Wolfgang Staudt Fotografie

Fotografie und Kultur

Schlagwort: Page

USA 2010 – ein Reisebericht

26. juli 2010, rund um page

So langsam wird es zur Gewohnheit, vor Sonnenaufgang unterwegs zu sein… Mein erstes Ziel ist der Horseshoe Bend heute Morgen, ich möchte mitkriegen,
wie die aufgehende Sonne langsam in den Canyon hineinkriecht und da rote Gestein anfängt zu leuchten.
Als ich ankomme, geht der volle Mond gerade unter. Es ist schon hell. Auf einem Felsen sehe ich einen Löwe-Pro-Fotorucksack liegen, aber weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Als ich in den Rucksack, der noch dazu offen steht, hineinsehe, stockt mir der Atem: er enthält Nikon-Objektive im Wert von 2500 Euro. Ich steige auf einen Felsen und sehe mich um, aber es ist niemand zu sehen. Nun gut, denke ich, so etwas Wertvolles vergisst man nicht einfach so hier…. mal abwarten.
Und tatsächlich, etwa 20 Minuten später, die Sonne hat gerade begonnen, in den Canyon hinein zu kriechen,
kommt ein Amerikaner mit Stativ und Kamera um die Ecke und wünscht fröhlich Good morning… Ich wundere mich ihm gegenüber darüber, dass er seinen Rucksack hier alleine gelassen hat. Er sagt, er hätte einen Spaziergang gemacht, und da niemand hier gewesen sei, hätte er den Bag eben hier gelassen…. Das nenne ich Gottvertrauen…
Die Sonne tut genau das, was ich mir erwartet habe, sie leuchtet die Wände des Canyons schön schräg von oben an, die eine Hälfte leuchtet im Licht, die andere Hälfte liegt im Schatten. Eine Lichtsituation, die hohe Ansprüche an den Fotografen stellt und nur mit dem HDR-Verfahren gemeistert werden kann. Immer wieder wundere ich mich darüber, wie wenig populär dieses Verfahren immer noch ist. Auch heute kommt wieder jemand zu mir, er ist auch mit Stativ unterwegs,
wie sich das gehört, und fragt, welche Blende ich wohl eingestellt hätte. Er sagt er sei mit seinen Ergebnissen total unzufrieden, entweder sei der Teil des Bends, der in der Sonne liegt, viel zu hell, oder der andere Teil, der im Schatten liegt, viel zu dunkel… ich zeige ihm, wie ich meine Bilder im HDR-Verfahren aufnehme. Davon hat er noch nie etwas gehört, das finde ich ganz erstaunlich. Er dankt schön für den Tipp und versucht weiter sein Glück.
Wer sich ernsthaft mit digitaler Fotografie beschäftigt, kommt an HDR(High Dynamic Range) auf Dauer nicht vorbei. es dauert ein wenig, bis man sich eingearbeitet hat in das aufwändige, nicht ganz einfache Verfahren, aber es lohnt sich auf alle Fälle. Okay, ich mache ungefähr 2 Millionen Bilder und fahre die 4 Meilen bis zu meinem geliebten Dennys Restaurant, zum Frühstücken.
Nach dem Frühstück mache ich mich ohne Umwege auf zum Buckskin Gulch, einem Slot Canyon, dem größten im Südwesten. Dazu verlasse ich Page auf der 89 Richtung Norden, überquere die Grenze nach Utah und biege bei Milepost 26 nach Westen in die House Rock Valley Road ein. Die Straße ist extrem sandig, lässt sich aber locker fahren, so lange sie trocken ist. Genau dieses Problem macht sich gerade am Himmel breit, die Bewölkung wird innerhalb kürzester Zeit immer fetter und dunkler. Das letzte, was man in einem Slot Canyon gebrauchen kann, ist ein anständiges Gewitter.
Ich muss umkehren,
alles andere wäre zu riskant. Um aus der Situation das Beste zu machen, halte ich an und schieße ein paar Bilder von den fotogenen Wolkengebirgen am drohenden Himmel. Unterdessen begegnen mir zwei andere Wagen, die wohl auch dabei sind, sich in Sicherheit zu bringen.
Unterwegs Richtung Page biege ich in Richtung auf die Wahweap Marina am Lake Powell ab, in der Hoffnung, am Wasser vielleicht noch ein paar schöne Aufnahmen mit dramatischen Wolkenbergen im Hintergrund machen zu können. Tatsächlich finde ich einen schönen Platz, aber die Hitze steigt ins Unerträgliche, so dass ich mich ins klimatisierte Hotelzimmer davon mache, um ein wenig an meinem Reisebericht zu feilen.
Währenddessen
beobachte ich weiter den Himmel draußen, und am späteren Nachmittag, als das Gewitter da draußen ernst macht, ziehe ich nochmal los. Diesmal gelingen mir wirklich dramatische Aufnahmen des Sturms.
Der Lake Powell entstand durch den Bau des Glen Canyon Staudammes bei Page. Aus Wikipedia: Ab dem 13. März 1963 wurde der Glen Canyon vom Colorado überflutet und bis zum 22. Juni 1980 zum Lake Powell aufgestaut. Benannt wurde er nach dem Bürgerkriegsveteranen Major John Wesley Powell, der im August 1879 mit acht weiteren Männern den Glen Canyon erforschte. Heute ist der See nach dem Lake Mead (Nevada/Arizona) der zweitgrößte Stausee der Vereinigten Staaten. Bei maximaler Stauhöhe hat er eine Länge von rund 300 km, ist am Damm 171 m tief und bedeckt eine Fläche von 653 km² (auf Seespiegelhöhe von 3.613 Fuß – 1.101 m). Mit rund 33,3 Milliarden m³ (= 33,3 km³) Wasser
überflutet der Lake Powell dann 96 Canyons und erstreckt sich weit in die Mündungen des von Nordwesten her kommenden Escalante River sowie des von Osten her kommenden San Juan River. Die Küstenlinie des Sees ist mit 3.153 km (1.960 Meilen) länger als die gesamte Westküste der USA.

