Wolfgang Staudt Fotografie

Fotografie und Kultur

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Selfie

Canyonlands National Park, Utah
Canyonlands National Park, 15.07.2010 6:43 a.m. Mehr über meine Reise in den Südwesten der USA.

USA 2010 – ein Reisebericht

21. juli 2010, tag der berge und schluchten

Um 8 Uhr morgens laufe ich ausgeschlafen und hungrig über die Straße zum Prospector Inn Restaurant, das meinem Circle D Motel genau gegenüber liegt, um dort zu frühstücken.
Das Haus sieht von außen vielversprechend aus. Leider haben sowohl der Koch als auch die Waitress ihren Beruf verfehlt, das Essen ist genauso lieblos zubereitet, wie es serviert wird. So macht man sich keine Freunde. Schade eigentlich.

Die Utah State Route 12 ist mit ein Grund für meinen Entschluss, die USA wieder zu besuchen. Die Amerikaner nennen die Straße auch Highway 12 — A Journey Through Time Scenic Byway. Der Highway beginnt an der Bryce Canyon Junction und führt durch atemberaubende Landschaften, durch Canyons und über Pässe 198 km lang nach Torrey.
Für die Straße kann man sich einen Tag Zeit nehmen, wenn man zum Fotografieren unterwegs ist, soviele Motive bietet sie. Sie verläuft durch knochentrockene
Wüsten genauso wie durch grüne Flusstäler, wenn man den Milemarker 85 passiert hat und die Straße sich durch den Dixie National Forest auf die Boulder Mountains hochschraubt, hat sie Ähnlichkeit mit der Schwarzwaldhochstraße, vom Verkehr einmal abgesehen, der hier 20 mal geringer ist. Dort erreicht sie auch ihren höchsten Punkt bei 2987 Metern über NN.
Es gibt jede Menge Turn Outs an markanten Stellen, hier kann man bequem haltmachen und fotografieren. Der Verkehr ist meist äußerst gering, ich habe so manches Mal mein Stativ mitten auf der Fahrbahn aufgebaut, ohne dass ich dabei durch ankommende Fahrzeuge gestört worden bin.
An den Turnouts konnte ich viele Touristen beobachten, die anhielten, ihre Kamera in die Landschaft hielten und wieder davon brausten.
So kann man dieser Landschaft meiner Meinung nicht gerecht werden. Wer diese Straße besucht, um Fotos zu machen, und keine Zeit mitbringt, verschwendet seine Zeit.
Ich habe mir vorgenommen, jedes Bild sorgfältig zu komponieren, ganz gleich, wie lange es dauert. Besonders, wenn man aus großer Höhe die tiefer liegende Landschaft aufnehmen will, sollte man versuchen, die Straße, oder Buschwerk, irgend etwas, was oben steht, mit in die Bildkomposition einzubeziehen, um dem Auge des späteren Betrachters einen Anhaltspunkt zu geben, an dem er die Höhe messen kann, aus der das Foto gemacht wurde. Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine.
Wer schnell mal aussteigt, seine Kamera einfach nach unten hält und abdrückt, hat vielleicht für sich eine schöne Erinnerung festgehalten, ein fremder Betrachter sieht jedoch nur eine flache Landschaft, mit der er meist recht wenig anfangen kann.

So dauert es recht lange, bis ich Torrey erreiche, wo ich nochmal volltanke.
Über die 24 Richtung Caineville erreiche ich den Abzweig zur Notom-Bullfrog-Road, die von hier in südlicher Richtung nach Bullfrog am Lake Powell führt. Sie kreuzt den Burr Trail, den ich ab dieser Kreuzung nach Norden fahren werde, um in Boulder wieder auf die 12 zu stoßen.
Am Himmel machen sich dunkle Wolken breit, ich hoffe, dass diese Gewitterfront sich in einer anderen Richtung entlädt, bei Regen werden sowohl die Notom Road wie auch der Burr Trail zur Lehmfalle. An ein weiterfahren ist dann nicht mehr zu denken, wohl dem, der in einem solchen Fall genug Wasser und Benzin an Bord hat.
Die Landschaft entlang des Trails wird geprägt durch das Waterpocket Fold,
einem Gebirgszug, entlang dem er verläuft. Die Passage macht durch die herrlichen landschaftlichen Aussichten, die sie zu bieten hat, sehr viel Freude, auch wenn man im Auto teilweise kräftig duchgeschüttelt wird.
Ich mache viele Fotos, völlig ungestört, kein anderer Wagen begegnet mir, und treffe nach ungefähr 35 Meilen auf den Burr Trail.
Das Wetter meint es gut mit mir heute, ich genieße die Fahrt durch die wunderbare Landschaft.
Es ist schon später Abend, als ich Escalante wieder erreiche. Ich kaufe mir noch einen Chicken Salad in dem kleinen Subways an der Tanke und fahre zum Circle D Motel.
Ach ja, da war heute wirklich die Hölle los auf dem Burr Trail. Zweimal hatte ich Begegnungen mit anderen Fahrzeugen.

