Wolfgang Staudt Fotografie

Fotografie und Kultur

Schlagwort: Oesterreich (Seite 2 von 2)

Seebensee

Am Seebensee

Seebensee

Blick von der Coburger Hütte auf den Seebensee

Heiterwanger See

Morgens am Heiterwanger See

Heiterwanger See

Ein Steg spiegelt sich in dem glatten See

Heiterwanger See

Nur am frühen Morgen liegt der See so spiegelglatt zwischen den Bergen

Alm

Alm

Alm

Alm im Bregenzerwald

Südtirol: ein Reisebericht

18. juli 2011 saarbrücken – meran mit ein paar umwegen

Als 11 oder 12jähriger Junge, so genau weiß ich das nicht mehr, habe ich einmal einen dreiwöchigen Urlaub in Meran,
Südtirol, verbracht. Diese 3 Wochen habe ich seither als ein richtig tolles Erlebnis im Gedächnis, es hat mir sehr gut gefallen in Meran, und immer schon wollte ich diese Stadt nochmal besuchen.
Heute ist es soweit, ich breche auf, die Alpen zu überqueren.
Von Meran aus kann hat man es mit dem Auto nicht weit zu einigen der berühmtesten und höchsten Alpenpässe, wie zum Beispiel der Reschenpass, das Stilfser Joch, Ofenpass, Timmelsjoch usw. Diese Pässe möchte ich erfahren und erleben und natürlich fotografisch aufnehmen. Meran ist ja berühmt für sein mediterranes, ungewöhnlich mildes Klima, ich hoffe sehr, dass das Wetter mitspielt.

In Wikipedia kann man über das Klima Merans lesen:
Das Klima Merans ist mediterran geprägt; übers Jahr werden durchschnittlich ca. 300 Sonnentage gezählt. Von der Texelgruppe im Norden und Nordwesten wird der Talkessel vor Niederschlägen und kalten Winden gut geschützt. Das nach Süden geöffnete Tal sorgt für die Zufuhr ausgeglichen warmer Luft (auch im Spätherbst und im Frühjahr), wodurch das Wachstum mediterraner Pflanzen wie z. B. Palmen, Zypressen, Steineichen, Lorbeer, Myrthen und Libanonzedern begünstigt wird. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 11,5 Grad; die Januardurchschnittstemperatur 1,1 Grad, die Julidurchschnittstemperatur 21,7 Grad. (Mittlere Höchsttemperaturen: Jan. 6,5 Grad; Juli 29,5 Grad; mittlere Tiefsttemperaturen: Jan. -4,3 Grad, Juli 13,9 Grad). Jahresniederschlag im Mittel: rund 700 mm, mit relativ trockenen Wintern und relativ feuchten Sommern.

Um 4:30 am Morgen bin ich auf der Straße, passiere die Bundesstraße 10 und fahre ab Karlsrunhe über die A8 weiter Richtung Süden. Ab dem Kreuz Ulm/Elchingen geht es dann auf der A7 weiter Richtung Innsbruck. Mein Navigationsgerät heißt mich mitten auf der Strecke, die Autobahn zu verlassen, ohne dass ich den Sinn verstehe – wahrscheinlich gibt es Richtung Innsbruck Staumeldungen. Ich habe gute Erfahrungen mit dem Gerät gemacht, was das Umfahren von Staus angeht, also verlasse ich die Autobahn, wie geheißen, und fahre fortan Landstraße, bis auf einige wenige Autobahnstücke in Österreich, bis zu meinem Ziel.
Bei Pfronten im Allgäu überquere ich die Grenze nach Österreich, und lande schließlich im Ötztal, dass ich ganz durchfahre.
Es macht einen sehr auf Tourismus eingestellten Eindruck, manche Orte kommen mir vor wie ganzjährig geöffnete Rummelplätze, die Straßen quellen über vor Menschenmassen, für mich ein Urlaubs-Alptraum. Das Wetter ist sehr schlecht, und als ich in Umhausen einen Wegweiser zu Wasserfällen sehe, biege ich kurz entschlossen ab, ich habe ja Zeit genug, bei diesem Wetter verpasse ich in Meran garantiert nichts. Es ist nicht weit zu den Wasserfällen, dort angekommen, bereue ich jedoch meine Entscheidung, was diesen Abstecher angeht, weil schon auf dem Parkplatz, der zu den Fällen gehört, rummelplatzartige Zustände auszumachen sind. Ich fahre einfach weiter
und komme so in das kleine Dörfchen Niederthai, sehr malerisch, ich steige aus, um ein Bilder aufzunehmen.
Weiter geht es durch die Stubaier Alpen, bis zum Timmelsjoch. Das Timmelsjoch ist ein 2474 Meter hoher Grenzpass zwischen Österreich und Italien. Der Pass ist mautpflichtig, die Gebühr beträgt 14 Euro. Es sind 9 Spitzkehren bis zur Grenze, falls ich richtig gezählt habe, und witzigerweise steht an jeder der Kehren ein Schild mit der jeweiligen Nummer und der Höhe über NN. Leider wird ab der Kehre Nummer 7 der Nebel so dicht, dass ich von der Landschaft nichts mehr mitkriege, ich habe Mühe, dem Verlauf der Straße zu folgen, so schlecht ist die Sicht.
Die Abfahrt auf italienischer Seite kommt mir sehr viel länger und kurvenreicher vor als die Strecke auf der österreichischen Seite. Mehrere Tunnels sind zu passieren, in welchen sich der Nebel ebenfalls breit gemacht hat, was mir ein überaus gespenstisches, noch nie zuvor gehabtes Fahrerlebnis beschert. Der Verkehr ist sehr dünn, ich bin die ganze Zeit alleine auf meiner Spur, und nur selten hab ich Gegenverkehr.

Meine Hoffnung, Italien würde mich auf der jenseitigen Seite des Passes mit besserem Wetter empfangen, wird durch starken Regen enttäuscht. Auch in Meran, das ich schließlich gegen 14:30 Uhr und rund 700 Kilometern Fahrt erreiche, regnet es leicht. Im Hotel Aurora erhalte ich ein sehr sympathisches Einzelzimmer in der vierten Etage mit einem gigantischen Balkon. Das macht Laune, hier werde ich aushalten können.

Nachdem ich mich eingerichtet habe, lasse ich mich ein wenig durch die Straßen und Gassen der Stadt treiben. Die meisten von Ihnen sind eng, wie man es von italienischen Städten kennt.
Wer gerade wie aus Berlin, wo man gemeinhin auf weitläufigen Straßen mit breiten Gehwegen flaniert, kommt, für den ist die erwähnte Enge erstmal sehr gewöhnungsbedürftig.
Das meinem Hotel angegliederte Restaurant ist sehr teuer, ich lese die ausgestellten Karten der Restaurants, an denen ich vorbeilaufe. Leider gibt es kaum Unterschiede, was die Auswahl der gebotenen Gerichte angeht. Fantasie zeigen die Wirte allerdings, wenn es um die Preisgestaltung geht, nur die Berge rund um die Stadt sind höher. Ich möchte kein fettes Fleisch- oder Knödelgericht zu Abend essen und entscheide mich am Ende für eine indisches Restaurant.

Der Wetterbericht für Dienstag verspricht kaum bessere Verhältnisse, ich werde morgen also keine Passfahrten unternehmen, um einen Reinfall wie am Timmelsjoch auszuschließen. Was ich bisher von Meran gesehen habe, ist mir sympathisch, ich werde den Dienstag nutzen, meine Eindrücke zu vertiefen.
Mal sehen.

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