Wolfgang Staudt Fotografie

Fotografie und Kultur

Tag: Kino (page 1 of 2)

Im Kino: Beginners

“Beginners” von Mike Mills

Ich liebe diesen Film.
Mike Mills hat eine wunderbare Tragikomödie gemacht. Ein grandioses Casting, eine tolle Geschichte und der genial unsentimentale Umgang mit Emotionen, von denen Beginners eine riesige Bandbreite aufbietet, machen Beginners zu einem unvergesslichen Kinoerlebnis.
Ich liebe diesen Film.



Im Kino: The Hurt Locker

Tödliches Kommando – The Hurt Locker von Kathryn Bigelow

“The Hurt Locker” hat bei der diesjährigen Oscar-Verleihung kräftig abgeräumt. Vollkommen zu Recht, wie ich meine.
Die Geschichte um ein Bombenräumkommando in Bagdad kommt als nervenaufreibendes, intensives Action-Drama. Selten habe ich ein so packendes, intensives Filmerlebnis gehabt. Die Kamera arbeitet fast schon dokumentarisch, sie ist immer schonungslos dran am Geschehen, man erlebt Todesangst und Panik der Soldaten hautnah mit.

Im Kino: Up In The Air

up in the air von jason reitman

Vor einigen Jahren, ich plante eine Reise nach Berlin, gab mir ein Freund die Adresse seines Bruders mit, der in Berlin wohnte. Ich kannte diesen Bruder flüchtig und nahm mir vor, ihn zu besuchen.
Meine Freundin und ich wurden wurden freundlich aufgenommen, als es zu dem Besuch kam. Wir betraten nach umfangreichem Treppensteigen eine typische Berliner Altbauwohnung. Die Einrichtung war auf ein Minimum reduziert. Im Flur waren einige Bananenkisten übereinander an die Wand genagelt und bildeten so Garderobe und Kleiderschrank in einem. Im Wohnzimmer gab es einen Computer, einen Tisch, auf dem Tastatur und Monitor untergebracht waren, einen Küchenstuhl für den Computerbenutzer und zwei uralte Kinosessel als Sitzgelegenheit für Gäste. Der Boden bestand aus Dielen, die überall mit Farbe besprenkelt waren, weil sich niemand die Mühe gemacht hatte, den Boden abzudecken, als die Wohnung gestrichen wurde.
Unser Gastgeber zeigte mir, wie man sich in die Rechner anderer Leute hackt. Da er nur eine einzige Tasse besaß, schlug er vor, in ein Café unweit der Wohnung zum Kaffeetrinken zu gehen, was wir dann auch taten.
Wir verbrachten den Nachmittag im Café. Er erzählte von seinem wertvollsten Besitz, einer Harley Davidson, die er Sommers wie Winters benutzte, um zu seinem Arbeitsplatz zu gelangen, der außerhalb von Berlin lag, und davon, wie glücklich er darüber war, in Berlin zu wohnen. Er erzählte, wie sich Berlin und die Berliner verändert hatten seit November 89.
Ich habe den Bruder meines Freundes seitdem nicht wiedergesehen, es blieb bei diesem einen Besuch. Vergessen habe ich ihn nicht.

Im Kino: Verdammnis

“Verdammnis” von Daniel Alfredson

Gestern durfte ich im Rahmen der Stieg-Larsson-Filmnacht im Saarbrücker Cinestar-Kino den zweiten Teil der Millenium-Trilogie, “Verdammnis”, der heute in den Kinos anläuft, im Preview sehen.
Wer beide Filme hintereinander sieht, vergleicht automatisch. Der zweite Teil erzählt ebenso wie der erste eine spannende, verworrene Geschichte, Noomi Rapace gibt die Lisbeth Salander genauso inspiriert, aber insgesamt kann der zweite Teil nicht so begeistern wie der erste.
Ich habe gestern Abend nach dem Besuch der Filmnacht noch die Kritik von Björn Becher in Filmstarts gelesen. Er gibt treffend wieder, was auch mein Eindruck war:

….So erwies sich der eigentliche Kriminalfall bei „Verblendung“ noch als recht standardisiert – zwar spannend, aber ganz sicher nicht der große Reißer. Es sind die Charaktere, die den Leser/Kinobesucher so sehr fesseln. Sie sind ganz und gar nicht alltäglich und entblättern ihre Facetten nur langsam. In den Nachfolgern rücken die Figuren nun noch stärker in den Mittelpunkt und die Thriller-Handlung ist ganz eng mit ihrem Privatleben verknüpft. Das hat zur Folge, dass der Krimi-Plot in den Romanen noch um ein Vielfaches intensiver wirkt als im Vorgänger. Doch im Film schlägt sich dieses Plus nur partiell nieder. Daniel Alfredson, der die Regie von Niels Arden Oplev übernommen hat, fällt visuell einfach nicht allzu viel ein. Oplevs Bilder bewiesen Kinoqualität. In „Verblendung“ wurde geschickt mit Montagen und Zooms gearbeitet und so eine eindrucksvolle Atmosphäre erzeugt. Bei Alfredson sieht das Ganze nun visuell teilweise nach einem durchschnittlichen TV-Krimi aus. Vor allem in der ersten halben Stunde macht sich das negativ bemerkbar. Das einzige Stilmittel, das Alfredson in dieser Zeit ausdauernd nutzt, sind Close-Ups. Negativer Höhepunkt ist eine Gesprächsrunde in der Redaktion von „Millennium“, bei der einfach nur sprechende Köpfe abgefilmt werden.