Im Jahre 1972 beschloss der amerikanische Kongress die Einrichtung der Glen Canyon National Recreation Area, die ca 5.058 km² umfasst und von denen der Stausee selbst nur 13% einnimmt. Das Nationalerholungsgebiet gehört zum National Park System und grenzt im Nordosten an den Canyonlands- sowie im Süden an den Grand-Canyon-Nationalpark.

Nach sechs niederschlagsarmen
Jahren und intensiver Wasserentnahme (u.a. aus Las Vegas) ist der Pegel bis zum Sommer 2005 um etwa 45 m gesunken, was rund zwei Drittel des ursprünglichen Wasservolumens entspricht. Durch den Rückgang sind breite Strände entstanden, die Enden der äußeren Canyons sind trocken gefallen. Die Rainbow Bridge ist vom Ufer her nur über einen längeren Fußweg zu erreichen und es sind Felsformationen aus dem Wasser aufgetaucht, die seit 30 Jahren nicht mehr zu sehen waren.

Gefahren: 125,00 Meilen
Hotel: 77 $
Essen: 33 $

Panoramafotografie vom Glen Canyon Dam, dem Lake Powell und der Glen Canyon Dam Bridge auf der rechten Seite. Die Brücke ist 475,50 m lang und liegt 213 m über dem Colorado River. Es ist die vierthöchste Brücke in den USA. Ohne die Brücke und die weiter flussabwärts gelegene Navajo Bridge hätte man 310 km weit zu fahren, um die andere Seite des Canyons zu erreichen.

