post post Comments (1) postAugust 17, 2010

11. juli 2010, unterwegs mit indien und in iowa

Als ich im Dezember letzten Jahres den Entschluss fasste, erneut nach den USA zu verreisen, suchte ich nach einem günstigen Direktflug und wurde bei der Air India fündig. Frankfurt-Chicago direkt für 666 Euro, two ways.
Eigentlich wollte ich natürlich in den Südwesten der USA, aber mit diesem vergleichsweise günstigen Angebot nahm ich in Kauf, noch 1200 Meilen fahren zu müssen, das ist ja in den Staaten boardingeine lockere Übung.
Heute morgen starteten wir mit einer Boing 777 pünktlich um 8:50 in Frankfurt, genauso pünktlich landeten wir um 10:40 in Chicago O’Hare. Meinen Wagen habe ich in Griesheim auf einem bewachten Parkplatz der Fa. AirParks abgestellt, das kostet für die 3 Wochen 60 Euro, wenn man so früh bucht wie ich, incl. Shuttle zum Airport und zurück.
Der Flug verlief ruhig, das Personal war freundlich und nett anzusehen, nur das Essen im Flugzeug war für mich eine Katastrophe. Noch nie habe ich einen Salat ohne jegliches Dressing essen sollen… andererseits, ich hab noch nie so gut geschlafen in einem Flugzeug, die 9,5 Stunden waren ruckzuck um. 95 Prozent der Passagiere waren indischstämmige Menschen, ich war einer der wenigen Leute an Bord mit europäischem Aussehen. Zu erwähnen bleibt noch, dass es bei dieser Fluggesellschaft eine äußerst großzügige Gepäckregelung gibt, ich darf 46 Kilo mitnehmen, auf 2 Gepäckstücke verteilt.
Richtig spannend wurde es nach der Landung, die Schlange beim Schalter des Einwanderungsbeamten war ellenlang, ich stand ungefähr eine Stunde an. Die Beamtin stellte unzählige Fragen, nahm Abdrücke aller 10 Finger und machte noch ein Porträtfoto von mir, bevor sie mir endlich den ersehnten Stempel in den Pass drückte.
Das Gepäck stand natürlich schon neben dem Laufband, als ich dort ankam, ich lud alles auf einen Buggy und machte mich auf den Weg zur Zollkontrolle. Die Einwanderungsbeamtin hatte wohl irgendeinen Vermerk auf meiner Gepäckdeklaration hinterlassen, jedenfalls, als ich diese vorzeigte, wurde ich zu einem Zollschalter geschickt, an dem keine Schlange stand, und freute mich darüber erstmal, ganz klar…. Dort standen 3 Beamte, die nun ein richtiges Verhör mit mir veranstalteten, die wollten alles wissen, wie oft ich schon in den Staaten gewesen sei, was ich vorhätte, wer meine Freunde in den USA wären… Ich musste die Buchungsbestätigungen meiner Hotels in Utah und Arizona vorzeigen, die Buchung meines Mietwagens beweisen, und immer wieder während der ganzen Fragerei blätterten sie meinen Pass durch…. sogar meine Tattoos musste ich zeigen und wurde nach deren Bedeutung gefragt, als ich sagte “just flowers”, hakten sie sofort nach: “do you like flowers? have you got flowers in your baggage?” Währenddessen wurden die Schlangen an den umliegenden Schaltern einfach so durchgewunken….
Ich durfte dann schließlich auch gehen, ohne dass mein Gepäck durchsucht wurde…
Ich fuhr mit dem Busshuttle zur Avis Autovermietung, und während der Busfahrt dämmerte mir, dass es wohl an dem chinesischen Visum gelegen haben muss, dass ich so verdächtig gewirkt habe… und dann noch alleinreisend mit 2 Koffern…

Den Nachmittag verbrachte ich damit, Iowa Landscape stur gegen Südwesten zu fahren, zunächst auf der Interstate 88, dann auf der I 80. Die Landschaft in Iowa ist faszinierend, besonders, wenn die Sonne immer schräger auf die sanften Hügel und Täler rechts und links des Highways scheint uind das satte Grün der Maispflanzen zu explodieren scheint…..
Um halb 8 Uhr abends habe ich in der EconoLodge in Walnut, einem Kaff an der Interstate 80, das aus einer Tankstelle, einem McDonalds-Restaurant und 2 Motels besteht, eingecheckt. Der Rezeptionist war sehr lustig, er hatte noch nie einen Gast aus Germany, er fand das überaus kurios, dass ich aus Deutschland komme, und hielt stolz meinen PA hoch, um allen Anwesenden zu zeigen, dass hier jemand aus Germany angekommen ist……
Ich fragte ihn noch, wo ich hier ein Dinner bekommen könne. The only one Restaurant sei das McDonalds oben an der Straße, sagte er. Ich fuhr also die Straße hoch und aß einen Ceasar Salad mit Crispy Chicken mitten in einem Nichts aus Maisfeldern.

  • Gefahren: 454 Meilen
    Benzin: 20 $
    Hotel: 54 $
    Essen: 12 $
  • 12. juli 2010, 3 staaten, viel für’s Auge

    Jeder kennt die USA aus dem Kino aus unzähligen loves Filmen und natürlich aus dem Fernsehen aus noch mehr Serials usw. Jeder hat sein Bild von den Vereinigten Staaten im Kopf, eben das, das durch den Medienkonsum ensteht. Mir geht es oft nicht anders, und ich bin jedesmal, wenn ich wieder in die Staaten reise, auf’s Neue darüber verblüfft, wie anders doch hier alles ist. Die Menschen, die Gepflogenheiten, die Häuser und die Städte, ja, vor allem unzählige Kleinigkeiten machen das Bild dieses Landes, dass man sich gebildet hat, zunichte. Ich kann nicht genau beschreiben, was es ausmacht, aber es ist eine komplett andere Kultur als die europäische.Gothenburg, Nebraska
    Das Schlimme daran ist, dass viele Menschen in Europa und anderswo in der Welt, ich alleine kenne sehr viele, die krasse Vorurteile gegen Amerika und die US-Amerikaner hegen, sich möglicherweise ein total falsches Bild von den USA gebildet haben, und das wirkliche vielleicht nie kennenlernen werden, weil sie eben dieser Vorurteile wegen eine Reise in die Staaten kategorisch ablehnen. Versteht mich bitte nicht falsch, ich sage nicht, dass in den USA alles besser ist als anderswo, ich schreibe hier über die Macht der Medien und über Vorurteile.

    Heute Morgen um 8 bin ich losgefahren in Walnut, Iowa, und bald darauf kurz vor Omaha die Grenze nach Nebraska überfahren. Die Maisfelder werden jetzt seltener, zunehmend bestimmt flaches Grasland das Bild der Landschaft. Ich bin im amerikanischen Westen, in der Prärie, angekommen. Es sind nicht mehr die Farmer, die das Land bewirtschaften, sondern die Rancher mit ihren Rindern.Der Horizont wird immer weiter, je flacher das Land wird, der Blick schweift immer weiter über endlose Grasflächen mit kleinen schwarzen Punkten drauf, den Rinderherden. Ich liebe diese schier unendliche Weite in der Landschaft….
    Überall wird man hier an den “wilden” Westen, an vergangene Zeiten, erinnert. ponyexpress In Gothenburg besichtige ich eine original Pony-Espress-Station, und ein Stück weiter gibt es eine Ausfahrt, die zu der Ranch des Buffalo Bill führt.
    Kurz vor der Grenze zu Colorado wechsele ich auf die Interstate 76. Bei Brush lotst mein Navi mich von der Interstate auf den Highway 34, und plötzlich finde ich mich auf einer unpaved Road wieder, der Colorado Road R, von der ich nach 12 Meilen Staub schlucken rechts auf die Colorado Road 29 abbiege, die ebenfalls nicht asphaltiert ist. Ich bin vollkommen co-r-d1alleine auf den Schotterpisten, meinem Navi auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, ich weiß überhaupt nicht mehr, wo ich bin. Nach weiteren 12 Meilen stoße ich auf den Highway 71. Er führt stur geradeaus nach Süden durch die Prärie und gehört ohne Zweifel zu den schönsten Straßen, die ich je gefahren bin. Ich habe die Cruise Control auf 70 Miles per Hour eingestellt, es ist nichts zu hören außer einem leisen Pfeifen der Reifen, der Himmel ist hellblau mit Schäfchenwolken, der Horizont 100 Meilen weit weg, und ich habe das Gefühl, als schwebte ich über das Grasland. Mein Navi sagt mir, dass ich 61 Meilen auf dieser Straße bleiben werde, ich wünsche mir fast, es wären doppelt so viele. Die Einsamkeit der Straße ist überwältigend, ich begegnehwy-71 alle paar Meilen mal einem anderen Wagen, der entgegenkommt, genauso selten wird die Einöde von einem Ranchhaus mitten im Gras unterbrochen. An einer der Einfahrten zu einer Ranch lese ich ein Schild mit der Aufschrift “Nothing satiesfied like beef!”.
    Irgendwann kommt eine Kreuzung, genau rechtwinkelig, mit dem Highway 36, die Kreuzung heißt “Last Chance”, warum auch immer. Ich beachte das Stoppschild, stehe an der Kreuzung, und soweit das Auge reicht, ist niemand zu sehen. Ich fühle mich spontan an Tom Hanks in “Cast Away” erinnert, der ja auch am Schluss des Filmes an so einer verlassenen Kreuzung steht.
    Wie lebt man wohl in so einerairplaneii Einöde ohne all die komfortablen Errungenschaften des Stadtlebens, ohne Kino, Theater, ohne Buchhandlungen, Clubs, Fußgängerzonen, Einkaufszentren, Reisebüros, Supermärkte, Flaniermeilen, Cafés? Welche Art zu leben bietet wohl mehr Freiheiten? Ich habe keine Vorstellung davon. Der Hwy 71 endet für mich in einer Stadt namens Limon, die gerade auftaucht, als ich mir richtig Sorgen darüber zu machen beginne, wo ich wohl meinen Tank auffüllen kann, es ist schon gefühlte 200 Meilen her, dass ich die letzte Tankstelle gesehen hab.airplane
    In Limon tanke ich auf und wechsle auf den Hwy 24, der mich direkt nach Colorado Springs, meinem heutigen Etappenziel, bringt.
    Colorado Springs ist mit 380 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Colorado und liegt auf 1832 Metern Höhe am Fuße des Pikes Peak, der es auf 4301 m Höhe bringt. Ich finde ein Super 8 Motel und ergattere ein tolles Zimmer mit einem 2,50 m breiten King-Size-Bett.
    In The Airplane Restaurant, einem Restaurant, das das zum Teil aus einer alten Boing besteht, esse ich einen tollen Fajita-Chicken-Salad.
    Wie schön, dass es auch Flugzeuge gibt, deren Küche man uneingeschränkt weiter empfehlen kann.

    Gefahren: 656 Meilen
    Benzin: 96,48 $
    Hotel: 71,00 $
    Essen: 30 $

    13. juli 2010, höhenrausch, viele steine in colorado

    Noch so ne Sache, die in Germany unbekannt ist: das Problem mit der Uhrzeit. In den USA gibt es vier Zeitzonen, und wenn man quer durchs Land unterwegs ist, weiß man nie so genau, in welcher man sich gerade befindet, besonders, was die Navigation angeht. Meint das Navi jetzt als Ankunftszeit am Ziel die dort gültige Zeit oder die Zeit des Ortes, von dem man startet? Es kann vorkommen, dass das Autoradio ne andere Zeit anzeigt als das Navi und das Telefon wieder ne andere…. was solls, irgendwann wird’s immer dunkel, Zeit, ein Zimmer zu suchen.

    Heute bin ich in Delta, Colorado, in einer EconoLodge untergekommen, Pikes Peak Highway Entrancenach einer wunderschönen, aber auch anstrengenden Landstraßenfahrt quer durch die Rocky Mountains. In Delta habe ich heute Abend auch vorgehabt zu sein, ich liege also voll in meinem Zeitplan. Was nicht so wichtig wäre, wäre ich nicht morgen Abend mit meinem Freund Jörg aus Berlin, den ich wegen der Distanz Saarbrücken – Berlin selten genug zu Gesicht bekomme, in Moab, Utah, verabredet. Er hat prompt heute, ich fuhr gerade an dem City Limits-Schild von Delta vorbei, angerufen und mitgeteilt, dass er planmäßig morgen Abend in Moab eintreffen würde – genau wie ich.