Der Regisseur zeigt offen Bewunderung für seine Hauptfigur. Immer wieder bleibt die Kamera einen Moment länger an Noomi Rapace hängen, als es eigentlich nötig wäre. Und ausgerechnet dank dieser unverhohlenen Huldigung fängt sich die Inszenierung nach und nach. Wenn er Rapace ins Bild rückt, fällt Alfredson plötzlich auch etwas ein. Höhepunkte sind eine ultracoole Motorradfahrt, nachdem Lisbeth kurz zuvor zwei harte Rocker auseinandergenommen hat, sowie eine kurze Aufnahme der ruhenden Lisbeth, die sich auf ihre Achselhaare fokussiert. Hier wird das Grundthema von Larssons Roman-Trilogie „Männer, die Frauen hassen und eine Frau, die erbarmungslos zurückschlägt“ noch einmal deutlich. Ein sehr gelungener Moment ist auch der Kampf des Ex-Kickbox-Meisters Paolo Roberto, der sich selbst spielt, gegen den deutschen Hünen Roland Niedermann (Micke Spreitz). Alfredson schafft es hier innerhalb weniger Einstellungen, dem Publikum die ganze Gegensätzlichkeit der Kontrahenten vor Augen zu führen. Ein flinker, technisch versierter Profi, der Treffer um Treffer landet, gegen einen Riesen, der sich nicht richtig bewegen kann, aber regungslos jeden Schlag einsteckt. Mit dieser Szene schafft Alfredson eine Faszination für diesen blonden, grobschlächtigen Antagonisten, der für die Handlung von „Verdammnis“ und „Vergebung“ so wichtig ist.
….
Fazit: Obwohl „Verdammnis“ schon ab dem Einsatz des vom Vorgänger bekannten Musikthemas fesselt, reicht er nicht ganz an „Verblendung“ heran. Die deutlich spannendere Thriller-Geschichte verliert sich einfach zu stark in der weniger inspirierten visuellen Umsetzung. Da kann Noomi Rapace noch so hervorragend als Kick-Ass-Amazone auftrumpfen.

Stieg Larsson Filmnacht

Geniale Filmnacht mit “Verblendung” und “Verdammnis”

Am Mittwoch, dem 3. Februar, gibt es im Cinestar Saarbrücken eine Filmnacht mit den beiden ersten Filmen der “Millenium-Trilogie”, basierend auf der gleichnamigen Romanfolge des schwedischen Schriftstellers Stieg Larsson, die zum Weltbestseller avancierte.
Gezeigt werden “Verblendung” als Wiederaufführung und der zweite Teil, “Verdammnis”, der regulär am Donnerstag in den Kinos anläuft.
Ganz toll, dass, wer den genialen ersten Teil “Verblendung” verpasst hat, hier die Möglichkeit erhält, den Film doch noch zu sehen. Wer ihn schon kennt wie ich, dem wird es wohl ebenso ergehen wie mir: ich freue mich wie verrückt auf diesen Mittwochabend und das Wiedersehen mit Lisbeth Salander und Mikael Blomqvist….
Wer einen wirklich action- und spannungsgeladenen Kinoabend erleben möchte, der kann hier Karten reservieren oder kaufen.

Im Kino: Same Same But Different

Same Same But Different von Detlev Buck

Ein deutscher Liebesfilm, der zu einem großen Teil in Asien, in Kambodscha spielt, basierend auf der wahren Geschichte von Sreykeo Sorvan und Benjamin Prüfer.
Aus dem Flyer zum Film:

Überschreitet man die Grenze nach Kambodscha, akzeptiert man Dinge, die man vorher nie für möglich gehalten hätte. Hier hat ein einziger Moment die Kraft, das ganze Leben für immer zu verändern.
Auf seiner Asienreise verliebt sich ein junger Deutscher in eine junge Kambodschanerin, die als Bargirl in einem Nachtclub arbeitet. Als sich herausstellt, das sie HIV-positiv ist, muss er sich entscheiden.

Der Film wirkt sehr authentisch, besonders die Szenen in Kambodscha überzeugen mit schnellem Tempo, schönen Bildern und sehr guter Musikauswahl.
Detlev Buck ist das Kunststück gelungen, einen Film über eine exotische Liebe und das Thema AIDS zu machen, ohne kitschig zu werden. Für mich ein wertvoller Film.

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