Wolfgang Staudt Fotografie

Fotografie und Kultur

Tag: Utah (page 1 of 3)

Selfie

Canyonlands National Park, Utah
Canyonlands National Park, 15.07.2010 6:43 a.m. Mehr über meine Reise in den Südwesten der USA.

USA 2010 – ein Reisebericht

29. und 30. juli 2010, ein letzter sonnenaufgang, abschied vom südwesten

Es ist noch stockdunkel, als ich heute Morgen zum Monument Valley aufbreche.
Das macht zwar 54 Meilen Umweg zu meinem eigentlichen Ziel Chicago, aber ich denke, ein Sunrise am Monument Valley ist noch größere Umwege wert…
Als ich auf dem Parkplatz ankomme, dämmert es leicht, ich kann jetzt erkennen, dass der Himmel von schweren Wolken bedeckt ist. Das ist ein krasser Kontrast zu gestern, als der Himmel ja zum größten Teil klar war. Das ist gut so, auf diese Weise bekomme ich ganz andere Fotos als gestern, mit mehr Dramatik. So ist es auch, nur ein schmales Band am Himmel ist frei von Wolken, als es heller wird.
Heute sind nicht sehr viele Fotografen zur Stelle,
wahrscheinlich wegen des Wetters. Ich mache zwischen 6 und 7 Uhr eine 16-Gigabyte-Speicherkarte voll, dann breche ich auf, Richtung Chicago.
Über die Fahrt gibt es nicht viel zu sagen. Ich fahre über die 191 nach Moab, wo ich ein letztes Mal in Denny’s Restaurant frühstücke, weiter über die 191 nach Norden zur Interstate 70. Das einzig interressante Streckenstück ist die Überquerung der Rocky Mountains, aber dort kommt es immer wieder zu sintflutartigen Regenfällen, die ein hurtiges Vorwärtskommen verhindern und mir den Spaß an den Bergen gründlich vermiesen. Hat man die Berge hinter sich, gibt es nur noch Eintönigkeit, Colorado, Nebraska, Iowa, Prärie-Einöde wird irgendwann abgelöst durch Maisfeld-Einöde…. sonst nichts. Man stellt die Geschwindigkeits-Kontrolle auf 80 miles per hour ein und lässt sich rollen….
Staus sind sehr selten. Gut beraten ist der, der in solcher Situation ein paar spannende Hörbücher eingepackt hat, sie sind das beste Mittel gegen die Langeweile.
Ihr werdet Euch fragen, warum ich nicht gleich in den Südwesten geflogen bin. Nun, der Flug mit Air India nach Chicago O’Hare war für 666 Euro konkurrenzlos preiswert, und noch dazu der einzige Direktflug, den ich finden konnte. Außerdem dachte ich, wer durchs Land fährt, sieht mehr davon, als derjenige, der drüberfliegt. Das weiß ich jetzt besser….
Am ersten Tag schlafe ich nach 770 Meilen Fahrt irgendwo in Nebraska. Abends buche ich noch eine Unterkunft in Chicago, um mir am nächsten Abend den Stress der Unterkunftsucherei in der großen Stadt zu ersparen. Ich wähle das Comfort Inn in der E. Touhy Avenue, das ist in der Nähe des Flughafens.
Das Comfort Inn erweist sich als gute Wahl, als ich am nächsten aben nach 10 Stunden Fahrt ankomme. Es ist wirklich komfortabel, und nebenan gibt es ein feines und preiswertes Restaurant, das Tiffanys. Hier lässt sich’s aushalten bis zum Abflug.
Am Samstag, dem 31. Juli gebe ich den Wagen am Flughafen ab. Er hat 6100 Meilen mehr auf dem Tacho als bei Reisebeginn.
Der Rückflug verläuft erwartungsgemäß ohne Probleme….