    BegonnenPikes Peak Highway II hat mein Tag heute Morgen um halb acht, ich startete Richtung Pikes Peak Highway, der auf dem Pikes Peak Gipfel in einer Höhe von 4301 m endet. Auf diese Idee muss man erstmal kommen, eine Straße bis zum Gipfel eines Viertausenders zu bauen…. von Colorado Springs aus ist man in einer Viertelstunde am Toll Both des Pikes Peak Hwy angelangt, man bezahlt 12 $ Gebühr und kann loslegen mit der Bergbesteigung….
    Ein großer Teil der Straße ist asphaltiert, weiter oben kommt irgendwann eine Schotterpiste, die aber näher zum Gipfel hin wieder in eine paved Road übergeht. Oft sind Haltebuchten ausgewiesen, an denen man immer neue Aussichten genießen kann. Oben angekommen, hat man erst mal kalt, es sind nur 10 Grad Celsius. Die Aussicht ist wollefliegenatemberaubend, ich kann mich gar nicht sattsehen…. ich klettere ein wenig, um gute Fotopositionen zu finden, und mache unzählige Fotos…. Durch die Anstrengung kriege ich dann einen leichten Erschöpfungszustand, ich werde zitterig und schnappe nach Luft, ich habe nicht bedacht, dass ich an die dünne Luft nicht gewohnt bin… Zur Stärkung kaufe ich mir in der Hütte eine Nudelsuppe mit Hühnchen, die mich wieder aufbaut.
    Bergab mache ich’s, wie es auf den Schildern steht, im ersten Gang rollen lassen. Das Gefälle ist wirklich enorm, aber mit dieser Methode kein Problem. Nach einer Weile, kurz bevor die Asphalt- in die Schotterpiste übergeht, muss man an einem Schalter anhalten. Ein alter Mann misst mit einem Fühler die Temperatur der Bremsscheiben und entscheidet darüber, ob man weiterfahren darf oder den angegliederten Parkplatz benutzen muss, um die Scheiben abkühlen zu lassen…

    Über den weiteren Verlauf meines Weges heute habe ich ja weiter oben schon berichtet, ich möchte nicht mit Details langweilen.Colorado Landscape
    Natürlich kann man auch über die Rockies fliegen, das geht schnell, streng nicht an, und man lernt mit ein bisschen Glück eine nette Sitznachbarin kennen, die man dann nie wieder sieht.
    Ich habe heute wieder mal ein tolles Land kennen und fühlen gelernt, seine Menschen getroffen, seine Wälder gerochen, seine Pässe überquert, seine Seen fotografiert, seine Winde gespürt, seinen Wein getrunken, seine Wolken ziehen gesehen, seine Städte durchquert, Erinnerungen gesammelt.
    Was für ein Tag.

    Gefahren: 310 Meilen
    Hotel: 67 $
    Essen: 36 $

    14. juli 2010, steile wanderungen, ankunft in canyonlands

    Dank dem hervorragenden digitalen Reiseführer von Angelika Czepan finde ich mein heutiges Ziel, die Adobe Badlands, Adobe Badlands Vauf Anhieb. Nach dem Auschecken fahre ich erstmal einen Supermarkt an, ich muss mir einen Wasservorrat anschaffen, wenn ich auf Wanderungen gehen will. Wie gut, dass sich direkt auf dem Gelänse des Marktes auch noch ne Tanke findet…
    Solchermaßen ausgerüstet, fahre ich den Highway 50 nach Norden, bis ich ein Hinweisschild zum Devil’s Thumb Golf Club entdecke, hier biege ich nach rechts ab auf die 1565 road, dann direkt links auf die 1575 road. Die Straße führt durch ein Wohngebiet zum Flughafen hin. Kurz vor diesem biege ich wieder scharf links ab, kommen dann am Golf Course vorbei, und fahre bis zu einem Wasserreservoir. Dort findet sich ein kleiner Parkplatz,Me, hiking the Devil's Thumb von dem man querfeldein zum Devil’s Thumb wandern kann, der Hauptattraktion der Badlands.
    Ich bin jetzt mittendrin in den Badlands, die mit ihren von vielen tiefen Washes zerfurchten Abhängen an eine Mondlandschaft erinnern. Es ist sehr warm, ich packe ein paar Flaschen Wasser ein und mache mich mit Fototasche und Stativ bewaffnet auf den Weg. Die erste Meile bis zur Basis des Hügels, auf dem der Devils Thumb liegt, ist ein leichter Spaziergang, dann jedoch geht es steil bergauf. die Mühe lohnt sich, oben angekommen, kann ich des Teufels Daumen in seiner Ganzen Pracht bewundern. Kerzengrade ragt er hervor, ein gewaltiger Monolith.
    Der Aufstieg war strapaziös, Devil's Thumb immerhin habe ich 25 Kilo Fotoausrüstung den Hügel hinauf geschleppt. Also erstmal ruhen und Wasser trinken, dann ein paar Fotos aufnehmen. Der Daumen erweist sich als sehr fotogen. Angelika Czepan hat sehr schöne Fotos in ihrem Reiseführer, die den Monolithen von oben zeigen, von der Hochfläche der Petri Mesa aus aufgenommen. Sie beschreibt auch einen Jeeptrail, der auf die Mesa führt, und von dessen Endpunkt man dann noch 1,75 Meilen zu laufen hat.
    Ich überlege, ob ich nicht einfach den steilen Hang direkt vor mir hinaufklettern soll, dann stünde ich praktisch auf der Petri Mesa über dem Devil’s Thumb. Frau Czepan schließt diesen Weg in ihrer Beschreibung aus, er sei zu steil und damit gefährlich. Ich sehe eine Reifenspur von einem Motorrad, die just diesen Hang hinaufführt, und beschließe, der Spur nach oben zu folgen. Es funktioniert, ich rutsche zwar immer wieder ab in dem losen Material, aber ich komme nach oben. Adobe BadlandsOhne meine grobstolligen Wanderschuhe hätte ich hier allerdings keine Chance…. Der Aufstieg ist sehr steil und überaus anstengend, und ich muss immer wieder mein Stativ als Stütze missbrauchen, dafür werde ich, oben angekommen, mit einem wunderbaren Blick auf den Monolithen und die ihn umgebenden Felsformationen belohnt.

    Der Rückweg gestaltet sich leichter als ich befürchtet habe, ich komme den steilen Hang gut herunter und erreiche nach 4 Stunden Wanderung schließlich wieder meinen Wagen. Die ganze Zeit über bin ich keiner Menschenseele begegnet, und Gott sei Dank auch keiner Klapperschlange oder sonstigem teuflischem Getier.Adobe Badlands III

    Ich fahre noch ein wenig tiefer in die Badlands hinein. Die Straße ist nicht mehr asphaltiert und wird zunehmend schwieriger. Es gibt nichts Besonderes mehr zu sehen, ich beschließe, Richtung Moab aufzubrechen.

    Der Hwy 50 führt mich nach Grand Junction, wo ich bei Wendy’s einen hervorragenden Spicy Chicken Ceasar Salad frühstücke. Angesichts der Frische und dem Geschmack dieses Salats frage ich mich, wie die McDonalds-Konkurrenz direkt nebenan überhaupt bestehen kann.

    In Grand Junction vereint sich der Hwy 50 mit dem Interstate Highway 70, Interstate Hwy 70 Utah der mich über die Grenze nach Utah bringt. Das Land wird jetzt zunehmend karger. Die ersten Tafelberge tauchen auf.
    An der Crescent Junction biege ich auf den Hwy 191 ab, der mich nach Süden direkt nach Moab führt.
    Die Landschaft wird immer exotischer gewaltige rote Mesas türmen sich rechts und links der Straße auf.
    Um 17:30 Mountain Standart Time erreiche ich die Stadt Moab. Es ist 34° Celsius warm, die Luftfeuchtigkeit beträgt 28%. Ich bin angekommen.
    The adventure begins.

    Gefahren: 162 Meilen
    Benzin: 47,71 $
    Hotel: 79,60 $
    Essen: 35,00 $

    Adobe Badlands

    Me and the Devil's Thumb

    15. juli 2010, der frühe vogel fängt das licht

    Je näher die Zeit einer Reise kommt, umso größer wird stets die Vorfreude. Zu den Dingen, auf die ich mich besonders freue, wenn ich in die USA reise, gehört Frühstück bei Denny’s. Denny’s alt=Restaurant hat 24 Stunden täglich geöffnet und man kann 24 Stunden täglich Frühstück bestellen…… Wer ein Denny’s Restaurant kennt, kennt alle. Die Toilette ist immer an der gleichen Stelle, die Speisekarte ist immer die gleiche mit den gleichen Preisen, die Serviererinnen sind immer bemüht, dir jeden Wunsch von den Augen abzulesen… ob das in Las Vegas ist oder in New York City, das spielt keine Rolle. Besser kann man Franchising nicht machen, ich liebe es.
    Heute Morgen gegen 11 Uhr, nach einem ausgiebigen Fototermin im Dead Horse State Park, war ich hungrig genug, in Moab das Denny’s Restaurant aufzusuchen. Ich sag’s Euch gleich: ich wurde nicht enttäuscht. Die Waitress, wie immer genauso souverän wie freundlich, servierte mir Prime Rib Premium Sizzlin’ Breakfast Skillet : Juicy prime rib, scrambled eggs, hash browns, fire-roasted peppers and onions. Served with warm tortillas, freshly made pico de gallo and sour cream. Dazu natürlich Kaffee bis zum Abwinken. Ein Traum für ganze 11 Dollars.

    Wie ein Traum auch das Ereignis des gestrigen Abends: Mein Freund Jörg, vor langer Zeit aus dem Saarland nach Berlin gezogen, rief gegen 19:30 Uhr an, er sei auf einem Campground gerade mal 200 Meter unterhalb meines Hotels angekommen. Sofort machte ich mich zu Fuß auf den Weg.
    Es wurde ein feuchtfröhlicher Abend, wir fanden ein Steakhouse gegenüber des Campgrounds, und aßen hervorragende Steaks.
    Jörg ist mit Frau und zwei seinen zwei Jungs unterwegs und hat ein Wohnmobil gemietet. Für eine Nacht kostet die Unterkunft auf dem Campground 50 Dollars, das finde ich sehr viel… Wie dem auch sei, wir saßen bei ein paar Miller’s noch gemütlich bis Mitternacht zusammen und tauschten Erfahrungen aus…..

    Um 6 Uhr heute Morgen war ich wieder auf den Beinen und eine halbe dead horse point and me Stunde später auf dem Highway Richtung Dead Horse Point State Park. Von Moab aus hat man 32 Meilen zu fahren bis zum Park. Der Schalter am Eingang des Parks war noch geschlossen, ich tütete meine 10 Dollars Eintritt in einen dafür vorgesehenen Umschlag ein, und riss mir die Quittung ab.
    Fast hätte ich mich von meinem Vorhaben abbringen lassen, heute Morgen den Park zu besuchen, weil ich in einem Reisebericht just heute Morgen las, vormittags herrsche dort Gegenlicht und damit schlechtes Licht zum fotografieren. Zum Glück habe ich mich darauf nicht verlassen, am Ziel angekommen, fand ich geradezu traumhafte Lichtverhältnisse vor.
    Der Park ist nicht sehr groß. Den Ausblick auf den Mäander des Colorado Rivers muss man gesehen haben, er ist jede Strapaze wert! Ich blieb fast 4 Stunden im Park, immer wieder fand ich neue Perspektiven für gute Bilder. Zwischendurch genoss ich die Stille colorado river, dead horse pointund die sagenhafte Aussicht. Einmal vernahm ich ein lautes, tiefes Brummen neben meinem Ohr, als ich mich erschrocken umdrehte, erblickte ich einen neugierigen Kolibri, der direkt neben mit in der Luft stand und mit seinem Flügelschlag das erwähnte Brummen verursachte.

    Um 17 Uhr brach ich auf zum Arches National Park. Am Eingang besorgte ich mir einen National Parks Pass, eine lohnende Sache für mich, da ich noch mehrere Parks besuchen werde und so ne Menge Eintrittsgelder sparen kann. Der junge Ranger im Schalter freute sich sehr über die Musik in meinem Auto, die ich vergessen hatte, leiser zu drehen, ein Set von Felix Bernhardt. Er zeigte sich so begeistert, dass ich im fast die CD geschenkt hätte, aber ich liebe dieses Set und hab es nur einmal dabei…. Mein erster Halt im Park galt dem Balanced Rock. Er hat seinen Namen redlich verdient, wie man auf dem Foto sehen kann…. Ich umrunde den Felsen einmal auf dem Wanderweg und breche auf Richtung Delicate Arch, der bei Sonnenuntergang besonders schön sein soll. balanced rock
    Nur mit Mühe finde ich einen Parkplatz. Ich frage einen Amerikaner, wie lange der Weg sei zum Arch, er sagt, anderthalb Stunden. Damit habe ich nicht gerechnet, es ist schon halb 8 und die Sonne geht um 9 unter….. schnell packe ich 3 Flaschen Wasser ein und mache mich auf den Weg. Später habe ich nachgelesen, dass der Trail 5 km lang ist und 150 Höhenmeter zu bewältigen sind. Es gibt keinen Schatten. Ich lege ein anständiges Tempo vor, da ich den Arch noch in der tiefstehenden Sonne glühen sehen will, und die Zeit drängt.
    Der Trail ist die pure Strapaze in der Hitze, je höher ich steige, umso schwerer zieht die Fototasche an meiner Schulter. Man muss teilweise klettern, machmal hat man nur einen knappen Meter Platz an tiefen Abgründen vorbei. Wer unter Höhenangst leidet, muss hier umkehren. Gekennzeichnet ist der Weg durch aufeinander geschichte Steintürmchen.
    Etwas mehr als eine Stunde brauche ich, und oben angekommen, sind all die Strapazen sofort vergessen. Der Delicate Arch ist eine echte Sensation. Er steht auf einem schmalen Felsriff, dahinter gähnt ein Abgrund, und davor ist ein steil abfallender, runder Kessel aus rauhem Sandstein, über den man gut laufen kann, wenn man profilierte Schuhe hat. Wer auf diesem Abhang allerdings ins Rutschen kommt, für den gibt keinen Halt mehr. Viele der Besucher bleiben deshalb jenseits des Kessels,Arches National Park um die wirklich fantastische Szenerie zu genießen, andere tasten sich vorsichtig über den Kessel bis zu dem 14 m hohen Bogen vor, um sich fotografieren zu lassen.
    Es herrscht eine fantastische Stimmung in dem Kessel. Ich sehe nur lachende, entspannte Gesichter, jeder redet mit jedem. Ein tolles Event. Ich baue mein Stativ so auf, dass ich im Sitzen den Bogen fotografieren kann, warte auf eine Gelegenheit, ein Foto vom Arch ohne Fotomodels darin aufnehmen zu können, und genieße den Sonnenuntergang. Unzählige Pärchen kommen zu mir, drücken mir ihre Kameras in die Hand und bitten mich, sie in dem Arch abzulichten. Die Disziplin ist unglaublich, alle warten geduldig, bis andere den begehrten Platz wieder verlassen haben, bevor sie selbst den Bogen betreten. Ich stelle meine Kamera ein und drückeArches National Park einem Jungen, der mit seiner Mutter neben mir sitzt, die Fernbedienung in die Hand, so komme ich zu einem Foto von mir in dem Bogen.
    Als die Sonne schließlich gänzlich verschwunden ist bleibe ich noch ein wenig sitzen und überlege kurz, ob ich noch Fotos mit dem Sternenhimmel im Hintergrund machen soll. Es scheint mir dann aber doch zu riskant, den Rückweg im Dunkeln zu suchen, trotz der Taschenlampe in meiner Tasche. Inzwischen bin ich fast ganz alleine hier, ich packe meine Sachen und verlasse diesen wunderschönen Ort. Es ist stockdunkel, als ich den Parkplatz erreiche, ich leiste mir noch einen Salat bei Denny’s und falle erschöpft ins Bett, sehr sehr glücklich darüber, hier zu sein.