Gefahren: 183,70 Meilen
Benzin: 28,95 $
Hotel: 60 €
Essen: 18 $

USA 2010 – ein Reisebericht

16. juli 2010, a lot of arches

Gestern hab ich Euch mit einer Menge Text genervt, heut will ich mal Bilder für sich sprechen lassen.

Nur so viel als Beigabe: ich hab mir für heute den Double O Arch Trail vorgenommen, einen 7 km langen round trip, der als einer der schwierigen Trails im Park ausgewiesen ist. Zum Glück bin ich schon morgens um halb sieben aufgebrochen, so dass ich die größte Hitze gemieden habe. Sechs Stunden war ich unterwegs, inklusive Fotografieren, der Trail hat sich teilweise als sehr schwierig erwiesen, ist aber auf jeden Fall lohnenswert, landschaftlich eine kleine Sensation…. viel Spaß mit den Fotos!

Gefahren: 48,40 Meilen
Hotel: 79,60 $
Benzin: 46,81 $
Essen: 19,80 $

Devil’s Garden Trailhead

Landscape Arch

Partition Arch

Partition Arch

Navajo Arch

Double O Arch

USA 2010 – ein Reisebericht

14. juli 2010, steile wanderungen, ankunft in canyonlands

Dank dem hervorragenden digitalen Reiseführer von Angelika Czepan finde ich mein heutiges Ziel, die Adobe Badlands,
auf Anhieb. Nach dem Auschecken fahre ich erstmal einen Supermarkt an, ich muss mir einen Wasservorrat anschaffen, wenn ich auf Wanderungen gehen will. Wie gut, dass sich direkt auf dem Gelänse des Marktes auch noch ne Tanke findet…
Solchermaßen ausgerüstet, fahre ich den Highway 50 nach Norden, bis ich ein Hinweisschild zum Devil’s Thumb Golf Club entdecke, hier biege ich nach rechts ab auf die 1565 road, dann direkt links auf die 1575 road. Die Straße führt durch ein Wohngebiet zum Flughafen hin. Kurz vor diesem biege ich wieder scharf links ab, kommen dann am Golf Course vorbei, und fahre bis zu einem Wasserreservoir. Dort findet sich ein kleiner Parkplatz,
von dem man querfeldein zum Devil’s Thumb wandern kann, der Hauptattraktion der Badlands.
Ich bin jetzt mittendrin in den Badlands, die mit ihren von vielen tiefen Washes zerfurchten Abhängen an eine Mondlandschaft erinnern. Es ist sehr warm, ich packe ein paar Flaschen Wasser ein und mache mich mit Fototasche und Stativ bewaffnet auf den Weg. Die erste Meile bis zur Basis des Hügels, auf dem der Devils Thumb liegt, ist ein leichter Spaziergang, dann jedoch geht es steil bergauf. die Mühe lohnt sich, oben angekommen, kann ich des Teufels Daumen in seiner Ganzen Pracht bewundern. Kerzengrade ragt er hervor, ein gewaltiger Monolith.
Der Aufstieg war strapaziös,
immerhin habe ich 25 Kilo Fotoausrüstung den Hügel hinauf geschleppt. Also erstmal ruhen und Wasser trinken, dann ein paar Fotos aufnehmen. Der Daumen erweist sich als sehr fotogen. Angelika Czepan hat sehr schöne Fotos in ihrem Reiseführer, die den Monolithen von oben zeigen, von der Hochfläche der Petri Mesa aus aufgenommen. Sie beschreibt auch einen Jeeptrail, der auf die Mesa führt, und von dessen Endpunkt man dann noch 1,75 Meilen zu laufen hat.
Ich überlege, ob ich nicht einfach den steilen Hang direkt vor mir hinaufklettern soll, dann stünde ich praktisch auf der Petri Mesa über dem Devil’s Thumb. Frau Czepan schließt diesen Weg in ihrer Beschreibung aus, er sei zu steil und damit gefährlich. Ich sehe eine Reifenspur von einem Motorrad, die just diesen Hang hinaufführt, und beschließe, der Spur nach oben zu folgen. Es funktioniert, ich rutsche zwar immer wieder ab in dem losen Material, aber ich komme nach oben.
Ohne meine grobstolligen Wanderschuhe hätte ich hier allerdings keine Chance…. Der Aufstieg ist sehr steil und überaus anstengend, und ich muss immer wieder mein Stativ als Stütze missbrauchen, dafür werde ich, oben angekommen, mit einem wunderbaren Blick auf den Monolithen und die ihn umgebenden Felsformationen belohnt.