Gefahren: 1557.00 Meilen
Benzin: 182,60 $
Hotels: 166 $
Essen: 50 $

Weiterführende Links:

Individualreisen durch die USA:
http://www.erlebe-usa.de/index.htm

High-Dynamic-Range-Fotografie:
http://de.wikipedia.org/wiki/High_Dynamic_Range_Image
http://www.youtube.com/watch?v=UUxruUqtMas

Panoramafotografie:
http://www.pixelrama.de/panorama/indexfx.html

Reiseberichte:
http://www.synnatschke.de/
http://www.lalasreisen.de/amerika/html/usa.html

USA 2010 – ein Reisebericht

28. juli 2010,ein fotogenes tal, gänsehälse

Nach wenig Schlaf bin ich wieder vor Sonnenaufgang auf der Straße. Mein Ziel ist das 27 Meilen von Bluff entfernte Monument Valley, das ich während des Sonnenaufganges ablichten will.
Vom Visitor Center aus hat man einen schönen Blick in das weitläufige Tal, und zwar genau gen Osten, gegen die aufgehende Sonne also.
Ich garantiere euch, wer hier einen Sunrise erlebt hat, wird ihn so schnell nicht vergessen. Er wird immer wieder zurück an diesen Platz kommen, von Sehnsucht geplagt. Es ist wohl einer der schönsten seiner Art auf unserer Erde.
Noch dazu ist das Monument Valley wahnsinnig fotogen, man kann hier als Fotograf wenig falsch machen. Ausgenommen beim Sunrise, der recht schwierig aufzunehmen ist. Man hat die Sonne im Gesicht, also starkes Gegenlicht, ein heller Himmel im Hinter- steht gegen dunkle Tafelberge
im Vordergrund. Ein gewaltiger Kontrast den keine moderne Kamera bewältigen kann, man muss unbedingt in die HDR-Trickkiste greifen, will man saubere, richtig belichtete Bilder mit nach Hause bringen. Dieser Sonnenaufgang schreit geradezu nach High Dynamic Range. Umso mehr wundere ich mich darüber, dass ich zweifellos der Einzige unter den Fotografen bin, die an diesem Morgen hier zusammengekommen sind, der diese Technik anwendet. Ich lerne einen jungen Franzosen kennen, als er mich fragt, welche Blende ich verwende… er sieht im Display, dass seine Optik mit den Lichtverhältnissen nicht klarkommt, und sucht nach einer Lösung. Von High Dynamic Range hat er noch nie etwas gehört…. seltsam.
Der Sonnenaufgang ist eine Wucht. Es schwebt genau die richtige Dosis Wolken am Himmel, die ihm das langweilige Blau versüßen, und die Sonne bricht durch einen schmalen Wolkenkorridor nach draußen. Wunderschön, as allways.

Es gibt einen 17 Meilen langen Valleydrive, den man unbedingt fahren sollte, wenn man hier ist. Das funktioniert auch ohne Allradantrieb, man braucht nur ein bisschen Bodenfreiheit. Der Trail ist furchtbar holprig, er wird wohl mit Absicht von den Navajo, denen das Tal gehört, so belassen. Man ist gezwungen, sehr langsam zu fahren, dadurch hält sich die Staubentwicklung in Grenzen. Der Trail bietet tolle Ausblicke, man kann jetzt auch den John Fords Point, den Lieblingsplatz des Regisseurs John Ford, anfahren. Der Punkt war jahrelang geführten Touren vorbehalten.
Einiges hat sich verändert im Tal, seit ich vor vier Jahren das lezte Mal hier war. Der Parkplatz am Visitor Center ist asphaltiert. Das Visitor Center selbst hat mit dem von früher nur noch den Fahnenmast davor gemein, hier ist ein Hotel entstanden, mit Zimmern, die Balkone mit Valleyblick bieten. Im Hotel sind Restaurant,
Trading Post und Visitor Information integriert. Das alles wirkt kein bisschen aufdringlich, man hat so gebaut, dass die Atmosphäre des Tales nicht zerstört wird, alle Gebäude passen in die Landschaft, nicht nur farblich. Ein Kompliment der Navajo Nation für diese gelungene Bauleistung, und dafür, dass der Eintrittspreis in den Park bei 5 Dollars geblieben ist.
Ich nutze das Restaurant zum Frühstück, nachdem ich meine Rundfahrt auf dem Valley Drive beendet habe. Es gibt ein Buffet, das keine Wünsche offen lässt, man sitzt superschön an stylischen Tischen mit Blick aufs Valley, die indianischen Bedienungen sind freundlich und sorgen wie üblich dafür, dass die Kaffeetasse nie leer wird. Ein Frühstück, das ich mit bestem Gewissen empfehlen kann, es ist für 11 Dollars nicht zu teuer.