    Gefahren: 124 Meilen
    Hotel: 79,60 $
    Essen: 25,00 $

    me, dead horse point

    dead horse point, utah

    arches road

    16. juli 2010, a lot of arches

    Gestern hab ich Euch mit einer Menge Text genervt, heut will ich mal Bilder für sich sprechen lassen. difficult hiking
    Nur so viel als Beigabe: ich hab mir für heute den Double O Arch Trail vorgenommen, einen 7 km langen round trip, der als einer der schwierigen Trails im Park ausgewiesen ist. Zum Glück bin ich schon morgens um halb sieben aufgebrochen, so dass ich die größte Hitze gemieden habe. Sechs Stunden war ich unterwegs, inklusive Fotografieren, der Trail hat sich teilweise als sehr schwierig erwiesen, ist aber auf jeden Fall lohnenswert, landschaftlich eine kleine Sensation…. viel Spaß mit den Fotos!

    Gefahren: 48,40 Meilen
    Hotel: 79,60 $
    Benzin: 46,81 $
    Essen: 19,80 $

    devil's garden
    Devil’s Garden Trailhead

    landscape arch
    Landscape Arch

    difficult trail

    me, partition arch
    Partition Arch

    partition arch
    Partition Arch

    navajo arch
    Navajo Arch

    primitiv hiking

    double-o
    Double O Arch

    17. juli 2010, extrem kurze nacht, extrem langer tag

    Um 3:45 Uhr weckt mein Telefon mich auf. Ich möchte den Sonnenaufgang mesa arch sunrise IIam Mesa Arch erleben, einem Steinbogen im Canyonlands National Park. Da überall zu lesen steht, dass es da stets morgens vor Sonnenaufgang nur so wimmelt vor Fotografen und Stativen, möchte ich so früh wie möglich dort sein, denn wer zu spät kommt, kann sein Stativ in der 3. Reihe aufbauen und hat den Weg umsonst gemacht. Die Sonne geht um 6:08 auf, und ich hab noch ca. 50 Meilen zu fahren bis zum Arch und noch einen Trail zu Fuß zurück zu legen. Also raus aus den Federn, duschen, rasieren, eine Dose Red Bull frühstücken… um 4:25 Uhr bin ich draußen auf dem Highway191. Jetzt bloß aufpassen, den Abzweig zur 313 nicht verpassen – geschafft.
    Als ich zwanzig mesa arch sunrise Minuten vor Sonnenaufgang an dem Trailhead zum Mesa Arch ankomme, steht nur ein einziger Wagen dort, um zuviel Gedränge da oben brauche ich mich also nicht zu sorgen. Mit Hilfe meiner Taschenlampe laufe dich noch ca. eine halbe Meile bis zu dem berühmten Bogen. Es ist wirklich nur ein einsamer Fotograf bereits da, er hat auch sein Stativ mit Kamera bereits eingerichtet. Leider ist er recht wortkarg, außer einem “Good Morning” kommt kein Wort über seine Lippern. Ich mache meine Einstellungen, wir warten schweigend nebeneinander auf den Sunrise.
    Der Mesa Arch ist auch zu anderen Tageszeiten unbedingt sehenswert. Er steht am Rande eines riesigen Canyons, direkt hinter dem Arch gähnt der Abgrund, und man hat durch den Bogen hindurch einen wunderbaren Blick in den Canyon. Wenn die Sonne aufgeht, fängt der untere Rand des Arches förmlich an zu glühen, was mit dem Canyon und der Sonne im Hintergrund natürlich ein weltklasse Motiv ergibt. Als es dann los geht mit der Glut, vergesse ich fast zu fotografieren, so genial ist die Szenerie.arches national park road II Der Mesa Arch hat einen Platz in meiner Hitliste der weltbesten Sonnenaufgänge sicher. Was man als Frühaufsteher doch für Privilegien genießt!
    Inzwischen hat sich der Platz ein bisschen belebt, allerdings bleiben mein stummer Kollege und ich die einzigen beiden, die sich die Mühe gemacht haben, ein Stativ mit hier hoch zu schleppen.
    Seltsamerweise haben es alle furchtbar eilig damit, diesen wunderschönen Ort wieder zu verlassen. Ich bin ziemlich plötzlich ganz allein hier oben, obwohl die Glut in dem Arch immer noch anhält. Schließlich packe auch ich meinen Kram und mache mich wieder Richtung Moab auf, es ist schon 8 Uhr, als ich im Arches National Park ankomme, ich will noch ein paar Fotos vom Double Arch schießen, bevor ich Moab verlasse.

    Der Name Moab leitet sich vermutlich von der biblischen Landschaft Moab ab, wird aber arches national park road auch scherzhaft als Akronym für Mormons, Ores, Artists und Bicycles gedeutet, womit die Aktivitäten des Umlandes der Stadt von der Vergangenheit bis in die Gegenwart beschrieben werden: Gegründet wurde Moab von den Mormonen, anschließend wurden dort in Minen Uranerze (Ore = Erz) abgebaut. Es folgten einige Filme, die im Umland von Moab gedreht wurden (z. B. Indiana Jones und der letzte Kreuzzug oder Thelma & Louise). Aktuell ist Moab ein sehr beliebtes Touristenziel mit vielen Mountainbike-Strecken und anderen Möglichkeiten, Outdoor-Aktivitäten zu betreiben. Weitere mögliche Aktivitäten sind spektakuläre Hummer-Rundfahrten, Wildwasser-Rafting, geführte Motocross- und Quad-Touren.

    double archDie Fotos vom Double Arch sind im Kasten, ich fahre zum Silver Sage Inn, packe meinen Kram ins Auto und gehe zum Abschied nochmal zu Denny’s frühstücken.

    Mein Ziel ist nochmal der Island in the Sky District des Canyonlands National Parks. Er hat ja noch mehr zu bieten als den Mesa Arch. Ich schaue mir den legendären Shafer Trail an, verzichte jedoch aus Zeitgründen darauf, hinunter zu fahren, ich hab ja noch 140 Meilen Fahrt bis zum meinem Motel in Cainville vor mir….
    Ich halte am Buck Canyon Overlook (1902 m hoch), am Grand View Point Overlook (1853 m) und am Green River Overlook (1829 m), der mir am besten gefällt. Hier mache ich auch die meisten Bilder.
    Es macht Spaß, durch den Park zu cruisen die Straße windet sich in unzähligen Kurven durch die hochgelegene Landschaft. Die Zeit vergeht schnell.

    Ich fahre die 313 bis zum Hwy 191, der mich auf die Interstate 70 bringt, die ich island in the sky roadkurz nach Green River wieder verlasse. Von dort bringt mich der landschaftlich sensationelle Highway 24 über Hanksville (3 Tankstellen, 2 Restaurants, kein Supermarkt) nach Cainville (keine Tankstelle, kein Restaurant, kein Supermarkt).
    Barbie, die Hotelmanagerin des Rodeway Inn in Cainville, empfängt mich freundlich und weist mir ein Zimmer mit zwei Doppelbetten, Bad, Abstellkammer für die Koffer, Kaffeemaschine, Microwelle, Klimaanlage und Kühlschrank zu. Wahrlich ein Schnäppchen für 60 Euro, inkl. Frühstück, pro Nacht.
    Aber auch ganze 17 Meilen vom nächsten Restaurant (Hanksville) entfernt.

    Gefahren: 314,40 Meilen
    Hotel: 60 €
    Essen: 17$

    islands in the sky

    shafer trail II

    green river

    18. juli 2010, geschüttelt, nicht gerührt; ein highlight jagt das andere

    Barbie kümmert sich um mich, als es beim Frühstückbuffet im Hotel an diesem MorgenCaineville Wash Road darum geht, das Waffeleisen zu bedienen. Ich bekomme eine Einweisung in die Bedienung des famosen Werkzeugs, die vor jedem noch so kritischen Berufsgenossenschaftsbeamten standhalten würde. Genauso fantastisch schmecken auch die Waffeln… Ich liebe die amerikanische Art, zu frühstücken, ich denke, das hab ich hier schon erwähnt…
    Hier im Rodeway Inn kriege ich während des Breakfastes auch gleich noch ein wenig davon mit, was in der Welt so vor sich geht, denn der Fernseher an der Wand über dem Buffet ist unüberhörbar. Caineville Wash Road IV
    Ich will mich heute ins Cathedral Valley wagen, einem abgelegenen Teil im Norden des Capitol Reef National Parks. Ganz geheuer ist mir die Fahrt dorhin deswegen nicht, weil es nur eine unpaved Road gibt, die dorthin führt, die Caineville Wash Road.
    Ich fahre erstmal beim Visitor Center vorbei, das 11 Meilen von Caineville entfernt liegt. Die Ranger erklären mir, die Road ware unproblematisch, Utah State Route 24allerdings werde es am Nachmittag Gewitter geben, und bei Nässe werde die Straße unpassabel. Ich fahre also Richtung Cainville auf der Utah State Route 24 zurück und biege hinter dem Milemarker 98 nach Norden auf die Caineville Wash Road ab.
    Der Trail lässt sich nur langsam befahren, ich werde anständig durchgeschüttelt. Ansonsten macht die Straße keine Probleme, bei der Überquerung der zahlreichen Washes muss man vorsichtig sein, hier ist Bodenfreiheit gefragt.
    Nach 26 Meilen schütteln erreicht man das Cathedral Valley, Temple Of The Moongekennzeichnet durch ein Schild am Weg. Gleich darauf biege ich nach Westen ab, um mir die beiden Sandsteinmonolithen Temple Of The Moon und Temple Of The Sun anzusehen. Die beiden Towers sind sehr fotogen, ich schieße zahlreiche Bilder.
    Ich setze meinen Weg fort bis zur Curtis Formation, ebenfalls ein Bloch aus Entrada-Sandstein, und beschließe dann, umzukehren. Das Risiko, hier von einem Gewittersturm überrascht zu werden, möchte ich nicht eingehen, die Wolken am Horizont werden immer dichter.
    Den Rückweg lasse ich dann aber gemütlich angehen, nicht ohne die Wolken am Himmel aus den Augen zu lassen. Die Landschaft ist faszinierend, wäre ich ein Science-Fiction-Temple Of The SunFilmausstatter, ich würde mir hier meine Anregungen holen. Unzählige Mahle halte ich an und fotografiere, inspiriert von den immer neuen Formen und Farben des Gesteins.
    Einmal, als ich mich beim Aussteigen aus dem Wagen umsehe, entdecke ich ein Bighorn Sheep, es steht über mir auf einem Felsen. Es sieht mir in völlig unbeeindruckt dabei zu, wie ich mein Stativ aufbaue, und lässt sich genauso cool als Model missbrauchen.
    Die Begegnung mit dem Schaf bleibt meine einzige an diesem Tag auf der Caineville Wash Road. Was wohl passiert, wenn man hier mit seinem Wagen eine Panne hat, male ich mir lieber nicht aus. Seit ich gestern Green RiverBighorn Sheep verlassen habe, habe kein Mobilfunknetz mehr.
    Am Abend fahre ich die 17 Meilen nach Hanksville, um zu Abend zu essen. Ich kehre in einem Steakhouse, einem der beiden Restaurants, die es in Hanksville gibt, ein und bestelle einen Chef Salad. Dieser Salat macht seinem Chef keine Ehre, und die unprofessionelle Art, wie er serviert wird, auch nicht.
    Was will man am Ende der Welt auch mehr erwarten.

