Wolfgang Staudt Fotografie

Fotografie und Kultur

Schlagwort: Monument Valley

Thunderstorm in Monument Valley

Dieses Foto entstand Im Juli 2006 Im Monument Valley in Utah.
In den Hochsommermonaten kommt es in den Wüsten des amerikanischen Südwestens sehr oft zu gewaltigen Gewittern.
Ist man auf unbefestigten Pisten unterwegs, passiert es gerne, dass selbst bei allradgetriebenen Geländewagen sich die Reifen so mit Schlamm zusetzen, dass man, solange die Nässe nicht wieder verdunstet ist, nicht mehr weiterkommt.

Das landschaftlich sagenhaft schöne Monument Valley liegt im Reservat der Navajo Indianer.
Die Navajos verwalten das Valley. Sie kassieren den Eintritt und pflegen die Landschaft.
Nach meinem Besuch im Jahre 2006 bauten sie ein Hotel am Rande des Valleys, das so gestylt ist, dass es sich wunderbar in die Landschaft einfügt.
Bei meinem letzten Besuch im Valley habe ich dort ein feines und preiswertes Frühstück genossen, nachdem ich am frühen Morgen den Sonnenaufgang fotografierte.

Monument Panorama

Monument Valley Panorama

Monument Panorama

Monument Valley Panorama, Utah, USA

USA 2010 – ein Reisebericht

29. und 30. juli 2010, ein letzter sonnenaufgang, abschied vom südwesten

Es ist noch stockdunkel, als ich heute Morgen zum Monument Valley aufbreche.
Das macht zwar 54 Meilen Umweg zu meinem eigentlichen Ziel Chicago, aber ich denke, ein Sunrise am Monument Valley ist noch größere Umwege wert…
Als ich auf dem Parkplatz ankomme, dämmert es leicht, ich kann jetzt erkennen, dass der Himmel von schweren Wolken bedeckt ist. Das ist ein krasser Kontrast zu gestern, als der Himmel ja zum größten Teil klar war. Das ist gut so, auf diese Weise bekomme ich ganz andere Fotos als gestern, mit mehr Dramatik. So ist es auch, nur ein schmales Band am Himmel ist frei von Wolken, als es heller wird.
Heute sind nicht sehr viele Fotografen zur Stelle,
wahrscheinlich wegen des Wetters. Ich mache zwischen 6 und 7 Uhr eine 16-Gigabyte-Speicherkarte voll, dann breche ich auf, Richtung Chicago.
Über die Fahrt gibt es nicht viel zu sagen. Ich fahre über die 191 nach Moab, wo ich ein letztes Mal in Denny’s Restaurant frühstücke, weiter über die 191 nach Norden zur Interstate 70. Das einzig interressante Streckenstück ist die Überquerung der Rocky Mountains, aber dort kommt es immer wieder zu sintflutartigen Regenfällen, die ein hurtiges Vorwärtskommen verhindern und mir den Spaß an den Bergen gründlich vermiesen. Hat man die Berge hinter sich, gibt es nur noch Eintönigkeit, Colorado, Nebraska, Iowa, Prärie-Einöde wird irgendwann abgelöst durch Maisfeld-Einöde…. sonst nichts. Man stellt die Geschwindigkeits-Kontrolle auf 80 miles per hour ein und lässt sich rollen….
Staus sind sehr selten. Gut beraten ist der, der in solcher Situation ein paar spannende Hörbücher eingepackt hat, sie sind das beste Mittel gegen die Langeweile.
Ihr werdet Euch fragen, warum ich nicht gleich in den Südwesten geflogen bin. Nun, der Flug mit Air India nach Chicago O’Hare war für 666 Euro konkurrenzlos preiswert, und noch dazu der einzige Direktflug, den ich finden konnte. Außerdem dachte ich, wer durchs Land fährt, sieht mehr davon, als derjenige, der drüberfliegt. Das weiß ich jetzt besser….
Am ersten Tag schlafe ich nach 770 Meilen Fahrt irgendwo in Nebraska. Abends buche ich noch eine Unterkunft in Chicago, um mir am nächsten Abend den Stress der Unterkunftsucherei in der großen Stadt zu ersparen. Ich wähle das Comfort Inn in der E. Touhy Avenue, das ist in der Nähe des Flughafens.
Das Comfort Inn erweist sich als gute Wahl, als ich am nächsten aben nach 10 Stunden Fahrt ankomme. Es ist wirklich komfortabel, und nebenan gibt es ein feines und preiswertes Restaurant, das Tiffanys. Hier lässt sich’s aushalten bis zum Abflug.
Am Samstag, dem 31. Juli gebe ich den Wagen am Flughafen ab. Er hat 6100 Meilen mehr auf dem Tacho als bei Reisebeginn.
Der Rückflug verläuft erwartungsgemäß ohne Probleme….