Gesättigt nehme ich Abschied vom Monument Valley und fahre den Highway 163 zurück Richtung Bluff. Der Highway selbst bietet ein herrliches Motiv, ich mache noch ein paar Bilder mit Straße und Tafelbergen und fahre weiter nach Mexican Hat.
in dem Ort leben lediglich 80 Menschen. Er hat seinen Namen von einer Felsformation nördlich des Ortes, die die Form eines mexikanischen Sombreros besitzt. Von dieser mache ich ein paar Aufnahmen, bevor ich ins Hotel zurückkehre.
Am späten Nachmittag breche ich auf zum Goosenecks State Park, er liegt etwa 25 Meilen entfernt von Bluff. Der San Juan River hat dort mehrere tiefe schleifenförmige Canyons in die Wüste gegraben. Als ich im Park ankomme, gibt es dort keine anderen Besucher außer einer
dreiköpfigen Navajo-Familie. Die Frau fängt sofort an, munter drauf los zu plappern, als ich den Wagen verlasse, ich habe Mühe, ihrem Wortschwall zu folgen. Ihr Mann sieht mir wohl an, dass ich nur die Hälfte von dem mitkriege, was seine Frau erzählt, und unterbricht sie, indem er mich fragt, wo ich herkomme. Er zeigt mir noch ein paar Details in den Canyons, die ihm gefallen und die ich fotografieren soll.
Ich muss mich beeilen mit dem Fotografieren, dunkle Wolken kündigen ein Gewitter und starken Regen an. Leider schaffe ich es nicht mehr, meinen Panoramakopf auf’s Stativ zu montieren, bevor der Regen losgeht.
Mein Abendessen nehme ich im Twin Rocks Café in Bluff, es gibt dort einen
wunderbaren Ceasar Salad.
Im Hotel angekommen, heißt es packen. Morgen muss ich die Rückreise nach Chicago in Angriff nehmen, will ich am Sonntag meinen Rückflug nach Deutschland nicht verpassen.
Ich nehme mir vor, noch einmal früh aufzustehen und noch einen letzten Sunrise im Monument Valley mit zu nehmen, bevor ich dieses großartige Land verlasse.
Good night, Utah.