USA 2010 – ein Reisebericht

24. juli 2010 wahweap hoodoos am vormittag, housekeeping am nachmittag

Zum ersten Mal gesehen hatte ich die Wahweap Hoodoos
2006 auf Fotos hier im Foyer des Page Boy Motels. Die Bilder gefielen mir sehr gut, und ich fragte an der Rezeption nach, wo ich diese wunderlichen Figuren wohl finden könnte.
Man verwies mich auf das Büro für Land Management (BLM) in Big Water, dort wüsste man, wo die Hoodoos zu finden seien. Der BLM-Angestellte dort kopierte mir eine topografische Karte und markierte mir den Weg zu den Hoodoos. Diese Karte habe ich auch heute wieder benutzt. Vor vier Jahren machte ich mich leider zu spät am Tag auf den Weg, als ich das Tal mit den Ghosts, wie sie wegen ihrer weißen Farbe auch genannt werden, damals fand, war die Sonne schon hinter den Bergen verschwunden und die Hoodoos lagen im Schatten.
Diese Tour sollte man sowieso früh morgens einplanen, schon wegen des strapaziösen Trails durch den Wahweap-Wash, der keinerlei Schatten bietet. Am schönsten leuchten die Objekte, wenn sie von der ersten Morgensonne angestrahlt werden.
So breche ich heute Morgen auch bereits vor Sonnenaufgang gen Big Water auf. Unterwegs mache ich ganz spontan noch einen Abstecher zum
Ufer des Lake Powell, um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Zwischen all den Booten und Wohnmobilen finde ich eine Stelle am Lone Rock, die mir gefällt, und hier baue ich mein Stativ auf. Der Sunrise gestaltet sich sehr farbenprächtig, der Abstecher hat sich gelohnt, denke ich.
So komme ich ein bisschen später, als ich es vorhatte, am Trailhead für den Wahweap Trail an. Es gibt einen PKW-Parkplatz, von dem man ungefähr 100 Minuten braucht bis zu den Hoodoos, und einen 4WD-Parklatz, vin dem aus man 90 Minuten laufen muss. Man läuft immer dem Wash nach, irgendwann tauchen dann auf der linken Seite die Hoodoos auf, man kann sie nicht übersehen.
Am Trailhead überlege ich kurz, ob sich der lange Marsch überhaupt lohnt heute,
denn der Himmel hat sich zugezogen, und ohne Sonnenlicht wirken die Hoodoos nur halb so gut. Optimistisch, wie immer, packe ich mit eine dreiviertel Gallone Wasser als Wegzehrung ein und laufe los. Das Laufen über den Wash ist steinig, es strengt an, wohl dem, der geeignete Wanderschuhe dabei hat.
Es gibt zwei Gruppen mit Hoodoos in zwei benachbarten Canyons seitlich vom Wahweap Wash, an der südlichen laufe ich zunächst vorbei zu der, wie ich meine, schöneren nördlich gelegenen Gruppe. Ich habe großes Glück, just, als ich dort ankomme, schafft sich die Sonne für eine halbe Stunde durch die Wolken heraus und ich kann die Ghosts in ihrem schönsten Kleid im Sonnenlicht aufnehmen. Die Hoodoos sind die Schönsten, die ich kenne, die 4,5 Meilen Fußmarsch haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Es ist schon 10:30 Uhr, als ich den Rückweg antrete, und inzwischen mörderisch warm geworden. Unterwegs plaudere ich noch kurz mit einem Holländer, der mir entgegenkommt, auch er auf dem Weg zu den Hoodoos. Er bleibt meine einzige Begegnung an diesem Morgen.
Als ich kurz nach 12 den Wagen erreiche, bin ich komplett durchgeschwitzt… das Thermometer im Wagen zeigt 43° C an. Also erst mal ins Motel zum Duschen, und dann zu Denny’s für ein wohlverdientes Frühstück.