Gefahren: 1557.00 Meilen
Benzin: 182,60 $
Hotels: 166 $
Essen: 50 $

Weiterführende Links:

Individualreisen durch die USA:
http://www.erlebe-usa.de/index.htm

High-Dynamic-Range-Fotografie:
http://de.wikipedia.org/wiki/High_Dynamic_Range_Image
http://www.youtube.com/watch?v=UUxruUqtMas

Panoramafotografie:
http://www.pixelrama.de/panorama/indexfx.html

Reiseberichte:
http://www.synnatschke.de/
http://www.lalasreisen.de/amerika/html/usa.html

USA 2010 – ein Reisebericht

28. juli 2010,ein fotogenes tal, gänsehälse

Nach wenig Schlaf bin ich wieder vor Sonnenaufgang auf der Straße. Mein Ziel ist das 27 Meilen von Bluff entfernte Monument Valley, das ich während des Sonnenaufganges ablichten will.
Vom Visitor Center aus hat man einen schönen Blick in das weitläufige Tal, und zwar genau gen Osten, gegen die aufgehende Sonne also.
Ich garantiere euch, wer hier einen Sunrise erlebt hat, wird ihn so schnell nicht vergessen. Er wird immer wieder zurück an diesen Platz kommen, von Sehnsucht geplagt. Es ist wohl einer der schönsten seiner Art auf unserer Erde.
Noch dazu ist das Monument Valley wahnsinnig fotogen, man kann hier als Fotograf wenig falsch machen. Ausgenommen beim Sunrise, der recht schwierig aufzunehmen ist. Man hat die Sonne im Gesicht, also starkes Gegenlicht, ein heller Himmel im Hinter- steht gegen dunkle Tafelberge
im Vordergrund. Ein gewaltiger Kontrast den keine moderne Kamera bewältigen kann, man muss unbedingt in die HDR-Trickkiste greifen, will man saubere, richtig belichtete Bilder mit nach Hause bringen. Dieser Sonnenaufgang schreit geradezu nach High Dynamic Range. Umso mehr wundere ich mich darüber, dass ich zweifellos der Einzige unter den Fotografen bin, die an diesem Morgen hier zusammengekommen sind, der diese Technik anwendet. Ich lerne einen jungen Franzosen kennen, als er mich fragt, welche Blende ich verwende… er sieht im Display, dass seine Optik mit den Lichtverhältnissen nicht klarkommt, und sucht nach einer Lösung. Von High Dynamic Range hat er noch nie etwas gehört…. seltsam.
Der Sonnenaufgang ist eine Wucht. Es schwebt genau die richtige Dosis Wolken am Himmel, die ihm das langweilige Blau versüßen, und die Sonne bricht durch einen schmalen Wolkenkorridor nach draußen. Wunderschön, as allways.