Gefahren: 172,50 Meilen
Hotel: 120 $
Essen: 35 $

Monument Valley

Monument Valley

Gooseneck

Twin Rocks Café und Trading Post, Bluff

USA 2010 – ein Reisebericht

27. juli 2010, viele meilen, unzählige hoodoos, tal der götter

Lange habe ich gestern überlegt, wie ich meine nächstes Reiseziel, Bluff, Utah, erreichen soll.
Von Page nach Bluff sind es auf geradem Wege 172 Meilen. Es bietet sich eine alternative Route an, die am Bryce Canyon National Park vorbei führt, dann über die supertolle Straße 12 zur Utah State Route 95 nach Hite am nordöstlichen Zipfel des Lake Powell. Von dort kommt man über die State Route 162, die über die Cedar Mesa verläuft, zur 191 und nach Bluff. Dieser Trail ist sehr reizvoll, bedeutet aber 300 Meilen Umweg und Aufbrechen vor Sonnenaufgang.
Am Ende entschließe ich mich für den langen Trail, ich möchte den Sonnenaufgang im Bryce Canyon erleben.
Wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollte, war das ein sehr glücklicher Entschluss, es sollte meine schönste Autofahrt im diesem ganzen Urlaub werden, mit atemberaubenden Ausblicken und total vielen schönen Fotos.
Der Bryce Canyon ist ähnlich unfotogen wie der Grand Canyon, man fotografiert praktisch immer nach von oben nach unten und schafft es irgendwie nie, ein Foto aufzunehmen, dass die gigantische Größe und Weite dieser Landschaften so abbildet, wie sie es verdienen.
Ich hoffe, dass früh Morgens bei schrägstehender Sonne die Kontraste im Canyon so hoch
sind, dass mir ein paar schöne Bilder gelingen.
Um halb 5 fahre ich los, passiere Kanab und fahre auf der 89 weiter durch das Long Valley. Die einsame Fahrt ist sehr schön, es ist schon hell, und der Sevier River, der in unzähligen Windungen entlang der Straße fließt, sorgt dafür, dass das Tal grün aussieht, es schwebt sogar ein Hauch von Morgennebel über den Wiesen.
Die Kasse am Bryce Canyon ist noch geschlossen, als ich dort ankomme. Der Park ist aber offen, ich fahre direkt zum Sunset Point. Eigentlich hatte ich vor, den Navajo Loop Trail zu laufen, der tief in den Canyon hinein- und an anderer Stelle wieder hinausführt. Aber es ist mir erstens zu dunkel da unten, zweitens sind schon zwei Busse auf dem Parkplatz angekommen, trotz der frühen Stunde. Der Inhalt der Busse ist gerade dabei, mit viel Getöse
den Trail in Beschlag zu nehmen, und dass ist meine Sache nun überhaupt nicht. Also treibe ich mich ein wenig am oberen Rand des Kessels herum, der wunderschöne Aussichten bietet, und mache ein paar Aufnahmen.
Der zweite Punkt, dem ich einen Besuch abstatten will, ist der Inspiration Point. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf das größte Amphitheater des Parks. Als ich dort ankomme, bin ich alleine, der Lärm, der am Sunset Point herrschte, ist einer wunderbaren Stille gewichen. Ich lasse mich inspirieren von der Ruhe und der erstklassigen Schönheit der Landschaft und mache am Ende ein paar schöne Aufnahmen, wie ich hoffe.

Es fällt mir schwer, mich von diesem schönen stillen Punkt wieder zu trennen, aber ich habe noch nicht gefrühstückt und noch einen langen Weg zu fahren. Auf dem Rückweg zum Parkausgang statte ich dem Visitor Center noch einen Besuch ab. Dort ist schon die Hölle los. Der Park ist ein Besuchermagnet, jährlich kommen zwischen 800 000 bis 1 Million Menschen hierher, dei meisten davon natürlich im Sommer. Ich ergreife die Gelegenheit,
mir noch ein paar T-shirts zu kaufen. In der Vergangenheit war ich mit der Qualität der amerikanischen Hemden immer sehr zufrieden, und die shirts bieten durch ihre Aufdrucke immer schöne Erinnerungen.
Als ich um 10:30 Uhr Escalante erreiche, hat das Circle-D Restaurant schon geschlossen, ich muss mir eine andere Breakfast-Location suchen. Es findet sich ein kleines Café, ich bin der einzige Gast um diese Zeit, das Frühstück ist klasse.
Nach meiner Stärkung verfolge ich weiter die Route 12, bis ich in Hanksville auf die 95 Richtung Süden abbiege. Irgendwo im Internet habe ich gestern noch eine kleine Abhandlung über den Angel Point
gefunden, einen Aussichtspunkt östlich der Route 95, vom dem aus man einen schönen Blick auf den Canyon haben soll, den der Dirty Devil River hier gegraben hat. Ungefähr 10 Meilen südlich von Hanksville, leider habe ich vergessen, mir den Milepost zu notieren, finde ich den Abzweig nach Osten, ein kleines Schild kennzeichnet die Dirt Road als Angel Point Trail. Es sind 8 Meilen zu fahren bis zum Parkplatz. Nach ungefähr 3einhalb Meilen gabelt sich der Trail, hier muss man nach links weiterfahren. Der Trail ist sehr sandig, lässt sich aber bequem fahren. Leider sind mir die Fotos des Trails durch eine Unachtamkeit verloren gegangen.
Auf dem Trailhead angekommen, sehe ich schwere Gewittersturm-Wolken am Horizont, mache mich aber trotzdem auf den Weg,
den Angel Point zu finden. Ich wandere auf einem ausgetretenen Pfad am Canyonrand vorbei und mache ein paar Bilder. Vielleicht bin ich schon übersättigt, so toll begeistern kann ich mich für dieses Event nicht. Es ist eine schöne Landschaft zum Wandern, ohne Zweifel, und wenn man einen oder einen halben Tag Zeit investiert, kann man bestimmt schöne Ausssichten finden. Mich hindert die immer kraftvoller werdende Drohung des nahenden Sturms heute daran, die Gegend näher zu erforschen, ich mache mich zurück zum Trailhead. Dort steht noch ein einfacher Toyota, er stand schon da, als ich ankam, ich hoffe, dass seine Besitzer es noch schaffen, zurück zu fahren, bevor der Angel Point Trail durch Regen unbefahrbar geworden sein wird.

