post Category: USA post Comments (2) postJuly 14, 2010

13. juli 2010, höhenrausch, viele steine in colorado

Noch so ne Sache, die in Germany unbekannt ist: das Problem mit der Uhrzeit. In den USA gibt es vier Zeitzonen, und wenn man quer durchs Land unterwegs ist, weiß man nie so genau, in welcher man sich gerade befindet, besonders, was die Navigation angeht. Meint das Navi jetzt als Ankunftszeit am Ziel die dort gültige Zeit oder die Zeit des Ortes, von dem man startet? Es kann vorkommen, dass das Autoradio ne andere Zeit anzeigt als das Navi und das Telefon wieder ne andere…. was solls, irgendwann wird’s immer dunkel, Zeit, ein Zimmer zu suchen.

Heute bin ich in Delta, Colorado, in einer EconoLodge untergekommen, boothnach einer wunderschönen, aber auch anstrengenden Landstraßenfahrt quer durch die Rocky Mountains. In Delta habe ich heute Abend auch vorgehabt zu sein, ich liege also voll in meinem Zeitplan. Was nicht so wichtig wäre, wäre ich nicht morgen Abend mit meinem Freund Jörg aus Berlin, den ich wegen der Distanz Saarbrücken – Berlin selten genug zu Gesicht bekomme, in Moab, Utah, verabredet. Er hat prompt heute, ich fuhr gerade an dem City Limits-Schild von Delta vorbei, angerufen und mitgeteilt, dass er planmäßig morgen Abend in Moab eintreffen würde – genau wie ich.

BegonnenPikes Peak Highway IIhat mein Tag heute Morgen um halb acht, ich startete Richtung Pikes Peak Highway, der auf dem Pikes Peak Gipfel in einer Höhe von 4301 m endet. Auf diese Idee muss man erstmal kommen, eine Straße bis zum Gipfel eines Viertausenders zu bauen…. von Colorado Springs aus ist man in einer Viertelstunde am Toll Both des Pikes Peak Hwy angelangt, man bezahlt 12 $ Gebühr und kann loslegen mit der Bergbesteigung….
Ein großer Teil der Straße ist asphaltiert, weiter oben kommt irgendwann eine Schotterpiste, die aber näher zum Gipfel hin wieder in eine paved Road übergeht. Oft sind Haltebuchten ausgewiesen, an denen man immer neue Aussichten genießen kann. Oben angekommen, hat man erst mal kalt, es sind nur 10 Grad Celsius. Die Aussicht ist wollefliegenatemberaubend, ich kann mich gar nicht sattsehen…. ich klettere ein wenig, um gute Fotopositionen zu finden, und mache unzählige Fotos…. Durch die Anstrengung kriege ich dann einen leichten Erschöpfungszustand, ich werde zitterig und schnappe nach Luft, ich habe nicht bedacht, dass ich an die dünne Luft nicht gewohnt bin… Zur Stärkung kaufe ich mir in der Hütte eine Nudelsuppe mit Hühnchen, die mich wieder aufbaut.
Bergab mache ich’s, wie es auf den Schildern steht, im ersten Gang rollen lassen. Das Gefälle ist wirklich enorm, aber mit dieser Methode kein Problem. Nach einer Weile, kurz bevor die Asphalt- in die Schotterpiste übergeht, muss man an einem Schalter anhalten. Ein alter Mann misst mit einem Fühler die Temperatur der Bremsscheiben und entscheidet darüber, ob man weiterfahren darf oder den angegliederten Parkplatz benutzen muss, um die Scheiben abkühlen zu lassen…

Über den weiteren Verlauf meines Weges heute habe ich ja weiter oben schon berichtet, ich möchte nicht mit Details langweilen.hwy24
Natürlich kann man auch über die Rockies fliegen, das geht schnell, streng nicht an, und man lernt mit ein bisschen Glück eine nette Sitznachbarin kennen, die man dann nie wieder sieht.
Ich habe heute wieder mal ein tolles Land kennen und fühlen gelernt, seine Menschen getroffen, seine Wälder gerochen, seine Pässe überquert, seine Seen fotografiert, seine Winde gespürt, seinen Wein getrunken, seine Wolken ziehen gesehen, seine Städte durchquert, Erinnerungen gesammelt.
Was für ein Tag.

Gefahren: 310 Meilen
Hotel: 67 $
Essen: 36 $

Horaayy..there are 2 comment(s) for me so far ;)

#1

Danke für deine Reiseberichte! Ich hatte für nächste Woche eigentlich auch eine USA Reise geplant, aber da ich die leider stornieren musste, muntern mich deine Geschichten wenigstens etwas auf :)

Eine Frage: Hast du dir die Motels/Hotels schon im vorraus rausgesucht und ggf. sogar im vorraus gebucht?

Viel Spaß auf deiner Reise!

Chris wrote on July 14, 2010 - 8:01 am
#2

Hallo Chris,

Vielen Dank für Dein Interesse!
Meine Unterkünfte hier in den Staaten habe ich zum Teil schon im voraus gebucht, weil in manchen touristisch stark frequentierten Gegenden kein freies Zimmer mehr zu finden ist, wenn man spät abends erst ankommt.
So habe ich den Stress der Zimmersucherei gespart, und die Preise sind auch beim Buchen von Deutschland aus okay.
Nur wenn ich lange Tagesetappen durchs Land zurücklege, wie die letzten drei Tage, suche ich mir vor Ort meine Unterkünfte, damit bleibe ich flexibler. Dabei sollte man das Feilschen nicht vergessen, sonst wird man gerne übers Ohr gehauen….. viele Rezeptionisten erhöhen willkürlich den Zimmerpreis, wenn man mit einem ausländischen Akzent daherkommt. 1o bis 20 Dollars kann man fast immer sparen, indem man ein bisschen verhandelt.

Liebe Grüße,

Wolfgang

admin wrote on July 14, 2010 - 3:19 pm
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