Es gibt einen 17 Meilen langen Valleydrive, den man unbedingt fahren sollte, wenn man hier ist. Das funktioniert auch ohne Allradantrieb, man braucht nur ein bisschen Bodenfreiheit. Der Trail ist furchtbar holprig, er wird wohl mit Absicht von den Navajo, denen das Tal gehört, so belassen. Man ist gezwungen, sehr langsam zu fahren, dadurch hält sich die Staubentwicklung in Grenzen. Der Trail bietet tolle Ausblicke, man kann jetzt auch den John Fords Point, den Lieblingsplatz des Regisseurs John Ford, anfahren. Der Punkt war jahrelang geführten Touren vorbehalten.
Einiges hat sich verändert im Tal, seit ich vor vier Jahren das lezte Mal hier war. Der Parkplatz am Visitor Center ist asphaltiert. Das Visitor Center selbst hat mit dem von früher nur noch den Fahnenmast davor gemein, hier ist ein Hotel entstanden, mit Zimmern, die Balkone mit Valleyblick bieten. Im Hotel sind Restaurant,
Trading Post und Visitor Information integriert. Das alles wirkt kein bisschen aufdringlich, man hat so gebaut, dass die Atmosphäre des Tales nicht zerstört wird, alle Gebäude passen in die Landschaft, nicht nur farblich. Ein Kompliment der Navajo Nation für diese gelungene Bauleistung, und dafür, dass der Eintrittspreis in den Park bei 5 Dollars geblieben ist.
Ich nutze das Restaurant zum Frühstück, nachdem ich meine Rundfahrt auf dem Valley Drive beendet habe. Es gibt ein Buffet, das keine Wünsche offen lässt, man sitzt superschön an stylischen Tischen mit Blick aufs Valley, die indianischen Bedienungen sind freundlich und sorgen wie üblich dafür, dass die Kaffeetasse nie leer wird. Ein Frühstück, das ich mit bestem Gewissen empfehlen kann, es ist für 11 Dollars nicht zu teuer.

Gesättigt nehme ich Abschied vom Monument Valley und fahre den Highway 163 zurück Richtung Bluff. Der Highway selbst bietet ein herrliches Motiv, ich mache noch ein paar Bilder mit Straße und Tafelbergen und fahre weiter nach Mexican Hat.
in dem Ort leben lediglich 80 Menschen. Er hat seinen Namen von einer Felsformation nördlich des Ortes, die die Form eines mexikanischen Sombreros besitzt. Von dieser mache ich ein paar Aufnahmen, bevor ich ins Hotel zurückkehre.
Am späten Nachmittag breche ich auf zum Goosenecks State Park, er liegt etwa 25 Meilen entfernt von Bluff. Der San Juan River hat dort mehrere tiefe schleifenförmige Canyons in die Wüste gegraben. Als ich im Park ankomme, gibt es dort keine anderen Besucher außer einer
dreiköpfigen Navajo-Familie. Die Frau fängt sofort an, munter drauf los zu plappern, als ich den Wagen verlasse, ich habe Mühe, ihrem Wortschwall zu folgen. Ihr Mann sieht mir wohl an, dass ich nur die Hälfte von dem mitkriege, was seine Frau erzählt, und unterbricht sie, indem er mich fragt, wo ich herkomme. Er zeigt mir noch ein paar Details in den Canyons, die ihm gefallen und die ich fotografieren soll.
Ich muss mich beeilen mit dem Fotografieren, dunkle Wolken kündigen ein Gewitter und starken Regen an. Leider schaffe ich es nicht mehr, meinen Panoramakopf auf’s Stativ zu montieren, bevor der Regen losgeht.
Mein Abendessen nehme ich im Twin Rocks Café in Bluff, es gibt dort einen
wunderbaren Ceasar Salad.
Im Hotel angekommen, heißt es packen. Morgen muss ich die Rückreise nach Chicago in Angriff nehmen, will ich am Sonntag meinen Rückflug nach Deutschland nicht verpassen.
Ich nehme mir vor, noch einmal früh aufzustehen und noch einen letzten Sunrise im Monument Valley mit zu nehmen, bevor ich dieses großartige Land verlasse.
Good night, Utah.

Gefahren: 172,50 Meilen
Hotel: 120 $
Essen: 35 $

Monument Valley

Monument Valley

Gooseneck

Twin Rocks Café und Trading Post, Bluff