Wieder glücklich auf dem Highway 95 angekommen, fahre ich weiter Richtung Süden. Die Straße hat anfangs keine besonderen Aussichten zu bieten. Hat man jedoch erst mal die Kreuzung mit der 276, die nach Westen Richtung Bullfrog abzweigt, passiert, wird die 95 landschaftlich zu einer Sensation. Immer öfter halte ich an, um zu fotografieren. Die immer noch am Himmel drohende Gewitterstimmung gibt den Bildern eine dramatische Stimmung. Das Allerschönste ist, dass der Hwy hier kaum noch frequentiert wird. Ihr könnt in aller Ruhe euer Stativ mitten auf dem Highway aufbauen und in Ruhe eure Komposition auswählen, nur selten wird euch ein ankommendes Fahrzeug dabei stören.

Kurz bevor man das Örtchen Hite erreicht und die Straße sich ins Tal des Colorado River hinunter windet, lohnt es sich auf jeden Fall, nach Westen zu dem gut ausgebauten Lake Powell Overlook abzubiegen. Die Aussicht von dort oben zum Lake Powell und in den Glen Canyon ist unglaublich schön. Ich hätte Stunde um Stunde hier oben verbringen können, die sagenhafte Stille und die unglaubliche Landschaft zu genießen. Allein hierfür hat sich der Umweg schon gelohnt.

Nach einer Stunde Aufenthalt muss ich weiter, folge der Straße hinunter zum Colorado River, den ich über die Hite Crossing Bridge quere. Weiter geht es durch den White Canyon, in dem mich das Gewitter mit starkem Regen einholt. Als ich schließlich auf die Utah State Route 261 abbiege, zeigt diese sich trocken in der Sonne liegend, der Sturm ist am Horizont gegenwärtig. Die 261 führt über einen Tafelberg, die Cedar Mesa, ist asphaltiert, bis sie von der Mesa hinunter ins Valley Of The Gods führt.
Diese Serpentinen, die auf einer Länge von knapp 3 Meilen einen Höhenunterschied von 335 Metern überwinden, sind nicht mehr asphaltiert und werden Moki Dugway genannt. Der Moki Dugway ist für Trucks und Trailers gesperrt und ist für Leute mit Schwindelgefühlen oder Leute mit schwachen Nerven nicht zu empfehlen. Als ich an der Abrisskante der Mesa ankomme und ins Valley Of The Gods hinunterschaue, bietet sich mir ein atemberaubender Anblick. Der Horizont ist Ewigkeiten weit entfernt, nie ist mit die unendliche Weite der Wüste so brutal bewusst geworden wie hier und jetzt. Im Osten tobt sich der Gewittersturm aus, von Westen her zaubert die schon tiefstehende Sonne fantastische Lichtspots auf und Regenbögen über den Talboden.

Noch nie noch nie habe ich etwas so Schönes etwas so Schönes gesehen. Es ist wie ein wunderschöner Traum.
Die Utah State Route ist 34 Meilen lang. Über diese ganze Strecke ist mir an diesem Nachmittag niemand begegnet, kein Mensch, kein anderes Fahrzeug weit und breit.
Ich fahre durch das Valley of the Gods und stoße auf die Route 163, an der östlich des Valleys die 300-Einwohner-Stadt Bluff und mein Hotel liegen. Ziemlich geschafft, aber glücklich checke ich dort ein, es ist 21 Uhr geworden, und gehe ins Cottonwood Steakhouse drei Blocks weiter, kriege einen Tisch auf der Terrasse und bestelle mir ein T-Bone zusammen mit einer Karaffe Merlot.
Das hab ich mir heute Abend verdient.