Der Rückweg gestaltet sich leichter als ich befürchtet habe, ich komme den steilen Hang gut herunter und erreiche nach 4 Stunden Wanderung schließlich wieder meinen Wagen. Die ganze Zeit über bin ich keiner Menschenseele begegnet, und Gott sei Dank auch keiner Klapperschlange oder sonstigem teuflischem Getier.

Ich fahre noch ein wenig tiefer in die Badlands hinein. Die Straße ist nicht mehr asphaltiert und wird zunehmend schwieriger. Es gibt nichts Besonderes mehr zu sehen, ich beschließe, Richtung Moab aufzubrechen.

Der Hwy 50 führt mich nach Grand Junction, wo ich bei Wendy’s einen hervorragenden Spicy Chicken Ceasar Salad frühstücke. Angesichts der Frische und dem Geschmack dieses Salats frage ich mich, wie die McDonalds-Konkurrenz direkt nebenan überhaupt bestehen kann.

In Grand Junction vereint sich der Hwy 50 mit dem Interstate Highway 70,
der mich über die Grenze nach Utah bringt. Das Land wird jetzt zunehmend karger. Die ersten Tafelberge tauchen auf.
An der Crescent Junction biege ich auf den Hwy 191 ab, der mich nach Süden direkt nach Moab führt.
Die Landschaft wird immer exotischer gewaltige rote Mesas türmen sich rechts und links der Straße auf.
Um 17:30 Mountain Standart Time erreiche ich die Stadt Moab. Es ist 34° Celsius warm, die Luftfeuchtigkeit beträgt 28%. Ich bin angekommen.
The adventure begins.

Gefahren: 162 Meilen
Benzin: 47,71 $
Hotel: 79,60 $
Essen: 35,00 $

USA 2010 – ein Reisebericht

13. juli 2010, höhenrausch, viele steine in colorado

Noch so ne Sache, die in Germany unbekannt ist: das Problem mit der Uhrzeit. In den USA gibt es vier Zeitzonen, und wenn man quer durchs Land unterwegs ist, weiß man nie so genau, in welcher man sich gerade befindet, besonders, was die Navigation angeht. Meint das Navi jetzt als Ankunftszeit am Ziel die dort gültige Zeit oder die Zeit des Ortes, von dem man startet? Es kann vorkommen, dass das Autoradio ne andere Zeit anzeigt als das Navi und das Telefon wieder ne andere…. was solls, irgendwann wird’s immer dunkel, Zeit, ein Zimmer zu suchen.

Heute bin ich in Delta, Colorado, in einer EconoLodge untergekommen, boothnach einer wunderschönen, aber auch anstrengenden Landstraßenfahrt quer durch die Rocky Mountains. In Delta habe ich heute Abend auch vorgehabt zu sein, ich liege also voll in meinem Zeitplan. Was nicht so wichtig wäre, wäre ich nicht morgen Abend mit meinem Freund Jörg aus Berlin, den ich wegen der Distanz Saarbrücken – Berlin selten genug zu Gesicht bekomme, in Moab, Utah, verabredet. Er hat prompt heute, ich fuhr gerade an dem City Limits-Schild von Delta vorbei, angerufen und mitgeteilt, dass er planmäßig morgen Abend in Moab eintreffen würde – genau wie ich.

