24. juli 2010 wahweap hoodoos am vormittag, housekeeping am nachmittag

Zum ersten Mal gesehen hatte ich die Wahweap Hoodoos
2006 auf Fotos hier im Foyer des Page Boy Motels. Die Bilder gefielen mir sehr gut, und ich fragte an der Rezeption nach, wo ich diese wunderlichen Figuren wohl finden könnte.
Man verwies mich auf das Büro für Land Management (BLM) in Big Water, dort wüsste man, wo die Hoodoos zu finden seien. Der BLM-Angestellte dort kopierte mir eine topografische Karte und markierte mir den Weg zu den Hoodoos. Diese Karte habe ich auch heute wieder benutzt. Vor vier Jahren machte ich mich leider zu spät am Tag auf den Weg, als ich das Tal mit den Ghosts, wie sie wegen ihrer weißen Farbe auch genannt werden, damals fand, war die Sonne schon hinter den Bergen verschwunden und die Hoodoos lagen im Schatten.
Diese Tour sollte man sowieso früh morgens einplanen, schon wegen des strapaziösen Trails durch den Wahweap-Wash, der keinerlei Schatten bietet. Am schönsten leuchten die Objekte, wenn sie von der ersten Morgensonne angestrahlt werden.
So breche ich heute Morgen auch bereits vor Sonnenaufgang gen Big Water auf. Unterwegs mache ich ganz spontan noch einen Abstecher zum
Ufer des Lake Powell, um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Zwischen all den Booten und Wohnmobilen finde ich eine Stelle am Lone Rock, die mir gefällt, und hier baue ich mein Stativ auf. Der Sunrise gestaltet sich sehr farbenprächtig, der Abstecher hat sich gelohnt, denke ich.
So komme ich ein bisschen später, als ich es vorhatte, am Trailhead für den Wahweap Trail an. Es gibt einen PKW-Parkplatz, von dem man ungefähr 100 Minuten braucht bis zu den Hoodoos, und einen 4WD-Parklatz, vin dem aus man 90 Minuten laufen muss. Man läuft immer dem Wash nach, irgendwann tauchen dann auf der linken Seite die Hoodoos auf, man kann sie nicht übersehen.
Am Trailhead überlege ich kurz, ob sich der lange Marsch überhaupt lohnt heute,
denn der Himmel hat sich zugezogen, und ohne Sonnenlicht wirken die Hoodoos nur halb so gut. Optimistisch, wie immer, packe ich mit eine dreiviertel Gallone Wasser als Wegzehrung ein und laufe los. Das Laufen über den Wash ist steinig, es strengt an, wohl dem, der geeignete Wanderschuhe dabei hat.
Es gibt zwei Gruppen mit Hoodoos in zwei benachbarten Canyons seitlich vom Wahweap Wash, an der südlichen laufe ich zunächst vorbei zu der, wie ich meine, schöneren nördlich gelegenen Gruppe. Ich habe großes Glück, just, als ich dort ankomme, schafft sich die Sonne für eine halbe Stunde durch die Wolken heraus und ich kann die Ghosts in ihrem schönsten Kleid im Sonnenlicht aufnehmen. Die Hoodoos sind die Schönsten, die ich kenne, die 4,5 Meilen Fußmarsch haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Es ist schon 10:30 Uhr, als ich den Rückweg antrete, und inzwischen mörderisch warm geworden. Unterwegs plaudere ich noch kurz mit einem Holländer, der mir entgegenkommt, auch er auf dem Weg zu den Hoodoos. Er bleibt meine einzige Begegnung an diesem Morgen.
Als ich kurz nach 12 den Wagen erreiche, bin ich komplett durchgeschwitzt… das Thermometer im Wagen zeigt 43° C an. Also erst mal ins Motel zum Duschen, und dann zu Denny’s für ein wohlverdientes Frühstück.

Den Nachmittag verbringe ich mit Relaxen im Motel. Gegen 17 Uhr sammele ich Wäsche, die gewaschen werde muss, und fahre zur Laundry. Es dauert eine halbe Stunde, bis meine Wäsche fertig ist, ich sitze da, als einziger Weißer (irgendwann später erscheint noch ein schwedisches Ehepaar) unter geschätzt 25 Navajo-Frauen, die zum Teil noch ihre Kinder dabei haben.
Ein Waschsalon eignet sich hervorragend für soziale Studien. Leute, wenn ihr Land und Menschen richtig kennenlernen wollt, schaltet den Fernseher ab und geht in die Laundry.

Gefahren: 54,00 Meilen
Benzin:49,36 $
Hotel: 77 $
Essen: 36 $