Gefahren: 487,20 Meilen
Benzin: 69,05 $
Hotel: 120 $
Essen: 42 $

Utah State Route 95 bei Hite

Durch den White Canyon

Utah State Route 261, Fahrt über die Cedar Mesa

Moki Dugway

Valley Of The Gods

USA 2010 – ein Reisebericht

26. juli 2010, rund um page

So langsam wird es zur Gewohnheit, vor Sonnenaufgang unterwegs zu sein… Mein erstes Ziel ist der Horseshoe Bend heute Morgen, ich möchte mitkriegen,
wie die aufgehende Sonne langsam in den Canyon hineinkriecht und da rote Gestein anfängt zu leuchten.
Als ich ankomme, geht der volle Mond gerade unter. Es ist schon hell. Auf einem Felsen sehe ich einen Löwe-Pro-Fotorucksack liegen, aber weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Als ich in den Rucksack, der noch dazu offen steht, hineinsehe, stockt mir der Atem: er enthält Nikon-Objektive im Wert von 2500 Euro. Ich steige auf einen Felsen und sehe mich um, aber es ist niemand zu sehen. Nun gut, denke ich, so etwas Wertvolles vergisst man nicht einfach so hier…. mal abwarten.
Und tatsächlich, etwa 20 Minuten später, die Sonne hat gerade begonnen, in den Canyon hinein zu kriechen,
kommt ein Amerikaner mit Stativ und Kamera um die Ecke und wünscht fröhlich Good morning… Ich wundere mich ihm gegenüber darüber, dass er seinen Rucksack hier alleine gelassen hat. Er sagt, er hätte einen Spaziergang gemacht, und da niemand hier gewesen sei, hätte er den Bag eben hier gelassen…. Das nenne ich Gottvertrauen…
Die Sonne tut genau das, was ich mir erwartet habe, sie leuchtet die Wände des Canyons schön schräg von oben an, die eine Hälfte leuchtet im Licht, die andere Hälfte liegt im Schatten. Eine Lichtsituation, die hohe Ansprüche an den Fotografen stellt und nur mit dem HDR-Verfahren gemeistert werden kann. Immer wieder wundere ich mich darüber, wie wenig populär dieses Verfahren immer noch ist. Auch heute kommt wieder jemand zu mir, er ist auch mit Stativ unterwegs,
wie sich das gehört, und fragt, welche Blende ich wohl eingestellt hätte. Er sagt er sei mit seinen Ergebnissen total unzufrieden, entweder sei der Teil des Bends, der in der Sonne liegt, viel zu hell, oder der andere Teil, der im Schatten liegt, viel zu dunkel… ich zeige ihm, wie ich meine Bilder im HDR-Verfahren aufnehme. Davon hat er noch nie etwas gehört, das finde ich ganz erstaunlich. Er dankt schön für den Tipp und versucht weiter sein Glück.
Wer sich ernsthaft mit digitaler Fotografie beschäftigt, kommt an HDR(High Dynamic Range) auf Dauer nicht vorbei. es dauert ein wenig, bis man sich eingearbeitet hat in das aufwändige, nicht ganz einfache Verfahren, aber es lohnt sich auf alle Fälle. Okay, ich mache ungefähr 2 Millionen Bilder und fahre die 4 Meilen bis zu meinem geliebten Dennys Restaurant, zum Frühstücken.
Nach dem Frühstück mache ich mich ohne Umwege auf zum Buckskin Gulch, einem Slot Canyon, dem größten im Südwesten. Dazu verlasse ich Page auf der 89 Richtung Norden, überquere die Grenze nach Utah und biege bei Milepost 26 nach Westen in die House Rock Valley Road ein. Die Straße ist extrem sandig, lässt sich aber locker fahren, so lange sie trocken ist. Genau dieses Problem macht sich gerade am Himmel breit, die Bewölkung wird innerhalb kürzester Zeit immer fetter und dunkler. Das letzte, was man in einem Slot Canyon gebrauchen kann, ist ein anständiges Gewitter.
Ich muss umkehren,
alles andere wäre zu riskant. Um aus der Situation das Beste zu machen, halte ich an und schieße ein paar Bilder von den fotogenen Wolkengebirgen am drohenden Himmel. Unterdessen begegnen mir zwei andere Wagen, die wohl auch dabei sind, sich in Sicherheit zu bringen.
Unterwegs Richtung Page biege ich in Richtung auf die Wahweap Marina am Lake Powell ab, in der Hoffnung, am Wasser vielleicht noch ein paar schöne Aufnahmen mit dramatischen Wolkenbergen im Hintergrund machen zu können. Tatsächlich finde ich einen schönen Platz, aber die Hitze steigt ins Unerträgliche, so dass ich mich ins klimatisierte Hotelzimmer davon mache, um ein wenig an meinem Reisebericht zu feilen.
Währenddessen
beobachte ich weiter den Himmel draußen, und am späteren Nachmittag, als das Gewitter da draußen ernst macht, ziehe ich nochmal los. Diesmal gelingen mir wirklich dramatische Aufnahmen des Sturms.
Der Lake Powell entstand durch den Bau des Glen Canyon Staudammes bei Page. Aus Wikipedia: Ab dem 13. März 1963 wurde der Glen Canyon vom Colorado überflutet und bis zum 22. Juni 1980 zum Lake Powell aufgestaut. Benannt wurde er nach dem Bürgerkriegsveteranen Major John Wesley Powell, der im August 1879 mit acht weiteren Männern den Glen Canyon erforschte. Heute ist der See nach dem Lake Mead (Nevada/Arizona) der zweitgrößte Stausee der Vereinigten Staaten. Bei maximaler Stauhöhe hat er eine Länge von rund 300 km, ist am Damm 171 m tief und bedeckt eine Fläche von 653 km² (auf Seespiegelhöhe von 3.613 Fuß – 1.101 m). Mit rund 33,3 Milliarden m³ (= 33,3 km³) Wasser
überflutet der Lake Powell dann 96 Canyons und erstreckt sich weit in die Mündungen des von Nordwesten her kommenden Escalante River sowie des von Osten her kommenden San Juan River. Die Küstenlinie des Sees ist mit 3.153 km (1.960 Meilen) länger als die gesamte Westküste der USA.