    Gefahren: 139 Meilen
    Benzin: 58 $
    Hotel: 60 €
    Essen: 11 $

    Caineville Wash Road II

    Caineville Wash Road V

    Caineville Wash Road III

    19. juli 2010, ärztliche versorgung, scenic drive, goblins

    Eigentlich steht für heute Morgen ein Besuch des Goblin Valleys an, den ich jedoch verschieben muss. Ich hab mir eine recht schmerzhafte Entzündung zugezogen, die, Torrey General Storewie auch immer, ärztlich behandelt werden muss.
    Barbie schreibt mir beim Frühstück die Adresse der Wayne County Medical Clinic im 29 Meilen entfernten Bicknell auf. Nach dem Frühstück sause ich los und stehe zufälligerweise um Punkt neun an der Klinik, die prompt um neun Uhr öffnet. Das Wort Klinik wird der Sache vielleicht nicht ganz gerecht, es handelt sich um ein einstöckiges Gebäude, in dem noch eine Zahnklinik und eine Pharmacie untergebracht sind… Der Empfang ist freundlich, ich lege meine Creditcard vor und werde gefragt, ob ich in Deutschland eine Versicherung habe, was ich bejahe.Torrey Trading Post Daraufhin macht die freundliche Dame eine Kopie meines Reisepasses, die später den Papieren für meine Versicherungsabrechnung beigelegt wird, als Nachweis meiner Identifikation.
    Nach 10 Minuten werde ich zur Untersuchung gebeten, werde gewogen, Blutdruck, Puls, Blutentnahme, Pinkeln…. die wollen es aber wissen, denke ich… Die Helferin lässt mich alleine. Nochmal 10 Minuten später erscheint die Ärztin im Raum mit den Worten:
    “Congratulations! You’ve got it! You’ve got an infect!”
    “I think so.. ” lache ich. Sie erklärt mir, dass ich zwei verschiedene Arzneimittel bekomme, ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel. Sie will sicher gehen, dass ich alles richtig verstanden habe, deshalb tippt sie ihre Erklärung, die Arzneien betreffend, in ihr Notebook ein und lässt es dann von GoogleTranslate ins Deutsche übersetzen….
    Der ganze Spaß hat mich 111 Dollars gekostet, plus nochmal 29 für die Pillen. Hauptsache, die Bazillen werden gekillt… Um viertel nach 10 stehe ich wieder draußen an meinem Auto, noch nicht geheilt, aber auf dem Weg dahin und beruhigt.

    Der Ranger im Visitorcenter in Fruita hat mir Scenic Drivegestern einen Scenic Drive im Capitol Reef National Park ans Herz gelegt, und da Fruita genau auf halber Strecke zurück nach Cainville liegt, beschließe ich, den Scenic Drive auszutesten. Von Bicknell aus komme ich zunächst durch das 2085 m hoch gelegene Torrey. Die Stadt gefällt mir so gut, dass ich halte und ein wenig spazierengehe. Der Fremont River fließt durch die Stadt und lässt Rasen und Bäume wachsen, wo sonst nur dürre Wüste wäre. Torrey liegt sauber und freundlich in der Sonne, es gibt sogar eine Kunstgalerie. Jetzt, im direkten Vergleich, fällt mir erst auf wie schmutzig und heruntergekommen das in nächster Nachbarschaft gelegene Hanksville doch ist.
    Wer ein wenig Zeit in der Gegend verbringen will, sollte auf jeden Fall Torrey den Vorzug vor dem depressiven Hanksville geben.

    Ich erreiche Fruita und biege von der 24 nach Süden auf den Scenic Drive ab. Für Wohnmobile ist der Trail verboten, weil zu eng. The goblins and me
    Sehr sehr oft, wenn ich zu Hause von einer USA-Reise berichte oder von Vorbereitungen für eine solche erzähle, werde ich gefragt, warum ich mir eigentlich kein Wohnmobil mieten würde. Irgendwie gehen alle davon aus, das the American Way Of Travel nur mit einem Wohnmobil erfahrbar ist. Miete Dir ein Mobilhome, und Du bist frei…
    Ich denke, dass ist gehört zu den Vorurteilen gegenüber den USA, die sich in Deutschland (und anderen europäischen Ländern) so fest eingenistet haben. Ein Wohnmobil kostet je nach Größe das drei- bis vierfache an Miete als ein PKW, frisst mindestens doppelt so viel Sprit (keine Dieselmotoren üblich!), und wenn man abends einen Campground aufsucht, sind wieder 30 bis 50 Dollars an Platzmiete fällig. Sich irgendwo einfach hinzustellen, bringt garantiert Ärger mit den Behörden ein, außerdem braucht man frisches Wasser, Strom, man muss sein Schmutzwasser irgendwo ablassen können, man braucht wifi…… Also alles Dinge, die ein ganz normales Motelzimmer, das mit gutem Komfort (wifi, refrigerator, Kaffeebereiter, Kühlschrank, air condition) zwischen 60 und 90 Dollars pro Nacht kostet, ganz selbstverständlich bietet. Man vergleiche den Platz, den ein Motelzimmer hat, die Größe der Betten, des Bades, mit dem eines Wohnmobils! Ganz abgesehen davon, dass ich mein Motelzimmer, so ich es morgens schmutzig verlasse, abends wieder sauber vorfinde, mit gemachtem Bett und aufgefülltem Kaffeevorrat…. Wer macht wohl im Mobilhome sauber, wer pflegt die Betten?
    Sunspots LandscapeEin Wohnmobil ist das Gegenteil von Freiheit, es ist ein Klotz am Bein, es ist schwerfällig zu fahrn, man darf nicht überall hin, es ist sündhaft teuer. Nicht umsonst haben die amerikanischen Urlauber, die mit Mobilhome verreisen, stets ihren PKW hintenan hängen.
    Nehmt Euch doch einfach ‘n Zimmer, Leute. Von mir aus jeden Abend in einer anderen Stadt.

    Der Scenic Drive, zunächst asphaltiert, später unpaved, bietet nichts spektakuläres. Er schlängelt sich schön durch die Canyons, man überquert ein paar Washes, aber all das ist ja fast schon Alltag in dieser Gegend hier. Das Ende des Trails ist gleichzeitig Trailhead für ein paar HikingTours, aber auf Wanderungen in der nachmittäglichen Hitze bin ich heute nicht aus. Also ab nach Hause.

    Am späten Nachmittag steige ich nochmals in den Wagen, Goblin Landscapeum das Goblin Valley zu besuchen. Es hängen zwar schwarze Wolken am Himmel, was aber nichts zu bedeuten hat, das Valley ist 50 Meilen entfernt, dort scheint vielleicht die Sonne. Ich fahre also los – und mitten hinein in den Gewittersturm. Ich kann mich noch eine halbe Stunde im Tal der Pilze aufhalten und ein paar wenige Fotos machen, dann muss ich vor Blitz und Donner die Flucht ergreifen.
    Auf dem Rückweg mache ich in Hanksville halt, da gibt es noch ein Restaurant, das ich noch nicht kenne, trägt den stolzen Namen “Blondies”. Es ist ein Hamburgerladen und macht einen verschlissenen Eindruck, was man von außen nicht erkennt. Es arbeiten zwei Mädels, die beide das Lächeln nicht erfunden haben… Ich bestelle einen Chickenburger mit Fries an der Theke und setze mich auf das eingerissene Sitzpolster eines Stuhles an einen Tisch. Kurz darauf wird mir mein Burger serviert, wieder ohne auch nur den Anflug eines Lächelns.
    Ich hab’s euch ja gesagt: Hanksville macht depressiv.

    Gefahren: 214,60 Meilen
    Benzin: 30,00 $
    Hotel: 60 €
    Essen: 12 $

    20. juli 2010, viele seltsame gestalten, viele roads, noch mehr bilder

    Es ist noch sehr früh, als ich das Rodeway Inn an diesem Morgen verlasse, erst 5:45. Ich muss um 11 Uhr auschecken und möchte vorher nochmal imAsphalt LandscapeGoblin Valley vorbei, um die lustigen Gestalten im Sonnenschein zu sehen und zu fotografieren, was ja gestern Abend durch das Gewitter vereitelt wurde.
    Ich werde für meinen frühen Start mit einem schönen Sunrise belohnt, als ich auf dem Hwy 24 Richtung Norden fahre.

    Die Goblins liegen wirklich recht kontrastreich im Sonnenlicht, es war eine coole Idee, um diese Zeit hierher zu fahren. Ich wandere durch das Tal und fotografiere, finde immer neue interessante Formen und Motive… die Zeit fliegt dahin. Hier kann man sich als Fotograf wohl einen ganzen Tag aufhalten.Goblin Valley
    Cowboys auf der Suche nach Rindern entdeckten zunächst dieses Tal, bevor Ende der 1920er Jahre Arthur Chaffin mit zwei Begleitern auf der Suche nach einer alternativen Verbindungsstrecke zwischen Green River und Caineville auf dieses Tal stießen. Chaffin war so beeindruckt, dass er 1949 für mehrere Tage in das von ihm “Pilztal” genannte Gebiet zurückkehrte und die Formationen untersuchte und fotografierte.
    Wind, Wasser und Erosion haben im Laufe von Millionen Jahren aus dem Sandstein des Tales Figuren geformt, welche an versteinerte Pilze oder Kobolde erinnern – daher der Name Goblin Valley, Koboldtal.
    Goblin Valley State Park Um 9 Uhr mache ich mich davon, es sind noch knapp 60 Meilen zu fahren bis Caineville. Es ist noch kein anderer Wagen auf dem Parkplatz, als ich an mein Auto komme, ich war die ganze Zeit alleine hier. Beim Verlassen des Parks gibt es ganz plötzlich einen kurzen, heftigen Regenguss, es ist, als weinten die Goblins ihrem Besucher ein paar Tränen nach. Ihr Süßen: Ich hab Euch auch lieb.

    Um 10 bin ich in Cainville, das Frühstücksbuffet ist noch da. Nach dem Frühstück packe ich meine Sachen und sage tschüss, Caineville, war schön hier. Der Weg führt abermals zunächst gegen Osten, mein Ziel ist Little Egypt, ein Hoodoo-Gebiet am Hwy 89. Nach etwa 6 Meilen biege ich nach Norden in die Coal Mine Road ab, sie führt zu der Factory Butte, von der ich unbedingt noch ein paar Bilder aufnehmen will. Die Butte ist einfach wunderschön, wie sie da in der Sonne liegt, auch hier hat Mutter Natur eine tolle Leistung vollbracht. Eine Stunde vergeht, bevor ich wieder auf der 24 bin….

    Little Egypt ist leicht zu finden, man fährt von Factory ButteHanksville aus den Hwy 95 nach Süden und biegt etwa 300 m nach dem Milemarker 20 nach Westen auf ein Backcountry Road ab, die direkt zu dem Gebiet mit den rot-weiß gefärbten Hoodoos führt.
    Die Hoodoos gleichen, was die Form angeht, denen des Goblin Valleys. Durch ihre Zweifarbigkeit gefallen sie mir fast noch besser… Ich halte mich ewig hier auf, am Himmel dräut es schon wieder gewittrig, als ich am Nachmittag losfahre.
    Mein Navi ist der Meinung, dass die kürzeste Verbindung nach Escalante, meinem nächsten Ziel, der Weg Little Egyptüber den Burr Trail ist. Dieser Meinung bin ich auch, biege also wieder auf den 95 nach Süden ab, dann auf die 276, von der der legendäre Burr Trail abzweigt.
    Der Burr Trail verbindet Bullfrog am Lake Powell mit Boulder und führt sowohl durch den Capitol Reef National Park wie auch durch das Great Staircase Escalante National Monument und ist nur teilweise asphaltiert. Er ist nach dem Siedler John Atlantic Burr benannt, welcher diese Strecke seit 1876 für den Viehtrieb zwischen hochgelegenen Sommerweiden nahe Boulder und Winterweiden im Tal des Colorado River nutzte.
    Es wird immer dunkler am Himmel, ich halte mich nicht mehr mit FotografierenBurr Trail Scenic Backway auf heute. Nur soviel: der Burr Trail bietet sagenhafte landschaftliche Ausblicke, er ist eine echte Sensation. Morgen werde ich den Tag den drei Straßen Hwy 12, Notom-Bullfrog-Road und abermals dem Burr Trail widmen, dann werde ich euch mehr über den Trail berichten.
    Während der ganzen 68 Meilen Fahrt über den Burr Trail bin ich heute keiner Menschenseele begegnet.
    Ich hab niemanden vermisst.

    Gefahren: 290,90 Meilen
    Benzin: 59,79 $
    Hotel: 60 €
    Essen: 11 $

    Little Egypt

    Little Egypt

    21. juli 2010, tag der berge und schluchten

    Um 8 Uhr morgens laufe ich ausgeschlafen und hungrig über die Straße zum Prospector Inn Restaurant, das meinem Circle D Motel genau gegenüber liegt, um dort zu frühstücken.Utah State Route 12 II Das Haus sieht von außen vielversprechend aus. Leider haben sowohl der Koch als auch die Waitress ihren Beruf verfehlt, das Essen ist genauso lieblos zubereitet, wie es serviert wird. So macht man sich keine Freunde. Schade eigentlich.

