vierzehnter Tag, enttäuschte gesichter, regen, entenzungen
Trübe Aussichten heute Morgen, als ich aus dem Fenster schaue…. die andere
Seite des Flusses verschwimmt im Nebel. Also auch heute kein Ausflug nach Zhujiajiao Zhen. Lieber noch’n bisschen schlafen, und dann nach einem gemütlichen Frühstück mal sehen, was der Tag bringt.
Ich laufe die Zhongshan Lu hinunter Richtung Fährhafen, um nach Pudong überzusetzen, ich möchte noch ein paar Fotos von der Uferpromenade in Richtung Bund aufnehmen. Als ich am Bund ankomme, sehe ich in enttäuschte Gesichter: die Promenade am Bund ist für den Publikumsverkehr komplett gesperrt. Das ist wirklich ein starkes Stück. All die Wochenendtouristen, die aus ihren Bussen steigen und von der Straße die Treppe zu der weltberühmten Promenade hochlaufen wollen, scheitern an der 2 Meter hohen, unüberwindbaren Absperrung, die scheinbar über Nacht installiert worden ist….das ist bitter, auch für die Brautpaare, die sich nun nicht mehr vor der Skyline Pudongs fotografieren lassen können. Gestern Morgen habe ich hier noch meine Fotos vom Sonnenaufgang gemacht. Die Promenade wird wohl für die Expo 2010 neu gestaltet, bei der oberen Hälfte ist man ja schon länger mit dem Umbau zugange. Also, Leute, wartet gefälligst mit dem Heiraten bis zum nächsten Jahr!
Wer im Moment einen Trip nach Shanghai plant, sollte sich überlegen, ob er nicht einem anderen Ziel in Asien den Vorzug gibt und Shanghai erst im nächsten Jahr einplant, denn dieses Baustellenproblem gibt es ja im Moment überall in der Stadt, und es ist zu erwarten, dass im Mai nächsten Jahres zur Eröffnung der Expo der Umbau der Stadt erstmal abgeschlossen sein wird.
Als ich schließlich in de Fähre sitze,
beginnt es kräftig zu regnen. Ich laufe zu der Super Brand Mall, will mir das riesige Kaufhaus mal von innen ansehen, was soll man bei diesem Regen auch sonst mit dem Tag anfangen… Die Mall beeindruckt durch ihre Wahnsinnsgröße, ich laufe ein wenig herum, kann mich mit diesem Riesending allerdings nicht anfreunden und fahre am Ende zurück ins Hotel.
Am späten Nachmittag lässt der Regen nach.Ich beschließe, dem Hengsheng Peninsula International Hotel, in dem ich wohne, ein bisschen auf’s Dach zu steigen.
Das Hotel war mir in den vergangenen beiden Wochen eine gute Heimstatt, für den Preis von 600 Euro hab ich ein bequemes, sauberes Zimmer in der 12. Etage mit kostenlosem High-Speed Internetanschluss und Blick auf den Huangpu River, ein komfortables Badezimmer und jeden Morgen ein tolles Frühstücksbuffet bekommen. Noch dazu hat das Haus eine vorteilhafte Lage direkt am nördlichen Bund. Vielen Dank, Expedia.de. Ein kleiner Wehrmutstropfen: die schnippige Art der Damen an der Rezeption. Mit
denen hat man ja aber nur zweimal tu tun, beim Ein- und beim Auschecken. Und die schöne Hotelangestellte, die mir partout jeden Abend, wenn ich nach Hause kam, für den Preis von 26 Euro eine Massage verkaufen wollte, ließ mich auch in Ruhe, als ich ihr erzählte, wo in der Stadt es dieses Vergnügen für gerade mal die Hälfte Ihres Preises zu kaufen gibt. Ich nehm also den Aufzug und fahre, mit kompletter Fotografierausrüstung inklusive Stativ bewaffnet, hoch in den 27 Stock. Dort gibt es eine eben neu eingerichtete Bar und eine Dachterrasse. Die Aussicht
auf Huangpu von hier oben aus ist großartig. Ich mache unzählige Aufnahmen, bis es absolut dunkel ist.
Mein letztes Abendessen in Shanghai nehm ich wieder in dem Restaurant um die Ecke mit der exotischen Speisekarte. Man kann hier als Appetizer zum Beispiel Ducktongues bestellen, oder Jellyfish, oder fried frogs… davon hab ich lieber die Finger gelassen, die Entenzungen könnt ich mir eventuell noch als Delikatesse vorstellen, aber wer bitte isst denn Quallen und wer mag die Frösche?
Mein Chicken in rotem Pfeffer und das nach pakistanischer Art scharf gebratene Rindfleisch schmecken wie immer hier hervorragend, und die junge Kellnerin mit dem netten Lächeln kümmert sich wie immer sehr aufmerksam darum, dass mein Bierglas nie leer wird.
Was will man mehr.
May 28, 2009



















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