Den Nachmittag verbringe ich mit Relaxen im Motel. Gegen 17 Uhr sammele ich Wäsche, die gewaschen werde muss, und fahre zur Laundry. Es dauert eine halbe Stunde, bis meine Wäsche fertig ist, ich sitze da, als einziger Weißer (irgendwann später erscheint noch ein schwedisches Ehepaar) unter geschätzt 25 Navajo-Frauen, die zum Teil noch ihre Kinder dabei haben.
Ein Waschsalon eignet sich hervorragend für soziale Studien. Leute, wenn ihr Land und Menschen richtig kennenlernen wollt, schaltet den Fernseher ab und geht in die Laundry.

Gefahren: 54,00 Meilen
Benzin:49,36 $
Hotel: 77 $
Essen: 36 $

USA 2010 – ein Reisebericht

23. juli 2010,page, horseshoe bend, toadstool hoodoos

Die Ortschaft Page wurde 1957 gegründet und ist damit eine der jüngsten der Vereinigten Staaten. Bevor die Stadt entstand, war die Gegend von
Navajo-Indianern besiedelt.
Mit dem Baubeginn des Glen-Canyon-Staudamms im Jahr 1956 musste in der Gegend eine Siedlung zur Unterbringung der Bauarbeiter errichtet werden. Zu diesem Zweck erwarb man von den hier ansässigen Navajos ein ca. 24mi² großes Stück Land, was etwa einer Fläche von 62 km² entspricht. Anfänglich war es ein Government Camp, bekam aber recht schnell den Status einer Ortschaft und wurde dann 1957 nach dem Leiter des Bureau of Reclamation John C. Page, benannt. Viele der alten Häuser und Trailer des ursprünglichen Camps sind noch heute im sogenannten Old Historic Quarter von Page zu besichtigen. Mit der Etablierung der Glen Canyon National Recreation Area im Jahre 1972 wurde der Tourismus zu einer immer wichtigeren Einnahmequelle.

Im Jahre 1975 hatte Page mehr als 9.000 Einwohner, bei der Volkszählung aus dem Jahr 2000 waren
es noch 6.809 Einwohner, die sich auf 2342 Haushalte und 1779 Familien verteilten. Die Bevölkerungsdichte betrug 158,5 Einwohner/km². Darunter waren 67,32 % der Bevölkerung weiß und 26,69 % indianisch. In 41,4 % der Haushalte lebten Kinder unter 18 Jahren.

Mein Tag in Page beginnt heute mit Ausschlafen und Frühstück bei Denny’s Restaurant. Danach mache ich mich auf zum Horseshoe Bend, dieser sagenhaften CororadoSchleife. Man fährt von Page aus ca. 3 Meilen auf dem Highway 89 nach Süden und biegt dann nach Westen auf den Parkplatz ab, der gleichzeitig der Trailhead zum Bend ist. Es gibt ein Hinweisschild. Vom Parkplatz aus hat man noch eine dreiviertel Meile zu laufen bis zum Colorado. Der Weg ist steil und sehr sandig, gute geschlossene Schuhe sind von Vorteil. Der Horseshoe Bend ist ein sagenhaftes Fotomotiv, besonders vormittags liegt er prall in der Sonne. Nachmittags hat man Gegenlicht.
Wer die Schleife in ihrer ganzen Pracht ablichten will, muss die Courage aufbringen, sich ganz nach vorne an die Abbruchkante zu stellen, um nach unten zu fotografieren.
Der Fluss liegt 1000 Fuß tiefer als die Kante. Der Gedanke daran, dass es eine überhängende Kante ist, macht die Sache nicht gerade einfacher. Ich kenne keinerlei Angst vor der Höhe oder Schwindelgefühle, keine Ahnung, warum das so ist, und habe so an dieser Location einen schönen Vorteil.
Der Bend ist stark besucht, es wird wohl nicht mehr sehr lange dauern, bis das BLM den Parkplatz mit einem Toiletten- und einem Kassenhäuschen ausstattet und aus dem Horseshoe Bend einen Horseshoe Bend State Park macht.
Ich halte mich lange auf in der Hitze. Als alle Fotos im Kasten sind, fahre ich erstmal zuj nahegelegenen Walmart und versorge mich mit frischen Getränken.
Die Zeit der Mittagsglut verbringe ich mit Bloggen im Hotelzimmer.
Am späten Nachmittag breche ich auf, um mir die Toadstool Hoodoos anzusehen. Man fährt von Page aus nach Norden Richtung Kanab bis zum Milemarker 19, dort macht die Stromleitung rechts der Road einen Knick, und genau dort ist der Trailhead. Also die Milemarkers und die Stromleitung im Auge behalten!
Fortgeschrittener Nachmittag ist eine gute Zeit für den Besuch, die Hoodoos liegen prächtig angeleuchtet da vom warmen Licht des Sunsets. Leider habe ich wenig Glück mit der Sonne, es ziehen die um diese Jahreszeit fast täglich üblichen Gewitterwolken auf und verdecken die Sonne.