Begonnen
hat mein Tag heute Morgen um halb acht, ich startete Richtung Pikes Peak Highway, der auf dem Pikes Peak Gipfel in einer Höhe von 4301 m endet. Auf diese Idee muss man erstmal kommen, eine Straße bis zum Gipfel eines Viertausenders zu bauen…. von Colorado Springs aus ist man in einer Viertelstunde am Toll Both des Pikes Peak Hwy angelangt, man bezahlt 12 $ Gebühr und kann loslegen mit der Bergbesteigung….
Ein großer Teil der Straße ist asphaltiert, weiter oben kommt irgendwann eine Schotterpiste, die aber näher zum Gipfel hin wieder in eine paved Road übergeht. Oft sind Haltebuchten ausgewiesen, an denen man immer neue Aussichten genießen kann. Oben angekommen, hat man erst mal kalt, es sind nur 10 Grad Celsius. Die Aussicht ist wollefliegenatemberaubend, ich kann mich gar nicht sattsehen…. ich klettere ein wenig, um gute Fotopositionen zu finden, und mache unzählige Fotos…. Durch die Anstrengung kriege ich dann einen leichten Erschöpfungszustand, ich werde zitterig und schnappe nach Luft, ich habe nicht bedacht, dass ich an die dünne Luft nicht gewohnt bin… Zur Stärkung kaufe ich mir in der Hütte eine Nudelsuppe mit Hühnchen, die mich wieder aufbaut.
Bergab mache ich’s, wie es auf den Schildern steht, im ersten Gang rollen lassen. Das Gefälle ist wirklich enorm, aber mit dieser Methode kein Problem. Nach einer Weile, kurz bevor die Asphalt- in die Schotterpiste übergeht, muss man an einem Schalter anhalten. Ein alter Mann misst mit einem Fühler die Temperatur der Bremsscheiben und entscheidet darüber, ob man weiterfahren darf oder den angegliederten Parkplatz benutzen muss, um die Scheiben abkühlen zu lassen…

Über den weiteren Verlauf meines Weges heute habe ich ja weiter oben schon berichtet, ich möchte nicht mit Details langweilen.hwy24
Natürlich kann man auch über die Rockies fliegen, das geht schnell, streng nicht an, und man lernt mit ein bisschen Glück eine nette Sitznachbarin kennen, die man dann nie wieder sieht.
Ich habe heute wieder mal ein tolles Land kennen und fühlen gelernt, seine Menschen getroffen, seine Wälder gerochen, seine Pässe überquert, seine Seen fotografiert, seine Winde gespürt, seinen Wein getrunken, seine Wolken ziehen gesehen, seine Städte durchquert, Erinnerungen gesammelt.
Was für ein Tag.

Gefahren: 310 Meilen
Hotel: 67 $
Essen: 36 $

USA 2010 – ein Reisebericht

12. juli 2010, 3 staaten, viel für’s Auge

Jeder kennt die USA aus dem Kino aus unzähligen loves Filmen und natürlich aus dem Fernsehen aus noch mehr Serials usw. Jeder hat sein Bild von den Vereinigten Staaten im Kopf, eben das, das durch den Medienkonsum ensteht. Mir geht es oft nicht anders, und ich bin jedesmal, wenn ich wieder in die Staaten reise, auf’s Neue darüber verblüfft, wie anders doch hier alles ist. Die Menschen, die Gepflogenheiten, die Häuser und die Städte, ja, vor allem unzählige Kleinigkeiten machen das Bild dieses Landes, dass man sich gebildet hat, zunichte. Ich kann nicht genau beschreiben, was es ausmacht, aber es ist eine komplett andere Kultur als die europäische.randazzle1
Das Schlimme daran ist, dass viele Menschen in Europa und anderswo in der Welt, ich alleine kenne sehr viele, die krasse Vorurteile gegen Amerika und die US-Amerikaner hegen, sich möglicherweise ein total falsches Bild von den USA gebildet haben, und das wirkliche vielleicht nie kennenlernen werden, weil sie eben dieser Vorurteile wegen eine Reise in die Staaten kategorisch ablehnen. Versteht mich bitte nicht falsch, ich sage nicht, dass in den USA alles besser ist als anderswo, ich schreibe hier über die Macht der Medien und über Vorurteile.

