein Urteil über die traditionell englische Küche bilden soll, dem kann ich dieses Restaurant besten Gewissens empfehlen. Es gibt noch ein Dessert, und zum Abschluss trinken wir Irish Coffee. Für alles zusammen beträgt die Rechnung am Ende 150 Pounds, das ist ein fairer Preis für diesen gelungenen Abend. London Tower Bridge
Wir schlendern noch ein wenig an der Themse entlang auf dem Weg zur Tower Bridge Station, vorbei an der Cityhall. Die Riverside Promenade ist total beeindruckend, ich nehme mir vor, diese Location auf jeden Fall noch öfter zu besuchen, bewaffnet mit Stativ und kompletter Fotoausrüstung. Ich stelle die Geduld meiner Begleiterinnen auf die Probe, als ich ein paar Aufnahmen von der Tower Bridge mache. In der Dunkelheit ist das Fotografieren aus der Hand nicht möglich, ich muss mir geeignete Stellen auf der Mauer suchen, auf die ich die Nikon auflegen kann.
Erschöpft, aber zufrieden mit dem Erlebten kommen wir schließlich zu Hause im Hotel an.

London

dritter Tag, morgens Libanon, Abends zu Hause

Sandy ist heute Morgen nochmal los, einen alten Freund zu besuchen. Also ziehen die Kathy und ich alleine los, um irgendwo in der Nähe des Hotels nach einem guten englischen Frühstück zu suchen.norfolkline Vorher buche ich noch unsere Fähre für die Rückfahrt über den Kanal per Internet. Ich finde eine günstige Verbindung von Dover nach Dünkirchen, die Überfahrt kostet insgesamt 30 Euro, wir werden nach Dünkirchen 2 Stunden unterwegs sein, also eine halbe Stunde länger als auf der Hinreise von Calais aus.
Es regnet, als Kathy und ich das Hotel verlassen. Wir finden schnell einen Internet-Laden, wo ich mir für 20 Pennies einen Ausdruck von meiner Bestätigungs-E-Mail für die Buchung der Fähre besorge.
An derReisebericht London Ecke Edgware Road/Star Street finden wir ein libanesisches Restaurant, das Frühstück für 5 Pounds anbietet. die Leute dort sind überaus freundlich, und das Frühstück ist eine Wucht. wir brauchen auch dieses Mal nicht immer an die Theke zu rennen, um zu bestellen, sondern wir werden am Tisch bedient.
Zufrieden und gestärkt laufen wir zum Hotel zurück und packen unsere Sachen. Die Sandy ist inzwischen ebenfalls eingetroffen.
Um 11:30 Uhr checken wir aus und holen das Auto im Parkhaus ab. Das Navigationsgerät für uns quer durch die Stadt Richtung Süden. Im Gegensatz zu Sonntag ist heute die Hölle los, für die 18 Kilometer bis zur Autobahn brauchen wir anderthalb Stunden. In Dover angekommen, haben wir noch eine Stunde Zeit bis zur Dover, England Abfahrt der Fähre. Wir stärken uns in einem Fast-Food-Restaurant und fahren dann auf das Schiff.
Wir sind ein bisschen erschöpft, wir haben ein strammes Programm gehabt die letzten Tage, und nutzen die Überfahrt zur Ruhe.
London hat meine Erwartungen übertroffen, möchte ich noch anfügen. Eine sehr sympathische Stadt von Welt, das ist der Eindruck den ich in diesen beiden Tagen gewonnen hab. Es war nicht mein letzter Besuch hier, soviel steht fest.
Good bye, England.

Good Bye, England

1 Kommentar

  1. Was soll ich sagen? Absolut klasse Bilder, schöne Stadt – schöner Artikel. Bin begeistert. Hoch zehn.

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