    Die Utah State Route 12 ist mit ein Grund für meinen Entschluss, die USA wieder zu besuchen. Die Amerikaner nennen die Straße auch Highway 12 — A Journey Through Time Scenic Byway. Der Highway beginnt an der Bryce Canyon Junction und führt durch atemberaubende Landschaften, durch Canyons und über Pässe 198 km lang nach Torrey.
    Für die Straße kann man sich einen Tag Zeit nehmen, wenn man zum Fotografieren unterwegs ist, soviele Motive bietet sie. Sie verläuft durch knochentrockeneUtah State Route 12 Wüsten genauso wie durch grüne Flusstäler, wenn man den Milemarker 85 passiert hat und die Straße sich durch den Dixie National Forest auf die Boulder Mountains hochschraubt, hat sie Ähnlichkeit mit der Schwarzwaldhochstraße, vom Verkehr einmal abgesehen, der hier 20 mal geringer ist. Dort erreicht sie auch ihren höchsten Punkt bei 2987 Metern über NN.
    Es gibt jede Menge Turn Outs an markanten Stellen, hier kann man bequem haltmachen und fotografieren. Der Verkehr ist meist äußerst gering, ich habe so manches Mal mein Stativ mitten auf der Fahrbahn aufgebaut, ohne dass ich dabei durch ankommende Fahrzeuge gestört worden bin.
    An den Turnouts konnte ich viele Touristen beobachten, die anhielten, ihre Kamera in die Landschaft hielten und wieder davon brausten.Utah State Route 12 III So kann man der Landschaft meiner Meinung nicht gerecht werden. Wer diese Straße besucht, um Fotos zu machen, und keine Zeit mitbringt, verschwendet seine Zeit.
    Ich habe mir vorgenommen, jedes Bild sorgfältig zu komponieren, ganz gleich, wie lange es dauert. Besonders, wenn man aus großer Höhe die tiefer liegende Landschaft aufnehmen will, sollte man versuchen, die Straße, oder Buschwerk, irgend etwas, was oben steht, mit in die Bildkomposition einzubeziehen, um dem Auge des späteren Betrachters einen Anhaltspunkt zu geben, an dem er die Höhe messen kann, aus der das Foto gemacht wurde. Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine.
    Wer schnell mal aussteigt, seine Kamera einfach nach unten hält und abdrückt, hat vielleicht für sich eine schöne Erinnerung festgehalten, ein fremder Betrachter sieht jedoch nur eine flache Landschaft, mit der er meist recht wenig anfangen kann. Notom-Bullfrog-Road
    So dauert es recht lange, bis ich Torrey erreiche, wo ich nochmal volltanke.
    Über die 24 Richtung Caineville erreiche ich den Abzweig zur Notom-Bullfrog-Road, die von hier in südlicher Richtung nach Bullfrog am Lake Powell führt. Sie kreuzt den Burr Trail, den ich ab dieser Kreuzung nach Norden fahren werde, um in Boulder wieder auf die 12 zu stoßen.
    Am Himmel machen sich dunkle Wolken breit, ich hoffe, dass diese Gewitterfront sich in einer anderen Richtung entlädt, bei Regen werden sowohl die Notom Road wie auch der Burr Trail zur Lehmfalle. An ein weiterfahren ist dann nicht mehr zu denken, wohl dem, der in einem solchen Fall genug Wasser und Benzin an Bord hat.
    Die Landschaft entlang des Trails wird geprägt durch das Waterpocket Fold, Notom-Bullfrog-Roadeinem Gebirgszug, entlang dem er verläuft. Die Passage macht durch die herrlichen landschaftlichen Aussichten, die sie zu bieten hat, sehr viel Freude, auch wenn man im Auto teilweise kräftig duchgeschüttelt wird.
    Ich mache viele Fotos, völlig ungestört, kein anderer Wagen begegnet mir, und treffe nach ungefähr 35 Meilen auf den Burr Trail.
    Das Wetter meint es gut mit mir heute, ich genieße die Fahrt durch die wunderbare Landschaft.
    Es ist schon später Abend, als ich Escalante wieder erreiche. Ich kaufe mir noch einen Chicken Salad in dem kleinen Subways an der Tanke und fahre zum Circle D Motel.
    Ach ja, da war heute wirklich die Hölle los auf dem Burr Trail. Zweimal hatte ich Begegnungen mit anderen Fahrzeugen.

    Gefahren: 183,70 Meilen
    Benzin: 28,95 $
    Hotel: 60 €
    Essen: 18 $

    Waterpocket Fold

    Burr Trail II

    Waterpocket Fold II

    Long Canyon II

    22. juli 2010, hole in the rock road, devils garden, eine neue liebe

    Als die Sonne aufgeht, bin ich bereits auf der Utah State Route 12 nach Osten unterwegs. Mein Ziel ist die Hole In The Rock Road, auf die ich in Höhe des Milemarkers 65 Devils Garden Morning nach Südosten einbiege.
    Die Hole In The Rock Road wurde von Mormonen gebaut. Im Jahre 1879 suchte ein Treck von 250 Menschen, 83 Planwagen und 1000 Stück Vieh eine Abkürzung über den Colorado River nach dem San Juan Tal im Südosten Utahs. Sie bauten 6 Monate an der Route, einen Zugang zum Colorado River fanden sie in einer Lücke in der Wand des Canyons, dem hole in the rock, dass sie mit Sprengstoff und von Hand erweiterten. Mit Meißeln setzen sie Ankerpunkte in den Sandstein am Abhang des Glen Canyons, um die Wagen angeseilt über das Gefälle von 45 % zum Fluss hin abseilen zu können. Diese Ankerpunkte und die Furchen der Wagenräder sind noch heute in der Engstelle sichtbar.
    Nach 12,3 Meilen unpaved erreiche ich den Abzweig zum Devils Garden. Im Devils Garden gibt es viele Devils Garden IV überdimensionale Sandsteinfiguren zu bestaunen. Sie stehen zum Teil auf Sockeln, es sieht fast so aus, als hätte sich ein bildender Künstler hier selbst verwirklicht… Die Figuren, die den Namensgeber des Tals wohl an Teufel erinnerten, was ich persönlich nicht nachvollziehen kann, leuchten im morgentlichen Licht und geben wunderbare Fotomotive her. Einen recht filigranen Arch gibt es noch zu sehen, den Metate Arch, so man ihn findet, er liegt ein wenig versteckt. Froh, so früh aufgebrochen zu sein, so habe ich den Garten für mich alleine.
    Sehr groß ist das Gebiet nicht, nach 2 Stunden Aufenthalt hab ich alles gesehen und fotografiertDevils Garden und verlasse das Tal.
    Die Hole In The Rock Road hat noch einiges zu bieten, ich denke, man kann 2 ganze Tage hier einplanen, wenn man sich in den einzelnen Locations so lange aufhält wie ich, um aufwändig zu fotografieren. Für mich heißt es Abschied nehmen von Escalante, ich habe für heute Abend einen Room im Page Boy Hotel in Page am Lake Powell reserviert.
    In den beiden Tagen, die ich hier verbringen durfte, habe ich mich ein wenig vernarrt in das propere Städtchen Escalante. Hätte ich nicht in Page vorgebucht, würde ich auf jeden Fall noch hier bleiben….. aber ich werde wiederkommen, so viel ist sicher.
    Zum Frühstück mache ich noch ein letztes Mal am Circle D Motel halt. Ja, das Circle D hat ein eigenes Restaurant, das ich aber leider am Tag vorher glatt übersehen hatte. Das Frühstück im Circle D ist das Gegenteil von dem im Prospector Inn von gestern. Das Restaurant ist toll eingerichtet, die Waitress ist supernett, das Essen mundet und ist sogar noch preiswerter als gegenüber.
    Cloudy LandscapeDer Weg nach Page führt mich bei Cannonville am Kodachrom Basin State Park vorbei, den ich noch besuchen will. In der Web-Enzyklopädie Wikipedia gibt es eine treffende Beschreibung des Parks:
    Im Kessel des State Parks befinden sich stark erodierte Felsformationen in unterschiedlichen Farbtönen von Rot, Gelb, Rosa, Weiß und Braun. Ergänzt wird diese natürliche Farbspiel mit dem bestenfalls tiefblauen Himmel und der gelegentlich vorkommenden grünen Vegetation. Dieses breitgefächerte Farbspektrum bewegte die National Geographic Society dazu, das Gelände nach seiner Erkundung im Jahre 1948 im Einverständnis mit der Firma Kodak nach ihrem Farbfilm Kodachrome als Kodachrome Flat zu benennen.

    Eine Besonderheit im Parkgebiet ist das Vorkommen zahlreicher spitzer Felsnadeln und Felskamine, deren Herkunft durch die Ablagerung und Sedimentation Kodachrome Basin State Parkin ehemaligen Geysiren erklärt wird, die dann als härteres Gestein stehenblieben, als spätere Verwitterungsprozesse den ursprünglichen Boden um sie herum weg erodiert hatten.
    In dem schön gelegenden Park gibt es mehrere Trails, 2 davon laufe ich, den Angels Palace Trail, über den man den Park von oben betrachten kann, und den Nature Trail, der die Pflanzen- und Tierwelt der Gegend mit Hilfe von Schautafeln erläutert. Wer mehr Zeit mitbringt, kann noch längere Trails mitnehmen, unter anderem gibt es noch den Shakespeare Arch zu bewundern.
    Beim Verlassen des Parks stoße ich auf die Cottonwood Canyon Road. Durch Fahrt über die 48 Meilen lange, nicht asphaltierte Straße würde ich fast 100 Meilen sparen auf dem Weg nach Page. Für so eine Ersparnis kann man sich schon mal 48 Meilen lang durchschütteln lassen, zumal die Road landschaftlich einige Highlights aufbieten kann.Kodachrome Basin State Park II Gegen die Abkürzung sprechen dunkle Wolken am südlichen Himmel, wenn ich auf der Cottonwood Road in ein Gewitter geraten würde, wär an eine Weiterfahrt nicht mehr zu denken. Dieses Risiko gehe ich lieber nicht ein und fahre auf die 12 zurück.
    Die State Route 12 führt am Bryce Canyon vorbei, und je näher ich dem Gebiet des Nationalparks komme, umso mehr holt mich die Zivilisation in Form von riesigen Werbetafeln entlang der Straße wieder ein, auch das Verkehrsaufkommen verstärkt sich zusehens. Das erste Mal seit 6 Tagen habe ich wieder ein Mobilfunknetz! Nun wird mir erst bewusst, wie weltabgeschieden ich die ganze Zeit in den Bergen Utahs gelebt habe…….
    In Page beziehe ich mein Zimmer im Page Boy Motel und mache mich auf zu Denny’s Restaurant, wo ich einen Salat zu Abend esse.
    Im Restaurant viele ungewohnte Gesichter für mich: Navajo-Indianer. Als Europäer ist man ja an viele nicht-europäisch geformte Gesichter gewohnt, und das ist ja auch gut so, von einer Vielfalt an Kulturen und Nationen gebündelt in einem Staat oder Erdteil profitieren ja alle, die Migranten genau so, wie die schon immer Ansässigen.
    Das Gesicht und das Auftreten eines Navajo ist für einen Europäer jedoch völlig fremd, es sperrt sich gegen jeden Vergleich.
    Nun denn, wie sagt man so schön: Reisen bildet.

    Gefahren: 268,10 Meilen
    Benzin:30,00 $
    Hotel: 77 $
    Essen: 28 $

    Metate Arch

    Devils Garden III

    Escalante

    23. juli 2010,page, horseshoe bend, toadstool hoodoos

    Die Ortschaft Page wurde 1957 gegründet und ist damit eine der jüngsten der Vereinigten Staaten. Bevor die Stadt entstand, war die Gegend von Horseshoe BendNavajo-Indianern besiedelt.
    Mit dem Baubeginn des Glen-Canyon-Staudamms im Jahr 1956 musste in der Gegend eine Siedlung zur Unterbringung der Bauarbeiter errichtet werden. Zu diesem Zweck erwarb man von den hier ansässigen Navajos ein ca. 24mi² großes Stück Land, was etwa einer Fläche von 62 km² entspricht. Anfänglich war es ein Government Camp, bekam aber recht schnell den Status einer Ortschaft und wurde dann 1957 nach dem Leiter des Bureau of Reclamation John C. Page, benannt. Viele der alten Häuser und Trailer des ursprünglichen Camps sind noch heute im sogenannten Old Historic Quarter von Page zu besichtigen. Mit der Etablierung der Glen Canyon National Recreation Area im Jahre 1972 wurde der Tourismus zu einer immer wichtigeren Einnahmequelle.

    Im Jahre 1975 hatte Page mehr als 9.000 Einwohner, bei der Volkszählung aus dem Jahr 2000 warenHorseshoe Bend III es noch 6.809 Einwohner, die sich auf 2342 Haushalte und 1779 Familien verteilten. Die Bevölkerungsdichte betrug 158,5 Einwohner/km². Darunter waren 67,32 % der Bevölkerung weiß und 26,69 % indianisch. In 41,4 % der Haushalte lebten Kinder unter 18 Jahren.

    Mein Tag in Page beginnt heute mit Ausschlafen und Frühstück bei Denny’s Restaurant. Danach mache ich mich auf zum Horseshoe Bend, dieser sagenhaften CororadoSchleife. Man fährt von Page aus ca. 3 Meilen auf dem Highway 89 nach Süden und biegt dann nach Westen auf den Parkplatz ab, der gleichzeitig der Trailhead zum Bend ist. Es gibt ein Hinweisschild. Vom Parkplatz aus hat man noch eine dreiviertel Meile zu laufen bis zum Colorado. Der Weg ist steil und sehr sandig, gute geschlossene Schuhe sind von Vorteil. Der Horseshoe Bend ist ein sagenhaftes Fotomotiv, besonders vormittags liegt er prall in der Sonne. Nachmittags hat man Gegenlicht.
    Wer die Schleife in ihrer ganzen Pracht ablichten will, muss die Courage aufbringen, sich ganz nach vorne an die Abbruchkante zu stellen, um nach unten zu fotografieren. Toadstool HoodoosDer Fluss liegt 1000 Fuß tiefer als die Kante. Der Gedanke daran, dass es eine überhängende Kante ist, macht die Sache nicht gerade einfacher. Ich kenne keinerlei Angst vor der Höhe oder Schwindelgefühle, keine Ahnung, warum das so ist, und habe so an dieser Location einen schönen Vorteil.
    Der Bend ist stark besucht, es wird wohl nicht mehr sehr lange dauern, bis das BLM den Parkplatz mit einem Toiletten- und einem Kassenhäuschen ausstattet und aus dem Horseshoe Bend einen Horseshoe Bend State Park macht.
    Ich halte mich lange auf in der Hitze. Als alle Fotos im Kasten sind, fahre ich erstmal zuj nahegelegenen Walmart und versorge mich mit frischen Getränken.
    Die Zeit der Mittagsglut verbringe ich mit Bloggen im Hotelzimmer.
    Am späten Nachmittag breche ich auf, um mir die Toadstool Hoodoos anzusehen. Man fährt von Page aus nach Norden Richtung Kanab bis zum Milemarker 19, dort macht die Stromleitung rechts der Road einen Knick, und genau dort ist der Trailhead. Also die Milemarkers und die Stromleitung im Auge behalten!
    Fortgeschrittener Nachmittag ist eine gute Zeit für den Besuch, die Hoodoos liegen prächtig angeleuchtet da vom warmen Licht des Sunsets. Leider habe ich wenig Glück mit der Sonne, es ziehen die um diese Jahreszeit fast täglich üblichen Gewitterwolken auf und verdecken die Sonne.