Heute Morgen um 8 bin ich losgefahren in Walnut, Iowa, und bald darauf kurz vor Omaha die Grenze nach Nebraska überfahren. Die Maisfelder werden jetzt seltener, zunehmend bestimmt flaches Grasland das Bild der Landschaft. Ich bin im amerikanischen Westen, in der Prärie, angekommen. Es sind nicht mehr die Farmer, die das Land bewirtschaften, sondern die Rancher mit ihren Rindern.Der Horizont wird immer weiter, je flacher das Land wird, der Blick schweift immer weiter über endlose Grasflächen mit kleinen schwarzen Punkten drauf, den Rinderherden. Ich liebe diese schier unendliche Weite in der Landschaft….
Überall wird man hier an den “wilden” Westen, an vergangene Zeiten, erinnert. ponyexpress In Gothenburg besichtige ich eine original Pony-Espress-Station, und ein Stück weiter gibt es eine Ausfahrt, die zu der Ranch des Buffalo Bill führt.
Kurz vor der Grenze zu Colorado wechsele ich auf die Interstate 76. Bei Brush lotst mein Navi mich von der Interstate auf den Highway 34, und plötzlich finde ich mich auf einer unpaved Road wieder, der Colorado Road R, von der ich nach 12 Meilen Staub schlucken rechts auf die Colorado Road 29 abbiege, die ebenfalls nicht asphaltiert ist. Ich bin vollkommen co-r-d1alleine auf den Schotterpisten, meinem Navi auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, ich weiß überhaupt nicht mehr, wo ich bin. Nach weiteren 12 Meilen stoße ich auf den Highway 71. Er führt stur geradeaus nach Süden durch die Prärie und gehört ohne Zweifel zu den schönsten Straßen, die ich je gefahren bin. Ich habe die Cruise Control auf 70 Miles per Hour eingestellt, es ist nichts zu hören außer einem leisen Pfeifen der Reifen, der Himmel ist hellblau mit Schäfchenwolken, der Horizont 100 Meilen weit weg, und ich habe das Gefühl, als schwebte ich über das Grasland. Mein Navi sagt mir, dass ich 61 Meilen auf dieser Straße bleiben werde, ich wünsche mir fast, es wären doppelt so viele. Die Einsamkeit der Straße ist überwältigend, ich begegnehwy-71 alle paar Meilen mal einem anderen Wagen, der entgegenkommt, genauso selten wird die Einöde von einem Ranchhaus mitten im Gras unterbrochen. An einer der Einfahrten zu einer Ranch lese ich ein Schild mit der Aufschrift “Nothing satiesfied like beef!”.
Irgendwann kommt eine Kreuzung, genau rechtwinkelig, mit dem Highway 36, die Kreuzung heißt “Last Chance”, warum auch immer. Ich beachte das Stoppschild, stehe an der Kreuzung, und soweit das Auge reicht, ist niemand zu sehen. Ich fühle mich spontan an Tom Hanks in “Cast Away” erinnert, der ja auch am Schluss des Filmes an so einer verlassenen Kreuzung steht.
Wie lebt man wohl in so einerairplaneii Einöde ohne all die komfortablen Errungenschaften des Stadtlebens, ohne Kino, Theater, ohne Buchhandlungen, Clubs, Fußgängerzonen, Einkaufszentren, Reisebüros, Supermärkte, Flaniermeilen, Cafés? Welche Art zu leben bietet wohl mehr Freiheiten? Ich habe keine Vorstellung davon. Der Hwy 71 endet für mich in einer Stadt namens Limon, die gerade auftaucht, als ich mir richtig Sorgen darüber zu machen beginne, wo ich wohl meinen Tank auffüllen kann, es ist schon gefühlte 200 Meilen her, dass ich die letzte Tankstelle gesehen hab.airplane
In Limon tanke ich auf und wechsle auf den Hwy 24, der mich direkt nach Colorado Springs, meinem heutigen Etappenziel, bringt.
Colorado Springs ist mit 380 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Colorado und liegt auf 1832 Metern Höhe am Fuße des Pikes Peak, der es auf 4301 m Höhe bringt. Ich finde ein Super 8 Motel und ergattere ein tolles Zimmer mit einem 2,50 m breiten King-Size-Bett.
In The Airplane Restaurant, einem Restaurant, das das zum Teil aus einer alten Boing besteht, esse ich einen tollen Fajita-Chicken-Salad.
Wie schön, dass es auch Flugzeuge gibt, deren Küche man uneingeschränkt weiter empfehlen kann.

Gefahren: 656 Meilen
Benzin: 96,48 $
Hotel: 71,00 $
Essen: 30 $

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