Gefahren: 84,60 Meilen
Benzin:30,00 $
Hotel: 77 $
Essen: 35 $

USA 2010 – ein Reisebericht

22. juli 2010, hole in the rock road, devils garden, eine neue liebe

Als die Sonne aufgeht, bin ich bereits auf der Utah State Route 12 nach Osten unterwegs. Mein Ziel ist die Hole In The Rock Road, auf die ich in Höhe des Milemarkers 65
nach Südosten einbiege.
Die Hole In The Rock Road wurde von Mormonen gebaut. Im Jahre 1879 suchte ein Treck von 250 Menschen, 83 Planwagen und 1000 Stück Vieh eine Abkürzung über den Colorado River nach dem San Juan Tal im Südosten Utahs. Sie bauten 6 Monate an der Route, einen Zugang zum Colorado River fanden sie in einer Lücke in der Wand des Canyons, dem hole in the rock, dass sie mit Sprengstoff und von Hand erweiterten. Mit Meißeln setzen sie Ankerpunkte in den Sandstein am Abhang des Glen Canyons, um die Wagen angeseilt über das Gefälle von 45 % zum Fluss hin abseilen zu können. Diese Ankerpunkte und die Furchen der Wagenräder sind noch heute in der Engstelle sichtbar.
Nach 12,3 Meilen unpaved erreiche ich den Abzweig zum Devils Garden. Im Devils Garden gibt es viele
überdimensionale Sandsteinfiguren zu bestaunen. Sie stehen zum Teil auf Sockeln, es sieht fast so aus, als hätte sich ein bildender Künstler hier selbst verwirklicht… Die Figuren, die den Namensgeber des Tals wohl an Teufel erinnerten, was ich persönlich nicht nachvollziehen kann, leuchten im morgentlichen Licht und geben wunderbare Fotomotive her. Einen recht filigranen Arch gibt es noch zu sehen, den Metate Arch, so man ihn findet, er liegt ein wenig versteckt. Froh, so früh aufgebrochen zu sein, so habe ich den Garten für mich alleine.
Sehr groß ist das Gebiet nicht, nach 2 Stunden Aufenthalt hab ich alles gesehen und fotografiert
und verlasse das Tal.
Die Hole In The Rock Road hat noch einiges zu bieten, ich denke, man kann 2 ganze Tage hier einplanen, wenn man sich in den einzelnen Locations so lange aufhält wie ich, um aufwändig zu fotografieren. Für mich heißt es Abschied nehmen von Escalante, ich habe für heute Abend einen Room im Page Boy Hotel in Page am Lake Powell reserviert.
In den beiden Tagen, die ich hier verbringen durfte, habe ich mich ein wenig vernarrt in das propere Städtchen Escalante. Hätte ich nicht in Page vorgebucht, würde ich auf jeden Fall noch hier bleiben….. aber ich werde wiederkommen, so viel ist sicher.
Zum Frühstück mache ich noch ein letztes Mal am Circle D Motel halt. Ja, das Circle D hat ein eigenes Restaurant, das ich aber leider am Tag vorher glatt übersehen hatte. Das Frühstück im Circle D ist das Gegenteil von dem im Prospector Inn von gestern. Das Restaurant ist toll eingerichtet, die Waitress ist supernett, das Essen mundet und ist sogar noch preiswerter als gegenüber.