    Gefahren: 84,60 Meilen
    Benzin:30,00 $
    Hotel: 77 $
    Essen: 35 $

    Toadstool Hoodoos

    Toadstool Hoodoos

    Toadstool Hoodoos

    24. juli 2010 wahweap hoodoos am vormittag, housekeeping am nachmittag

    Zum ersten Mal gesehen hatte ich die Wahweap HoodoosWahweap Hoodoos II 2006 auf Fotos hier im Foyer des Page Boy Motels. Die Bilder gefielen mir sehr gut, und ich fragte an der Rezeption nach, wo ich diese wunderlichen Figuren wohl finden könnte.
    Man verwies mich auf das Büro für Land Management (BLM) in Big Water, dort wüsste man, wo die Hoodoos zu finden seien. Der BLM-Angestellte dort kopierte mir eine topografische Karte und markierte mir den Weg zu den Hoodoos. Diese Karte habe ich auch heute wieder benutzt. Vor vier Jahren machte ich mich leider zu spät am Tag auf den Weg, als ich das Tal mit den Ghosts, wie sie wegen ihrer weißen Farbe auch genannt werden, damals fand, war die Sonne schon hinter den Bergen verschwunden und die Hoodoos lagen im Schatten.
    Diese Tour sollte man sowieso früh morgens einplanen, schon wegen des strapaziösen Trails durch den Wahweap-Wash, der keinerlei Schatten bietet. Am schönsten leuchten die Objekte, wenn sie von der ersten Morgensonne angestrahlt werden.
    So breche ich heute Morgen auch bereits vor Sonnenaufgang gen Big Water auf. Unterwegs mache ich ganz spontan noch einen Abstecher zumLake Powell Sunrise Ufer des Lake Powell, um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Zwischen all den Booten und Wohnmobilen finde ich eine Stelle am Lone Rock, die mir gefällt, und hier baue ich mein Stativ auf. Der Sunrise gestaltet sich sehr farbenprächtig, der Abstecher hat sich gelohnt, denke ich.
    So komme ich ein bisschen später, als ich es vorhatte, am Trailhead für den Wahweap Trail an. Es gibt einen PKW-Parkplatz, von dem man ungefähr 100 Minuten braucht bis zu den Hoodoos, und einen 4WD-Parklatz, vin dem aus man 90 Minuten laufen muss. Man läuft immer dem Wash nach, irgendwann tauchen dann auf der linken Seite die Hoodoos auf, man kann sie nicht übersehen.
    Am Trailhead überlege ich kurz, ob sich der lange Marsch überhaupt lohnt heute, Wahweap Trailheaddenn der Himmel hat sich zugezogen, und ohne Sonnenlicht wirken die Hoodoos nur halb so gut. Optimistisch, wie immer, packe ich mit eine dreiviertel Gallone Wasser als Wegzehrung ein und laufe los. Das Laufen über den Wash ist steinig, es strengt an, wohl dem, der geeignete Wanderschuhe dabei hat.
    Es gibt zwei Gruppen mit Hoodoos in zwei benachbarten Canyons seitlich vom Wahweap Wash, an der südlichen laufe ich zunächst vorbei zu der, wie ich meine, schöneren nördlich gelegenen Gruppe. Ich habe großes Glück, just, als ich dort ankomme, schafft sich die Sonne für eine halbe Stunde durch die Wolken heraus und ich kann die Ghosts in ihrem schönsten Kleid im Sonnenlicht aufnehmen. Die Hoodoos sind die Schönsten, die ich kenne, die 4,5 Meilen Fußmarsch haben sich auf jeden Fall gelohnt.Wahweap Wash II
    Es ist schon 10:30 Uhr, als ich den Rückweg antrete, und inzwischen mörderisch warm geworden. Unterwegs plaudere ich noch kurz mit einem Holländer, der mir entgegenkommt, auch er auf dem Weg zu den Hoodoos. Er bleibt meine einzige Begegnung an diesem Morgen.
    Als ich kurz nach 12 den Wagen erreiche, bin ich komplett durchgeschwitzt… das Thermometer im Wagen zeigt 43° C an. Also erst mal ins Motel zum Duschen, und dann zu Denny’s für ein wohlverdientes Frühstück.
    Wahweap Hoodoos

    Den Nachmittag verbringe ich mit Relaxen im Motel. Gegen 17 Uhr sammele ich Wäsche, die gewaschen werde muss, und fahre zur Laundry. Es dauert eine halbe Stunde, bis meine Wäsche fertig ist, ich sitze da, als einziger Weißer (irgendwann später erscheint noch ein schwedisches Ehepaar) unter geschätzt 25 Navajo-Frauen, die zum Teil noch ihre Kinder dabei haben.
    Ein Waschsalon eignet sich hervorragend für soziale Studien. Leute, wenn ihr Land und Menschen richtig kennenlernen wollt, schaltet den Fernseher ab und geht in die Laundry.

    Gefahren: 54,00 Meilen
    Benzin:49,36 $
    Hotel: 77 $
    Essen: 36 $

    25. juli 2010, coal mine canyon, tuba city, grand canyon

    Es gibt sie noch, die alte amerikanische Tradition, was die Gastlichkeit angeht.
    Gestern Morgen, ich kam von einer Tour zum Coal Mine Canyon hungrig in Tuba City an, suchte ich ein Lokal zum Frühstücken. Natürlich fallen sofort die Ketten ins Auge, McDonalds, Taco Bell, KFC, Pizza Hut und wie sie alle heißen. In einer Seitenstraße fand ich Kate’s Café, dort machte ich halt.Coal Mine Canyon
    Das Café war voll besetzt, als ich eintrat. Außer der jungen Waitress waren alle Anwesenden Navajos. Tuba City liegt in der Painted Desert, hat 8000 Einwohner, von denen die Mehrheit Navajo-Indianer sind. Das Café war eingerichtet, wie man sich ein typisch amerikanisches Diner vorstellt…
    Die Bedienung kam an den Tisch, brachte ein Lächeln wie Sonnenschein im Mai mit, wischte erstmal den Tisch, obwohl er sauber war. Ich bestellte Kate’s Omelette, das kam mit Bratkartoffeln,einer Schale mit frischen Erdbeeren und Melone, Toast, Butter, einer Auswahl Marmelade (die Waitress entschuldigte sich dafür, dass Erdbeere leider heute aus ist) und schmeckte köstlich. Der andere Kellner, ein junger Navajo, stand seiner Kollegin in nichts nach, immer ein Lächeln auf den Lippen, brachte er mir meine Coffee-Refills.
    An dem Tisch neben mir saßen zwei alte Männer, sie unterhielten sich in ihrer Stammessprache, das erste Mal hörte ich diese Sprache. Auch der junge Kellner sprach mit den alten Leuten in Navajo. Schön, dass diese Traditionen erhalten bleiben und so die Identität eines Volkes gewahrt wird.
    WennArizona State Route 89 ihr mal in der Nähe seit, fahrt nicht vorbei, ohne einzukehren, Kate’s Café hat das nicht verdient.
    Den Tipp mit dem Coal Mine Canyon hatte ich von dem hervorragenden Fotografen und Reiseberichterstatter Steffen Synnatschke, der einen Trip zu dem Canyon im Internet veröffentlicht hat.
    Zum Coal Mine Canyon kommt man über Tuba City, man fährt im Ort nach Süden auf die State Route 264 und biegt dann kurz vor dem Milemarker 337 auf eine unpaved road ab, der man noch einen halben Kilometer folgt bis zum Parkplatz.
    Der Canyon sieht klasse aus, sehr fotogen,Coal Mine Canyon ich denke, die Bilder sprechen für sich. Wer in der Nähe ist, sollte einen Abstecher hierher auf jeden Fall einplanen. Man kann wunderbar am Canyonrand vorbei wandern und findet ständig neue Einblicke und Motive.
    Steffen Synnatschke beschreibt noch eine zweite Dirt Road, 3 Meilen weiter auf der 264, die zu wunderbaren Ausblicken führen soll. Die Einfahrt zu diesem Trail ist jedoch durch ein Tor mit Vorhängeschlössern versehn, sieht also ganz nach einem privaten Grundstück aus. Das Tor war zwar offen, als ich hier ankam, ich bin da aber trotzdem nicht reingefahren. Ich finde, den privaten Bereich anderer Menschen sollte man respektieren.Coal Mine Canyon

    Für den Rückweg, nach meinem formidablen Frühstück bei Kate’s, habe ich einen Abstecher zum Grand Canyon Nordrim vorgesehen. Das Northrim ist total abgelegen zu erreichen und bei weitem nicht so populär und überlaufen wie das Southrim, wo um diese Zeit wahrscheinlich kein Parkplatz mehr frei ist. Es ist wunderbar gemütlich und gediegen, und die Temperaturen sind auch um die Mittagszeit angenehm, schon wegen der Höhe, die über 2500 m liegt.
    Wo auch immer, und ganz gleich, wie oft man schon dort war, wenn man hinunter in den Canyon blickt, es raubt einem immer wieder den Atem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwo auf der Erde eine spektakulärere Landschaftsform gibt als diese.
    Man steht am Canyonrand,Point Imperial sieht hinein und kann es einfach nicht fassen: So viel grandiose Schönheit,so viel schiere Größe, so viel Naturgewalt. Einfach unglaublich.
    Leider gibt sich der Canyon sehr unfotogen. Ich habe bis heute nur sehr wenige Fotos gesehen, die dieser Landschaft wirklich gerecht werden. Entweder man hat unwahrscheinlich viel Glück und findet sofort den richtigen Ort zur richtigen Zeit mit dem idealen Licht, oder man muss viele Tage lang suchen und probieren, um eben diesen Ort zu treffen.
    Die meisten Touristen sind über ihre Grand Canyon-Fotos enttäuscht, wenn sie sie zu Hause betrachten, da geht es mir nicht anders.
    Am NorthrimBright Angel Point gibt es eine wunderbare Lodge mit Cabins mitten im Wald auf 2500 m Höhe, sehr beschaulich mit Veranden, auf denen Schaukelstühle stehen….
    Hier möchte ich mal für ne Zeitlang logieren, irgendwann, im Mai oder Juni, wenn die Luft noch frisch ist hier oben, und die zahlreichen Hiking Trails ausprobieren, die das Northrim bietet.
    Ich werde mir kein Auto mieten, um hierher zu kommen, sondern mir einen grauen Bart stehen lassen und mir ein Tuch um den Kopf binden und mit einer Harley-Davidson herfahren.
    Ohne Helm, mit der Stirn im Wind. Irgendwann.

    Gefahren: 415,50 Meilen
    Benzin:52,99 $
    Hotel: 77 $
    Essen: 32 $

    Bright Angel Point II

    Ein Versuch, die gewaltige Größe des Grand Canyon in einer Panoramafotografie festzuhalten. Die Aufnahme entstand am Bright Angel Point, der 2516 m hoch liegt. Der Colorado River am Grunde der Schlucht fließt 1100 m tiefer. Der gegenüberliegende Rand des Canyons ist 34 Meilen weit weg.
    Auf dem Bild kann man in der linken Hälfte(bitte auf das Foto klicken, um es zu vergrößern!) eine Bergspitze erkennen, die 106 Meilen weit entfernt ist.