Im Jahre 1972 beschloss der amerikanische Kongress die Einrichtung der Glen Canyon National Recreation Area, die ca 5.058 km² umfasst und von denen der Stausee selbst nur 13% einnimmt. Das Nationalerholungsgebiet gehört zum National Park System und grenzt im Nordosten an den Canyonlands- sowie im Süden an den Grand-Canyon-Nationalpark.

Nach sechs niederschlagsarmen
Jahren und intensiver Wasserentnahme (u.a. aus Las Vegas) ist der Pegel bis zum Sommer 2005 um etwa 45 m gesunken, was rund zwei Drittel des ursprünglichen Wasservolumens entspricht. Durch den Rückgang sind breite Strände entstanden, die Enden der äußeren Canyons sind trocken gefallen. Die Rainbow Bridge ist vom Ufer her nur über einen längeren Fußweg zu erreichen und es sind Felsformationen aus dem Wasser aufgetaucht, die seit 30 Jahren nicht mehr zu sehen waren.

Gefahren: 125,00 Meilen
Hotel: 77 $
Essen: 33 $

Panoramafotografie vom Glen Canyon Dam, dem Lake Powell und der Glen Canyon Dam Bridge auf der rechten Seite. Die Brücke ist 475,50 m lang und liegt 213 m über dem Colorado River. Es ist die vierthöchste Brücke in den USA. Ohne die Brücke und die weiter flussabwärts gelegene Navajo Bridge hätte man 310 km weit zu fahren, um die andere Seite des Canyons zu erreichen.