Der Weg nach Page führt mich bei Cannonville am Kodachrom Basin State Park vorbei, den ich noch besuchen will. In der Web-Enzyklopädie Wikipedia gibt es eine treffende Beschreibung des Parks:
Im Kessel des State Parks befinden sich stark erodierte Felsformationen in unterschiedlichen Farbtönen von Rot, Gelb, Rosa, Weiß und Braun. Ergänzt wird diese natürliche Farbspiel mit dem bestenfalls tiefblauen Himmel und der gelegentlich vorkommenden grünen Vegetation. Dieses breitgefächerte Farbspektrum bewegte die National Geographic Society dazu, das Gelände nach seiner Erkundung im Jahre 1948 im Einverständnis mit der Firma Kodak nach ihrem Farbfilm Kodachrome als Kodachrome Flat zu benennen.

Eine Besonderheit im Parkgebiet ist das Vorkommen zahlreicher spitzer Felsnadeln und Felskamine, deren Herkunft durch die Ablagerung und Sedimentation
in ehemaligen Geysiren erklärt wird, die dann als härteres Gestein stehenblieben, als spätere Verwitterungsprozesse den ursprünglichen Boden um sie herum weg erodiert hatten.

In dem schön gelegenden Park gibt es mehrere Trails, 2 davon laufe ich, den Angels Palace Trail, über den man den Park von oben betrachten kann, und den Nature Trail, der die Pflanzen- und Tierwelt der Gegend mit Hilfe von Schautafeln erläutert. Wer mehr Zeit mitbringt, kann noch längere Trails mitnehmen, unter anderem gibt es noch den Shakespeare Arch zu bewundern.
Beim Verlassen des Parks stoße ich auf die Cottonwood Canyon Road. Durch Fahrt über die 48 Meilen lange, nicht asphaltierte Straße würde ich fast 100 Meilen sparen auf dem Weg nach Page. Für so eine Ersparnis kann man sich schon mal 48 Meilen lang durchschütteln lassen, zumal die Road landschaftlich einige Highlights aufbieten kann.
Gegen die Abkürzung sprechen dunkle Wolken am südlichen Himmel, wenn ich auf der Cottonwood Road in ein Gewitter geraten würde, wär an eine Weiterfahrt nicht mehr zu denken. Dieses Risiko gehe ich lieber nicht ein und fahre auf die 12 zurück.
Die State Route 12 führt am Bryce Canyon vorbei, und je näher ich dem Gebiet des Nationalparks komme, umso mehr holt mich die Zivilisation in Form von riesigen Werbetafeln entlang der Straße wieder ein, auch das Verkehrsaufkommen verstärkt sich zusehens. Das erste Mal seit 6 Tagen habe ich wieder ein Mobilfunknetz! Nun wird mir erst bewusst, wie weltabgeschieden ich die ganze Zeit in den Bergen Utahs gelebt habe…….
In Page beziehe ich mein Zimmer im Page Boy Motel und mache mich auf zu Denny’s Restaurant, wo ich einen Salat zu Abend esse.
Im Restaurant viele ungewohnte Gesichter für mich: Navajo-Indianer. Als Europäer ist man ja an viele nicht-europäisch geformte Gesichter gewohnt, und das ist ja auch gut so, von einer Vielfalt an Kulturen und Nationen gebündelt in einem Staat oder Erdteil profitieren ja alle, die Migranten genau so, wie die schon immer Ansässigen.
Das Gesicht und das Auftreten eines Navajo ist für einen Europäer jedoch völlig fremd, es sperrt sich gegen jeden Vergleich.
Nun denn, wie sagt man so schön: Reisen bildet.

Gefahren: 268,10 Meilen
Benzin:30,00 $
Hotel: 77 $
Essen: 28 $