    26. juli 2010, rund um page

    So langsam wird es zur Gewohnheit, vor Sonnenaufgang unterwegs zu sein… Mein erstes Ziel ist der Horseshoe Bend heute Morgen, ich möchte mitkriegen, Horseshoe Bend Moonsetwie die aufgehende Sonne langsam in den Canyon hineinkriecht und da rote Gestein anfängt zu leuchten.
    Als ich ankomme, geht der volle Mond gerade unter. Es ist schon hell. Auf einem Felsen sehe ich einen Löwe-Pro-Fotorucksack liegen, aber weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Als ich in den Rucksack, der noch dazu offen steht, hineinsehe, stockt mir der Atem: er enthält Nikon-Objektive im Wert von 2500 Euro. Ich steige auf einen Felsen und sehe mich um, aber es ist niemand zu sehen. Nun gut, denke ich, so etwas Wertvolles vergisst man nicht einfach so hier…. mal abwarten.
    Und tatsächlich, etwa 20 Minuten später, die Sonne hat gerade begonnen, in den Canyon hinein zu kriechen,Horseshoe Bend Sunrise kommt ein Amerikaner mit Stativ und Kamera um die Ecke und wünscht fröhlich Good morning… Ich wundere mich ihm gegenüber darüber, dass er seinen Rucksack hier alleine gelassen hat. Er sagt, er hätte einen Spaziergang gemacht, und da niemand hier gewesen sei, hätte er den Bag eben hier gelassen…. Das nenne ich Gottvertrauen…
    Die Sonne tut genau das, was ich mir erwartet habe, sie leuchtet die Wände des Canyons schön schräg von oben an, die eine Hälfte leuchtet im Licht, die andere Hälfte liegt im Schatten. Eine Lichtsituation, die hohe Ansprüche an den Fotografen stellt und nur mit dem HDR-Verfahren gemeistert werden kann. Immer wieder wundere ich mich darüber, wie wenig populär dieses Verfahren immer noch ist. Auch heute kommt wieder jemand zu mir, er ist auch mit Stativ unterwegs, House Rock Valley Roadwie sich das gehört, und fragt, welche Blende ich wohl eingestellt hätte. Er sagt er sei mit seinen Ergebnissen total unzufrieden, entweder sei der Teil des Bends, der in der Sonne liegt, viel zu hell, oder der andere Teil, der im Schatten liegt, viel zu dunkel… ich zeige ihm, wie ich meine Bilder im HDR-Verfahren aufnehme. Davon hat er noch nie etwas gehört, das finde ich ganz erstaunlich. Er dankt schön für den Tipp und versucht weiter sein Glück.
    Wer sich ernsthaft mit digitaler Fotografie beschäftigt, kommt an HDR(High Dynamic Range) auf Dauer nicht vorbei. es dauert ein wenig, bis man sich eingearbeitet hat in das aufwändige, nicht ganz einfache Verfahren, aber es lohnt sich auf alle Fälle. Okay, ich mache ungefähr 2 Millionen Bilder und fahre die 4 Meilen bis zu meinem geliebten Dennys Restaurant, zum Frühstücken.
    Nach dem Frühstück mache ich mich ohne Umwege auf zum Buckskin Gulch, einem Slot Canyon, dem größten im Südwesten. Dazu verlasse ich Page auf der 89 Richtung Norden, überquere die Grenze nach Utah und biege bei Milepost 26 nach Westen in die House Rock Valley Road ein. Die Straße ist extrem sandig, lässt sich aber locker fahren, so lange sie trocken ist. Genau dieses Problem macht sich gerade am Himmel breit, die Bewölkung wird innerhalb kürzester Zeit immer fetter und dunkler. Das letzte, was man in einem Slot Canyon gebrauchen kann, ist ein anständiges Gewitter.
    Ich muss umkehren,House Rock Valley Road II alles andere wäre zu riskant. Um aus der Situation das Beste zu machen, halte ich an und schieße ein paar Bilder von den fotogenen Wolkengebirgen am drohenden Himmel. Unterdessen begegnen mir zwei andere Wagen, die wohl auch dabei sind, sich in Sicherheit zu bringen.
    Unterwegs Richtung Page biege ich in Richtung auf die Wahweap Marina am Lake Powell ab, in der Hoffnung, am Wasser vielleicht noch ein paar schöne Aufnahmen mit dramatischen Wolkenbergen im Hintergrund machen zu können. Tatsächlich finde ich einen schönen Platz, aber die Hitze steigt ins Unerträgliche, so dass ich mich ins klimatisierte Hotelzimmer davon mache, um ein wenig an meinem Reisebericht zu feilen.
    WährenddessenLake Powell beobachte ich weiter den Himmel draußen, und am späteren Nachmittag, als das Gewitter da draußen ernst macht, ziehe ich nochmal los. Diesmal gelingen mir wirklich dramatische Aufnahmen des Sturms.
    Der Lake Powell entstand durch den Bau des Glen Canyon Staudammes bei Page. Aus Wikipedia: Ab dem 13. März 1963 wurde der Glen Canyon vom Colorado überflutet und bis zum 22. Juni 1980 zum Lake Powell aufgestaut. Benannt wurde er nach dem Bürgerkriegsveteranen Major John Wesley Powell, der im August 1879 mit acht weiteren Männern den Glen Canyon erforschte. Heute ist der See nach dem Lake Mead (Nevada/Arizona) der zweitgrößte Stausee der Vereinigten Staaten. Bei maximaler Stauhöhe hat er eine Länge von rund 300 km, ist am Damm 171 m tief und bedeckt eine Fläche von 653 km² (auf Seespiegelhöhe von 3.613 Fuß – 1.101 m). Mit rund 33,3 Milliarden m³ (= 33,3 km³) Wasserspots überflutet der Lake Powell dann 96 Canyons und erstreckt sich weit in die Mündungen des von Nordwesten her kommenden Escalante River sowie des von Osten her kommenden San Juan River. Die Küstenlinie des Sees ist mit 3.153 km (1.960 Meilen) länger als die gesamte Westküste der USA.

    Im Jahre 1972 beschloss der amerikanische Kongress die Einrichtung der Glen Canyon National Recreation Area, die ca 5.058 km² umfasst und von denen der Stausee selbst nur 13% einnimmt. Das Nationalerholungsgebiet gehört zum National Park System und grenzt im Nordosten an den Canyonlands- sowie im Süden an den Grand-Canyon-Nationalpark.

    Nach sechs niederschlagsarmenstorm Jahren und intensiver Wasserentnahme (u.a. aus Las Vegas) ist der Pegel bis zum Sommer 2005 um etwa 45 m gesunken, was rund zwei Drittel des ursprünglichen Wasservolumens entspricht. Durch den Rückgang sind breite Strände entstanden, die Enden der äußeren Canyons sind trocken gefallen. Die Rainbow Bridge ist vom Ufer her nur über einen längeren Fußweg zu erreichen und es sind Felsformationen aus dem Wasser aufgetaucht, die seit 30 Jahren nicht mehr zu sehen waren.

    Gefahren: 125,00 Meilen
    Hotel: 77 $
    Essen: 33 $

    rainbow
    Panoramafotografie vom Glen Canyon Dam, dem Lake Powell und der Glen Canyon Dam Bridge auf der rechten Seite. Die Brücke ist 475,50 m lang und liegt 213 m über dem Colorado River. Es ist die vierthöchste Brücke in den USA. Ohne die Brücke und die weiter flussabwärts gelegene Navajo Bridge hätte man 310 km weit zu fahren, um die andere Seite des Canyons zu erreichen.

    27. juli 2010, viele meilen, unzählige hoodoos, tal der götter

    Lange habe ich gestern überlegt, wie ich meine nächstes Reiseziel, Bluff, Utah, erreichen soll.U.S. Route 89 Utah Von Page nach Bluff sind es auf geradem Wege 172 Meilen. Es bietet sich eine alternative Route an, die am Bryce Canyon National Park vorbei führt, dann über die supertolle Straße 12 zur Utah State Route 95 nach Hite am nordöstlichen Zipfel des Lake Powell. Von dort kommt man über die State Route 162, die über die Cedar Mesa verläuft, zur 191 und nach Bluff. Dieser Trail ist sehr reizvoll, bedeutet aber 300 Meilen Umweg und Aufbrechen vor Sonnenaufgang.
    Am Ende entschließe ich mich für den langen Trail, ich möchte den Sonnenaufgang im Bryce Canyon erleben.Utah State Road 89 Wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollte, war das ein sehr glücklicher Entschluss, es sollte meine schönste Autofahrt im diesem ganzen Urlaub werden, mit atemberaubenden Ausblicken und total vielen schönen Fotos.
    Der Bryce Canyon ist ähnlich unfotogen wie der Grand Canyon, man fotografiert praktisch immer nach von oben nach unten und schafft es irgendwie nie, ein Foto aufzunehmen, dass die gigantische Größe und Weite dieser Landschaften so abbildet, wie sie es verdienen.
    Ich hoffe, dass früh Morgens bei schrägstehender Sonne die Kontraste im Canyon so hoch Asay Creek sind, dass mir ein paar schöne Bilder gelingen.
    Um halb 5 fahre ich los, passiere Kanab und fahre auf der 89 weiter durch das Long Valley. Die einsame Fahrt ist sehr schön, es ist schon hell, und der Sevier River, der in unzähligen Windungen entlang der Straße fließt, sorgt dafür, dass das Tal grün aussieht, es schwebt sogar ein Hauch von Morgennebel über den Wiesen.
    Die Kasse am Bryce Canyon ist noch geschlossen, als ich dort ankomme. Der Park ist aber offen, ich fahre direkt zum Sunset Point. Eigentlich hatte ich vor, den Navajo Loop Trail zu laufen, der tief in den Canyon hinein- und an anderer Stelle wieder hinausführt. Aber es ist mir erstens zu dunkel da unten, zweitens sind schon zwei Busse auf dem Parkplatz angekommen, trotz der frühen Stunde. Der Inhalt der Busse ist gerade dabei, mit viel GetöseSunset Point (8000 ft) den Trail in Beschlag zu nehmen, und dass ist meine Sache nun überhaupt nicht. Also treibe ich mich ein wenig am oberen Rand des Kessels herum, der wunderschöne Aussichten bietet, und mache ein paar Aufnahmen.
    Der zweite Punkt, dem ich einen Besuch abstatten will, ist der Inspiration Point. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf das größte Amphitheater des Parks. Als ich dort ankomme, bin ich alleine, der Lärm, der am Sunset Point herrschte, ist einer wunderbaren Stille gewichen. Ich lasse mich inspirieren von der Ruhe und der erstklassigen Schönheit der Landschaft und mache am Ende ein paar schöne Aufnahmen, wie ich hoffe.Inspiration Point
    Es fällt mir schwer, mich von diesem schönen stillen Punkt wieder zu trennen, aber ich habe noch nicht gefrühstückt und noch einen langen Weg zu fahren. Auf dem Rückweg zum Parkausgang statte ich dem Visitor Center noch einen Besuch ab. Dort ist schon die Hölle los. Der Park ist ein Besuchermagnet, jährlich kommen zwischen 800 000 bis 1 Million Menschen hierher, dei meisten davon natürlich im Sommer. Ich ergreife die Gelegenheit,Amphitheatre mir noch ein paar T-shirts zu kaufen. In der Vergangenheit war ich mit der Qualität der amerikanischen Hemden immer sehr zufrieden, und die shirts bieten durch ihre Aufdrucke immer schöne Erinnerungen.
    Als ich um 10:30 Uhr Escalante erreiche, hat das Circle-D Restaurant schon geschlossen, ich muss mir eine andere Breakfast-Location suchen. Es findet sich ein kleines Café, ich bin der einzige Gast um diese Zeit, das Frühstück ist klasse.
    Nach meiner Stärkung verfolge ich weiter die Route 12, bis ich in Hanksville auf die 95 Richtung Süden abbiege. Irgendwo im Internet habe ich gestern noch eine kleine Abhandlung über den Angel PointDirty Devil River gefunden, einen Aussichtspunkt östlich der Route 95, vom dem aus man einen schönen Blick auf den Canyon haben soll, den der Dirty Devil River hier gegraben hat. Ungefähr 10 Meilen südlich von Hanksville, leider habe ich vergessen, mir den Milepost zu notieren, finde ich den Abzweig nach Osten, ein kleines Schild kennzeichnet die Dirt Road als Angel Point Trail. Es sind 8 Meilen zu fahren bis zum Parkplatz. Nach ungefähr 3einhalb Meilen gabelt sich der Trail, hier muss man nach links weiterfahren. Der Trail ist sehr sandig, lässt sich aber bequem fahren. Leider sind mir die Fotos des Trails durch eine Unachtamkeit verloren gegangen.
    Auf dem Trailhead angekommen, sehe ich schwere Gewittersturm-Wolken am Horizont, mache mich aber trotzdem auf den Weg, Dirty Devil Riverden Angel Point zu finden. Ich wandere auf einem ausgetretenen Pfad am Canyonrand vorbei und mache ein paar Bilder. Vielleicht bin ich schon übersättigt, so toll begeistern kann ich mich für dieses Event nicht. Es ist eine schöne Landschaft zum Wandern, ohne Zweifel, und wenn man einen oder einen halben Tag Zeit investiert, kann man bestimmt schöne Ausssichten finden. Mich hindert die immer kraftvoller werdende Drohung des nahenden Sturms heute daran, die Gegend näher zu erforschen, ich mache mich zurück zum Trailhead. Dort steht noch ein einfacher Toyota, er stand schon da, als ich ankam, ich hoffe, dass seine Besitzer es noch schaffen, zurück zu fahren, bevor der Angel Point Trail durch Regen unbefahrbar geworden sein wird. Utah State Road 95 IV
    Wieder glücklich auf dem Highway 95 angekommen, fahre ich weiter Richtung Süden. Die Straße hat anfangs keine besonderen Aussichten zu bieten. Hat man jedoch erst mal die Kreuzung mit der 276, die nach Westen Richtung Bullfrog abzweigt, passiert, wird die 95 landschaftlich zu einer Sensation. Immer öfter halte ich an, um zu fotografieren. Die immer noch am Himmel drohende Gewitterstimmung gibt den Bildern eine dramatische Stimmung. Das Allerschönste ist, dass der Hwy hier kaum noch frequentiert wird. Ihr könnt in aller Ruhe euer Stativ mitten auf dem Highway aufbauen und in Ruhe eure Komposition auswählen, nur selten wird euch ein ankommendes Fahrzeug dabei stören. Hite
    Kurz bevor man das Örtchen Hite erreicht und die Straße sich ins Tal des Colorado River hinunter windet, lohnt es sich auf jeden Fall, nach Westen zu dem gut ausgebauten Lake Powell Overlook abzubiegen. Die Aussicht von dort oben zum Lake Powell und in den Glen Canyon ist unglaublich schön. Ich hätte Stunde um Stunde hier oben verbringen können, die sagenhafte Stille und die unglaubliche Landschaft zu genießen. Allein hierfür hat sich der Umweg schon gelohnt. Hite Crossing Bridge
    Nach einer Stunde Aufenthalt muss ich weiter, folge der Straße hinunter zum Colorado River, den ich über die Hite Crossing Bridge quere. Weiter geht es durch den White Canyon, in dem mich das Gewitter mit starkem Regen einholt. Als ich schließlich auf die Utah State Route 261 abbiege, zeigt diese sich trocken in der Sonne liegend, der Sturm ist am Horizont gegenwärtig. Die 261 führt über einen Tafelberg, die Cedar Mesa, ist asphaltiert, bis sie von der Mesa hinunter ins Valley Of The Gods führt.
    Diese Serpentinen, die auf einer Länge von knapp 3 Meilen einen Höhenunterschied von 335 Metern überwinden, sind nicht mehr asphaltiert und werden Moki Dugway genannt. Der Moki Dugway ist für Trucks und Trailers gesperrt und ist für Leute mit Schwindelgefühlen oder Leute mit schwachen Nerven nicht zu empfehlen. Als ich an der Abrisskante der Mesa ankomme und ins Valley Of The Gods hinunterschaue, bietet sich mir ein atemberaubender Anblick. Der Horizont ist Ewigkeiten weit entfernt, nie ist mit die unendliche Weite der Wüste so brutal bewusst geworden wie hier und jetzt. Im Osten tobt sich der Gewittersturm aus, von Westen her zaubert die schon tiefstehende Sonne fantastische Lichtspots auf und Regenbögen über den Talboden.Moki Dugway
    Noch nie noch nie habe ich etwas so Schönes etwas so Schönes gesehen. Es ist wie ein wunderschöner Traum.
    Die Utah State Route ist 34 Meilen lang. Über diese ganze Strecke ist mir an diesem Nachmittag niemand begegnet, kein Mensch, kein anderes Fahrzeug weit und breit.
    Ich fahre durch das Valley of the Gods und stoße auf die Route 163, an der östlich des Valleys die 300-Einwohner-Stadt Bluff und mein Hotel liegen. Ziemlich geschafft, aber glücklich checke ich dort ein, es ist 21 Uhr geworden, und gehe ins Cottonwood Steakhouse drei Blocks weiter, kriege einen Tisch auf der Terrasse und bestelle mir ein T-Bone zusammen mit einer Karaffe Merlot.
    Das hab ich mir heute Abend verdient.