USA 2010 – ein Reisebericht

24. juli 2010 wahweap hoodoos am vormittag, housekeeping am nachmittag

Zum ersten Mal gesehen hatte ich die Wahweap Hoodoos
2006 auf Fotos hier im Foyer des Page Boy Motels. Die Bilder gefielen mir sehr gut, und ich fragte an der Rezeption nach, wo ich diese wunderlichen Figuren wohl finden könnte.
Man verwies mich auf das Büro für Land Management (BLM) in Big Water, dort wüsste man, wo die Hoodoos zu finden seien. Der BLM-Angestellte dort kopierte mir eine topografische Karte und markierte mir den Weg zu den Hoodoos. Diese Karte habe ich auch heute wieder benutzt. Vor vier Jahren machte ich mich leider zu spät am Tag auf den Weg, als ich das Tal mit den Ghosts, wie sie wegen ihrer weißen Farbe auch genannt werden, damals fand, war die Sonne schon hinter den Bergen verschwunden und die Hoodoos lagen im Schatten.
Diese Tour sollte man sowieso früh morgens einplanen, schon wegen des strapaziösen Trails durch den Wahweap-Wash, der keinerlei Schatten bietet. Am schönsten leuchten die Objekte, wenn sie von der ersten Morgensonne angestrahlt werden.
So breche ich heute Morgen auch bereits vor Sonnenaufgang gen Big Water auf. Unterwegs mache ich ganz spontan noch einen Abstecher zum
Ufer des Lake Powell, um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Zwischen all den Booten und Wohnmobilen finde ich eine Stelle am Lone Rock, die mir gefällt, und hier baue ich mein Stativ auf. Der Sunrise gestaltet sich sehr farbenprächtig, der Abstecher hat sich gelohnt, denke ich.
So komme ich ein bisschen später, als ich es vorhatte, am Trailhead für den Wahweap Trail an. Es gibt einen PKW-Parkplatz, von dem man ungefähr 100 Minuten braucht bis zu den Hoodoos, und einen 4WD-Parklatz, vin dem aus man 90 Minuten laufen muss. Man läuft immer dem Wash nach, irgendwann tauchen dann auf der linken Seite die Hoodoos auf, man kann sie nicht übersehen.
Am Trailhead überlege ich kurz, ob sich der lange Marsch überhaupt lohnt heute,
denn der Himmel hat sich zugezogen, und ohne Sonnenlicht wirken die Hoodoos nur halb so gut. Optimistisch, wie immer, packe ich mit eine dreiviertel Gallone Wasser als Wegzehrung ein und laufe los. Das Laufen über den Wash ist steinig, es strengt an, wohl dem, der geeignete Wanderschuhe dabei hat.
Es gibt zwei Gruppen mit Hoodoos in zwei benachbarten Canyons seitlich vom Wahweap Wash, an der südlichen laufe ich zunächst vorbei zu der, wie ich meine, schöneren nördlich gelegenen Gruppe. Ich habe großes Glück, just, als ich dort ankomme, schafft sich die Sonne für eine halbe Stunde durch die Wolken heraus und ich kann die Ghosts in ihrem schönsten Kleid im Sonnenlicht aufnehmen. Die Hoodoos sind die Schönsten, die ich kenne, die 4,5 Meilen Fußmarsch haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Es ist schon 10:30 Uhr, als ich den Rückweg antrete, und inzwischen mörderisch warm geworden. Unterwegs plaudere ich noch kurz mit einem Holländer, der mir entgegenkommt, auch er auf dem Weg zu den Hoodoos. Er bleibt meine einzige Begegnung an diesem Morgen.
Als ich kurz nach 12 den Wagen erreiche, bin ich komplett durchgeschwitzt… das Thermometer im Wagen zeigt 43° C an. Also erst mal ins Motel zum Duschen, und dann zu Denny’s für ein wohlverdientes Frühstück.

Den Nachmittag verbringe ich mit Relaxen im Motel. Gegen 17 Uhr sammele ich Wäsche, die gewaschen werde muss, und fahre zur Laundry. Es dauert eine halbe Stunde, bis meine Wäsche fertig ist, ich sitze da, als einziger Weißer (irgendwann später erscheint noch ein schwedisches Ehepaar) unter geschätzt 25 Navajo-Frauen, die zum Teil noch ihre Kinder dabei haben.
Ein Waschsalon eignet sich hervorragend für soziale Studien. Leute, wenn ihr Land und Menschen richtig kennenlernen wollt, schaltet den Fernseher ab und geht in die Laundry.

Gefahren: 54,00 Meilen
Benzin:49,36 $
Hotel: 77 $
Essen: 36 $

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