    Gefahren: 487,20 Meilen
    Benzin: 69,05 $
    Hotel: 120 $
    Essen: 42 $

    Utah State Road 95 Hite Crossing Bridge
    Utah State Route 95 bei Hite

    Utah State Road 95 Rainbow
    Durch den White Canyon

    Utah State Road 261
    Utah State Route 261, Fahrt über die Cedar Mesa

    Moki Dugway II
    Moki Dugway

    Valley Of The Gods
    Valley Of The Gods

    28. juli 2010,ein fotogenes tal, gänsehälse

    Nach wenig Schlaf bin ich wieder vor Sonnenaufgang auf der Straße. Mein Ziel ist das 27 Meilen von Bluff entfernte Monument Valley, das ich während des Sonnenaufganges ablichten will. BeforeVom Visitor Center aus hat man einen schönen Blick in das weitläufige Tal, und zwar genau gen Osten, gegen die aufgehende Sonne also.
    Ich garantiere euch, wer hier einen Sunrise erlebt hat, wird ihn so schnell nicht vergessen. Er wird immer wieder zurück an diesen Platz kommen, von Sehnsucht geplagt. Es ist wohl einer der schönsten seiner Art auf unserer Erde.
    Noch dazu ist das Monument Valley wahnsinnig fotogen, man kann hier als Fotograf wenig falsch machen. Ausgenommen beim Sunrise, der recht schwierig aufzunehmen ist. Man hat die Sonne im Gesicht, also starkes Gegenlicht, ein heller Himmel im Hinter- steht gegen dunkle Tafelberge Sunriseim Vordergrund. Ein gewaltiger Kontrast den keine moderne Kamera bewältigen kann, man muss unbedingt in die HDR-Trickkiste greifen, will man saubere, richtig belichtete Bilder mit nach Hause bringen. Dieser Sonnenaufgang schreit geradezu nach High Dynamic Range. Umso mehr wundere ich mich darüber, dass ich zweifellos der Einzige unter den Fotografen bin, die an diesem Morgen hier zusammengekommen sind, der diese Technik anwendet. Ich lerne einen jungen Franzosen kennen, als er mich fragt, welche Blende ich verwende… er sieht im Display, dass seine Optik mit den Lichtverhältnissen nicht klarkommt, und sucht nach einer Lösung. Von High Dynamic Range hat er noch nie etwas gehört…. seltsam.
    Der Sonnenaufgang ist eine Wucht. Es schwebt genau die richtige Dosis Wolken am Himmel, die ihm das langweilige Blau versüßen, und die Sonne bricht durch einen schmalen Wolkenkorridor nach draußen. Wunderschön, as allways. Monument Valley II
    Es gibt einen 17 Meilen langen Valleydrive, den man unbedingt fahren sollte, wenn man hier ist. Das funktioniert auch ohne Allradantrieb, man braucht nur ein bisschen Bodenfreiheit. Der Trail ist furchtbar holprig, er wird wohl mit Absicht von den Navajo, denen das Tal gehört, so belassen. Man ist gezwungen, sehr langsam zu fahren, dadurch hält sich die Staubentwicklung in Grenzen. Der Trail bietet tolle Ausblicke, man kann jetzt auch den John Fords Point, den Lieblingsplatz des Regisseurs John Ford, anfahren. Der Punkt war jahrelang geführten Touren vorbehalten.
    Einiges hat sich verändert im Tal, seit ich vor vier Jahren das lezte Mal hier war. Der Parkplatz am Visitor Center ist asphaltiert. Das Visitor Center selbst hat mit dem von früher nur noch den Fahnenmast davor gemein, hier ist ein Hotel entstanden, mit Zimmern, die Balkone mit Valleyblick bieten. Im Hotel sind Restaurant,Butte Trading Post und Visitor Information integriert. Das alles wirkt kein bisschen aufdringlich, man hat so gebaut, dass die Atmosphäre des Tales nicht zerstört wird, alle Gebäude passen in die Landschaft, nicht nur farblich. Ein Kompliment der Navajo Nation für diese gelungene Bauleistung, und dafür, dass der Eintrittspreis in den Park bei 5 Dollars geblieben ist.
    Ich nutze das Restaurant zum Frühstück, nachdem ich meine Rundfahrt auf dem Valley Drive beendet habe. Es gibt ein Buffet, das keine Wünsche offen lässt, man sitzt superschön an stylischen Tischen mit Blick aufs Valley, die indianischen Bedienungen sind freundlich und sorgen wie üblich dafür, dass die Kaffeetasse nie leer wird. Ein Frühstück, das ich mit bestem Gewissen empfehlen kann, es ist für 11 Dollars nicht zu teuer.U.S. Highway 163
    Gesättigt nehme ich Abschied vom Monument Valley und fahre den Highway 163 zurück Richtung Bluff. Der Highway selbst bietet ein herrliches Motiv, ich mache noch ein paar Bilder mit Straße und Tafelbergen und fahre weiter nach Mexican Hat.
    in dem Ort leben lediglich 80 Menschen. Er hat seinen Namen von einer Felsformation nördlich des Ortes, die die Form eines mexikanischen Sombreros besitzt. Von dieser mache ich ein paar Aufnahmen, bevor ich ins Hotel zurückkehre.
    Am späten Nachmittag breche ich auf zum Goosenecks State Park, er liegt etwa 25 Meilen entfernt von Bluff. Der San Juan River hat dort mehrere tiefe schleifenförmige Canyons in die Wüste gegraben. Als ich im Park ankomme, gibt es dort keine anderen Besucher außer einer Mexican Hatdreiköpfigen Navajo-Familie. Die Frau fängt sofort an, munter drauf los zu plappern, als ich den Wagen verlasse, ich habe Mühe, ihrem Wortschwall zu folgen. Ihr Mann sieht mir wohl an, dass ich nur die Hälfte von dem mitkriege, was seine Frau erzählt, und unterbricht sie, indem er mich fragt, wo ich herkomme. Er zeigt mir noch ein paar Details in den Canyons, die ihm gefallen und die ich fotografieren soll.
    Ich muss mich beeilen mit dem Fotografieren, dunkle Wolken kündigen ein Gewitter und starken Regen an. Leider schaffe ich es nicht mehr, meinen Panoramakopf auf’s Stativ zu montieren, bevor der Regen losgeht.
    Mein Abendessen nehme ich im Twin Rocks Café in Bluff, es gibt dort einen Goosenecks State Parkwunderbaren Ceasar Salad.
    Im Hotel angekommen, heißt es packen. Morgen muss ich die Rückreise nach Chicago in Angriff nehmen, will ich am Sonntag meinen Rückflug nach Deutschland nicht verpassen.
    Ich nehme mir vor, noch einmal früh aufzustehen und noch einen letzten Sunrise im Monument Valley mit zu nehmen, bevor ich dieses großartige Land verlasse.
    Good night, Utah.

    Gefahren: 172,50 Meilen
    Hotel: 120 $
    Essen: 35 $

    Monument Valley IV
    Monument Valley

    Monument Valley III
    Monument Valley

    Goosenecks
    Gooseneck

    Twin Rocks Café
    Twin Rocks Café und Trading Post, Bluff

    29. und 30. juli 2010, ein letzter sonnenaufgang, abschied vom südwesten

    Es ist noch stockdunkel, als ich heute Morgen zum Monument Valley aufbreche. Before (another day)Das macht zwar 54 Meilen Umweg zu meinem eigentlichen Ziel Chicago, aber ich denke, ein Sunrise am Monument Valley ist noch größere Umwege wert…
    Als ich auf dem Parkplatz ankomme, dämmert es leicht, ich kann jetzt erkennen, dass der Himmel von schweren Wolken bedeckt ist. Das ist ein krasser Kontrast zu gestern, als der Himmel ja zum größten Teil klar war. Das ist gut so, auf diese Weise bekomme ich ganz andere Fotos als gestern, mit mehr Dramatik. So ist es auch, nur ein schmales Band am Himmel ist frei von Wolken, als es heller wird.
    Heute sind nicht sehr viele Fotografen zur Stelle, Mitten wahrscheinlich wegen des Wetters. Ich mache zwischen 6 und 7 Uhr eine 16-Gigabyte-Speicherkarte voll, dann breche ich auf, Richtung Chicago.
    Über die Fahrt gibt es nicht viel zu sagen. Ich fahre über die 191 nach Moab, wo ich ein letztes Mal in Denny’s Restaurant frühstücke, weiter über die 191 nach Norden zur Interstate 70. Das einzig interressante Streckenstück ist die Überquerung der Rocky Mountains, aber dort kommt es immer wieder zu sintflutartigen Regenfällen, die ein hurtiges Vorwärtskommen verhindern und mir den Spaß an den Bergen gründlich vermiesen. Hat man die Berge hinter sich, gibt es nur noch Eintönigkeit, Colorado, Nebraska, Iowa, Prärie-Einöde wird irgendwann abgelöst durch Maisfeld-Einöde…. sonst nichts. Man stellt die Geschwindigkeits-Kontrolle auf 80 miles per hour ein und lässt sich rollen…. IVStaus sind sehr selten. Gut beraten ist der, der in solcher Situation ein paar spannende Hörbücher eingepackt hat, sie sind das beste Mittel gegen die Langeweile.
    Ihr werdet Euch fragen, warum ich nicht gleich in den Südwesten geflogen bin. Nun, der Flug mit Air India nach Chicago O’Hare war für 666 Euro konkurrenzlos preiswert, und noch dazu der einzige Direktflug, den ich finden konnte. Außerdem dachte ich, wer durchs Land fährt, sieht mehr davon, als derjenige, der drüberfliegt. Das weiß ich jetzt besser….
    Am ersten Tag schlafe ich nach 770 Meilen Fahrt irgendwo in Nebraska. Abends buche ich noch eine Unterkunft in Chicago, um mir am nächsten Abend den Stress der Unterkunftsucherei in der großen Stadt zu ersparen. Ich wähle das Comfort Inn in der E. Touhy Avenue, das ist in der Nähe des Flughafens.
    Das Comfort Inn erweist sich als gute Wahl, als ich am nächsten aben nach 10 Stunden Fahrt ankomme. Es ist wirklich komfortabel, und nebenan gibt es ein feines und preiswertes Restaurant, das Tiffanys. Hier lässt sich’s aushalten bis zum Abflug.
    Am Samstag, dem 31. Juli gebe ich den Wagen am Flughafen ab. Er hat 6100 Meilen mehr auf dem Tacho als bei Reisebeginn.
    Der Rückflug verläuft erwartungsgemäß ohne Probleme….

    Gefahren: 1557.00 Meilen
    Benzin: 182,60 $
    Hotels: 166 $
    Essen: 50 $

    Weiterführende Links:

    Individualreisen durch die USA:
    http://www.erlebe-usa.de/index.htm

    High-Dynamic-Range-Fotografie:
    http://de.wikipedia.org/wiki/High_Dynamic_Range_Image
    http://www.youtube.com/watch?v=UUxruUqtMas

    Panoramafotografie:
    http://www.pixelrama.de/panorama/indexfx.html

    Reiseberichte:
    http://www.synnatschke.de/
    http://www.lalasreisen.de/amerika/html/usa.html

    1 person has left a comment

    #1

    son muy buenas tus fotos desearía tomar varias para una portada de película ya que lo hago por puro hobby… claro si no te molesta… búscame en facebook y veras mu trabajos.saludos amigo

    Yonnys García wrote on April 28, 2013 - 12:28 am
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